Ivys Anno Blog - Gedanken und Hoffnungen einer Annobekloppten

Annoholiker aller Titel der Anno-Reihe finden hier reichlich Platz, um das Gespräch über die hohe Kunst des kultivierten Städtebaus zu pflegen.
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LittleKey
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Ivys Anno Blog - Gedanken und Hoffnungen einer Annobekloppten

Beitrag von LittleKey » 16. Mai 2019, 22:37

[zu Patch 2]

Ivys Gedanken zu Patch 2

Ich werde öfter gefragt, sag mal Ivy was denkst du den über jenes oder dieses? Daher dachte ich mir, ach dann mach doch ein neues Format auf :).
Meine Gedanken in einem kleinen Blog zu bestimmten Themen.
Heutiges Thema: Der Anno 1800 Patch 2

Es wurden einige wichtige Punkte bearbeitet und mich begeistert mit wie viel Tatendrang die Entwickler Probleme angehen. Doch wie es eben immer so ist, sie beginnen etwas aber ziehen es nicht bis zum Ende konsequent durch.
Als gutes Beispiel ist hier der Umgang mit Krankheiten.

Die Dauer von Krankheiten auf Schiffen wurde auf 10 Minuten gesenkt (zuvor 15 Minuten)

Das ist schön, aber warum zum Teufel fahren die Kranken Schiffe der KI´s meine Inseln an?
Wenn ich eine Krankheit in der Stadt habe, dann meiden sie mich wie der Teufel das Weihwasser. Aber ihr Gehuste und Geschniefe tragen sie mit freudige Worten auf den Lippen in meine Stadt.
Liebes Annoteam, es wäre super wenn ihr da nacharbeitet und fair bleibt. Ich kann nicht jedes mal meine Handelsabkommen abbrechen nur weil Madame Prinzessin von der chinesischen Erbse hustet und Ihre Mannschaft direkt, mit diebischer Freude, auf meine Hauptstadt lenkt.

Einfluss durch Bevölkerungszuwachs beträgt jetzt +15 anstatt +10 pro Anstieg
Einfluss durch Investoren beträgt +2 anstatt +1 pro Haus
Erst ab 16.000 Bürgern sinkt der Einflussgewinn durch Bevölkerungszuwachs (vorher ab 14.000)


Auch wurde das Einflusssystem bearbeitet und das war auch der Schwerpunkt dieses Patches. Als ich mich in meinen größten Stand einloggte, hatte ich mal eben eine schöne Zahl da stehen und dachte mir:"Ja das ist mal ein Plus!". Einige beschwerten sich noch vor dem Patch, dass diese Änderung das Spiel zu leicht machen würde.
Nach 15 Minuten Spielzeit merkte ich jedoch: "Mmh, irgendwie geb ich richtig aus.".
Man neigt nämlich dazu, diese Einflusspunkte auch gleich komplett zu investieren. Ach da noch ein Gehege,da noch eine Handelskammer und gleich noch mal 10 Dampfschiffe. Ich hab's ja, aber plötzlich hatte ich es nicht mehr.
Aber als Fazit kann ich sagen, ja danke für die extra Punkte. Kann man immer gut gebrauchen. Vor allem bei 2 Weltausstellungen und 25.000 Investoren.

Optimierung: Unterhaltskosten werden jetzt um -3% / -6% / -10% gesenkt (vorher: -1% /-2% /-3%)
Kultur: Attraktivität wird jetzt um +10% / +20% / +35% gesteigert (vorher: +5% /+10% /+15%)


Danke Anno, danke.
Eine Freudenträne rollte über meine Wange vor Verzückung. Als Effiziente Spielerin wurden meine Gebete erhört.
Mal ganz ehrlich, vorher habe ich 300 hart erarbeite Einflusspunkte in die Optimierung gesteckt, für lächerliche 3%? Das so gut wie nix. Und so bekam ich plötzlich 10%, meine Bilanz sagte danke und ich sage:"Weiter so!".

Im Gesamten kann ich sagen das der Patch mich begeistert hat und ich den Änderungen beim Einfluss gar nicht skeptisch gegenüber stand, das ich diese auch als dringend Notwendig empfand.
Aber nur mal am Rand, Madame Kahina verkauft Saatgut? Wer zur Hölle BENUTZT DEN DAS BITTE?
Wie wäre es mit diesem blöden epischen Elefanten, den ich seit gefühlten Tausend Jahren suche?
"Es fehlt an Nahrung!" oder "Es mangelt an Schmuck!" -> Die solln sich mal nicht so anstellen. Was machen die auch mit ihrem Schmuck? Ihr Essen würzen?

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Re: Ivys Anno Blog - Gedanken und Hoffnungen einer Annobekloppten

Beitrag von Longstreet » 17. Mai 2019, 12:23

Saatgut benutze ich :D So kann ich nämlich eine leistungsfähige Arbeiterklasse auf den Versorgungsinseln qualifizieren^^

Insgesamt bin ich von den Patchänderungen überzeugt: Krankheiten hatte ich im Epidemiemaßstab noch nicht, Einflusspunkte finde ich sinnvoll erweitert (weil nicht grenzenlos) und das Saatgut macht Sinn. Ewig nur diese weißen oder grünen Museums-/Zooitems ist auch öde. Anno 1800 ist durchaus bis ins Endgame anspruchsvoll - das finde ich gut gemacht.

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Re: Ivys Anno Blog - Gedanken und Hoffnungen einer Annobekloppten

Beitrag von Punisher2306 » 22. Mai 2019, 20:18

Liebe Ivy,

vielen Dank für den kleinen Überblick.

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Re: Ivys Anno Blog - Gedanken und Hoffnungen einer Annobekloppten

Beitrag von Jacke_wie_Hose » 24. Mai 2019, 16:28

Moin,
nach dem ich den letzten Anno-Stream irgendwie leider komplett verpasst habe, bin ich gerade dabei diesen bei Twitch nachzuholen.
Da wurde ja darum gebeten, auf dein ersten Blog-Eintrag zu antworten. :)

LittleKey hat geschrieben:
16. Mai 2019, 22:37

Die Dauer von Krankheiten auf Schiffen wurde auf 10 Minuten gesenkt (zuvor 15 Minuten)

Das ist schön, aber warum zum Teufel fahren die Kranken Schiffe der KI´s meine Inseln an?
Wenn ich eine Krankheit in der Stadt habe, dann meiden sie mich wie der Teufel das Weihwasser. Aber ihr Gehuste und Geschniefe tragen sie mit freudige Worten auf den Lippen in meine Stadt.
Liebes Annoteam, es wäre super wenn ihr da nacharbeitet und fair bleibt. Ich kann nicht jedes mal meine Handelsabkommen abbrechen nur weil Madame Prinzessin von der chinesischen Erbse hustet und Ihre Mannschaft direkt, mit diebischer Freude, auf meine Hauptstadt lenkt.
Die Globalisierung hat auch ihre Schattenseiten. :P Das ist geheime Kriegsführung bzw. Sabotage seitens der KI. :twisted:
Die Krankheiten sollten nur vom Schiff auf eine Insel überspringen wenn das Schiff auch Ware verkauft, teilweise reicht es auch, wenn ein verseuchtes Schiff eng an der Insel vorbeifährt. :|
Es wäre doch auch was wenn es für die Hafenmeisterei ein Item geben würde z.B. ein Arzt oder Gesundheitsinspektor der alle Schiffe Inspiziert und Schiffe mit Krankheiten unter Quarantäne stellt. :ymblushing:



LittleKey hat geschrieben:
16. Mai 2019, 22:37
Auch wurde das Einflusssystem bearbeitet und das war auch der Schwerpunkt dieses Patches. Als ich mich in meinen größten Stand einloggte, hatte ich mal eben eine schöne Zahl da stehen und dachte mir:"Ja das ist mal ein Plus!". Einige beschwerten sich noch vor dem Patch, dass diese Änderung das Spiel zu leicht machen würde.
Nach 15 Minuten Spielzeit merkte ich jedoch: "Mmh, irgendwie geb ich richtig aus.".
Man neigt nämlich dazu, diese Einflusspunkte auch gleich komplett zu investieren. Ach da noch ein Gehege,da noch eine Handelskammer und gleich noch mal 10 Dampfschiffe. Ich hab's ja, aber plötzlich hatte ich es nicht mehr.
Aber als Fazit kann ich sagen, ja danke für die extra Punkte. Kann man immer gut gebrauchen. Vor allem bei 2 Weltausstellungen und 25.000 Investoren.
Dachte genau so, "Oh so viel Einflusspunkte!?" und hatte die Befürchtung das es zu leicht wird. Mittlerweile muss ich aber wieder mit den Punkten haushalten. Wenn man einen Krieg führt, gehen die die Punkte für das Militär weg wie warme Semmel. :)



LittleKey hat geschrieben:
16. Mai 2019, 22:37
Danke Anno, danke.
Eine Freudenträne rollte über meine Wange vor Verzückung. Als Effiziente Spielerin wurden meine Gebete erhört.
Mal ganz ehrlich, vorher habe ich 300 hart erarbeite Einflusspunkte in die Optimierung gesteckt, für lächerliche 3%? Das so gut wie nix. Und so bekam ich plötzlich 10%, meine Bilanz sagte danke und ich sage:"Weiter so!".
Vorher "Oh Wahnsinn ganze 3%" und man hat nur mit den Schultern gezuckt. :P 10% Sind jetzt eine angemessen "Belohnung" :-BD




LittleKey hat geschrieben:
16. Mai 2019, 22:37
Aber nur mal am Rand, Madame Kahina verkauft Saatgut? Wer zur Hölle BENUTZT DEN DAS BITTE?
Wie wäre es mit diesem blöden epischen Elefanten, den ich seit gefühlten Tausend Jahren suche?
Ich habe auch auf einer Insel in der Neuen Welt Saatgut für Zuckerrohr, hatte keine Lust eine weiter Route einzurichten. ;)

Danke für deinen Blog-Beitrag und ich hoffe du siehst bald deinen rosa Elefanten! :P 8-}





LG JwH
"Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen."
© Kurt Marti

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Re: Ivys Anno Blog - Gedanken und Hoffnungen einer Annobekloppten

Beitrag von LittleKey » 24. Mai 2019, 16:32

Danke für das liebe Feedback :) Wenn es euch Spaß macht in meinem verrückten Kopf ein wenig zu stöbern, denke ich das es sich lohnt dieses neue Format weiter zu führen :D
"Es fehlt an Nahrung!" oder "Es mangelt an Schmuck!" -> Die solln sich mal nicht so anstellen. Was machen die auch mit ihrem Schmuck? Ihr Essen würzen?

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Re: Ivys Anno Blog - Gedanken und Hoffnungen einer Annobekloppten

Beitrag von alexanderbenne » 25. Mai 2019, 11:55

Ja auf jeden fall weiterführen den Blog :-) . lg

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Re: Ivys Anno Blog - Gedanken und Hoffnungen einer Annobekloppten

Beitrag von LittleKey » 4. Juni 2019, 15:54


Die Kampagne
oder auch der gut gemeinte Versuch
oder WAS HABT IHR EUCH DABEI GEDACHT??????



ACHTUNG SPOILERWARNUNG! ICH WERDE ÜBER DIE GESAMTE MISSON REDEN, WER DIESE NOCH NICHT GESPIELT HAT SEI GEWARNT DAS ER HIER DINGE LESEN KANN DIE IHM VERRATEN WAS PASSIERT!


Anno 1800, lang erwartet und heiß ersehnt. Die Ankündigung wurde von mir mit einem Gefühl aufgenommen, für das es keine Worte gibt, die es beschreiben können.
Die Freude in mir steigerte sich nur noch mehr, als ich las, *Auf die Kampagne wird ein besonderes Augenmerk gelegt.*
Hiermit oute ich mich, ich bin eine Missionen und Kampagnen Liebhaberin. Es erfreut mich einfach ein Ziel zu haben, dass ich mir nicht selbst aussuche. Eine Geschichte zu erleben, die mich in die Spielwelt zieht und mir Emotionen schenkt, mit den Charakter mitzufiebern und andere dafür nur umso mehr zu hassen.

Der 16. April 2019, voller Vorfreude startete ich das Spiel, auf das ich sehnsüchtig wartete. Der Startbildschirm eröffnete mir den Button auf den ich zitternd drückte *Neues Spiel* mit Mission. Der Anfang war beeindruckend, diese wunderschönen Kamerafahrten und ein Tutorial was man nicht einmal als Tutorial wahrgenommen hat. Für mich eine Meisterleistung. Man lernte die Bewegungen der Schiffe und Nutzung der Steuerung als Neuling ohne das es den Veteranen so vorkam.
Ich spielte 5 Minuten und bekam eine KI vorgesetzt von der ich dachte, ja diesen kannst du aus vollem Herzen hassen. Ich lächelte und freute mich auf ein paar Stunden Emotionen und Stress.
Mein Onkel, ein gemeiner und herzloser Mensch, wie ich ihn schon nach wenigen Sätzen ansah und meinem Monitor sagte: "Du kleiner ****, das wirst Du bereuen. Dich mach ich Fertig und dann darfst du Lebenslang mein Diener sein."
Nachdem wir an dem Begräbnis unseres Vaters teilgenommen haben, wirft uns dieses Ar**** von der Insel unseres Vaters und drückt uns auch noch die Kosten für das Begräbnis auf. Wir landen auf einer völlig verkommen Insel und müssen in dieser Traurigen Umgebung eine kleine Stadt aufziehen und unsere Mitbewohner dazu aufrufen die Ruinen in der Nähe zu entfernen.
Unsere Trauer um den Vater scheint unsere Schwester besonders Nahe zu gehen, die Arme sieht mir ihren Augenringen bis zum Knie aus, als hätte sie seit 5 Wochen nicht geschlafen und ihre Haut glänzt als, ob sie sich Morgens lieber selbst mit Butter bestreicht als ihr Brot.
Aber sei es drum, um die Gesundheit unsere Schwester können wir uns kümmern, wenn wir ein Krankenhaus haben.

Ich baute nun so vor mich hin und erfreute mich sehr über die Umsetzung der Missionen, der Ansatz der Geschichte war spannend und gut erzählt. Doch dann ... dann kam der Punkt, an dem ich dachte: "Was haben die Entwickler geraucht und wo zur Hölle bekomme ich das her?"

Aber um diesen Punkt zu verstehen, versuche ich mich in die Entwicklersituation zu versetzen:

Wir befinden uns im Jahr 2017, die Entwickler in ihrem Büro haben ein Meeting in dem sie sich entscheiden, eine Kampagne in den neuen Titel Anno 1800 einzubauen, um so den Fehler aus Anno 2205 wieder auszubügeln.
Folgende Personen sind daran beteiligt: Der Chef, wir nennen ihn Horst und die beiden Mitarbeiter Günther und Gudrun.
Chef: Wir brauchen eine Top-Story, die Spieler müssen diese Kampagne lieben. Günther und Gudrun, ihr beiden arbeitet ausschließlich an der Kampagne. Volle Kraft.
Gudrun und Günther: Ja wohl Chef!
Einige Tage hängen sich die beiden richtig rein und genau so entstanden die ersten 40 % der Kampagne für Anno 1800. Eines Morgens steckte der Chef seinen Kopf in ihr Büro: "Gudrun, die brauchen dich heute in der Entwicklung der Inseln. Günther schafft das kurz alleine."
So saß nun unser alleiniger Held mit 5 Liter Kaffee vor der Mission und kämpfte sich durch die Welt der Intrigen und Inseln mit Bäumen.
1 Woche später, war Gudrun noch immer nicht zurück und Günther wurde ebenfalls gebeten an andere wichtigen Teilen mitzuarbeiten.

Viele Monate Später (März 2019), im Meetingraum versammelten sich einige Mitarbeiter, um über die Ergebnisse der Test zu sprechen.
Chef: Die Tests kamen hervorragend an und die Kampagne ist soweit durch.
Gudrun meldet sich zaghaft: Ähm Chef, sie haben uns vor 2 Jahren von der Kampagne abgezogen, wer hat die den Fertig gemacht?"
*Bitte fügt hier einen Nervenzusammenbruch benannten Chefs ein*

Am Ende der Geschichte sehen wir den Praktikanten Tim vor einem Computer sitzen, der ein geheimer Fan jeglichen Kultes und Sekten ist, und mit diebischen Lächeln folgendes in die Mission rein programmiert: EIN FEUERKULT.
Ich wiederhole an dieser Stelle noch einmal diese Worte und bitte euch vorzustellen, dass ich diese deutlich betone: EINEN FEUERKULT? Was zum Henker ....?
Wo kommt der den jetzt her und was macht der da und wieso brauche ich den? Die Geschichte fing vielversprechend an und verwickelte mich in eine durchaus Interessante Familiengeschichte, diese hätte alleine völlig genügt. Stattdessen habe
ich nun eine Sekte vor meiner Nase, die gern zündelt?
Ab einer bestimmten Stelle schüttelte ich nur den Kopf. Ich vergaß völlig meinen Onkel weiter zu Hassen, sondern verstrickte mich in merkwürdige Erklärungen und Aufträgen in den ich ein Tagebuch meines Vaters finden sollte.
Gut, ich fand mich mit der Skurrilen Wendung in der Geschichte ab und versuchte mich wieder auf mein Ziel zu konzentrieren, Brigth Sands und den Tod meines Vaters aufklären.

Aber, als wäre das alles nicht genug Hand gegen die Stirn für ein paar Stunden, lernte ich Sie kennen. Sie, mit dem Einfühlungsvermögen und der Intelligenz einer Brotkante, die Königin. Die Königin mit ihren absolut unpassenden Kommentaren und den Fremdschäm-Momenten. Sehnsüchtig erinnerte ich mich an 1701 zurück, ihr Majestät, wie sehr ich sie mochte. Wie hoheitlich und besonnen und nun setzt man mir eine Dame vor, die immer lacht, wenn sie auf Beerdigungen geht. Nun sei es drum, der Charakter wurde so erschaffen und man kann sie mögen oder eben nicht. Doch das Ende der Geschichte, wenn man es als Geschichte betiteln konnte, war das Fass, das den See zum Überlaufen brachte (oder so ähnlich).
Eine Flotte von Schiffen dieser Feuerspinner, tauchte vor der Insel meines Vaters auf. Mein Onkel, mein eigentliches Hassobjekt, war plötzlich Handzahm und verständnisvoll. Nachdem ich Unmengen an Baumaterial in den Bau eines Gerichtsgebäudes stecken musste und nicht einmal entscheiden durfte, wo es auf meiner Insel hin sollte, war das Gebäude plötzlich völlig nutzlos. Denn diese Zündler sprengten das Schiff in die Luft, auf dem sich mein Onkel befand. Nicht das er vorher noch Stundenlang mit uns rum diskutierte und seinen Tod akzeptierte (er hatte mehr als genug Zeit das Schiff zu verlassen), nein meine liebe Schwester war auch noch am Boden zerstört über seinen Tod. Auf die Gefahr hin das ich mich das Tausendste Mal wiederhole, aber HALLO? Der hat unseren, UNSEREN VATER umgebracht, sich über die Beerdigungskosten aufgereckt und uns aus unsere Stadt geschmissen!
Ja ja, dann trauere auch noch um den, ich habe andere Probleme. Ein Haufen Feuerschiffe die mich bedrohen zum Beispiel oder auch die nicht vorhandene Flotte vor meinem Kontor. Zack, Aufrüsten angesagt, Flaggschiff und die 2 anderen kleinen Schiffe etwas vor dem Hafen platziert und Schiffe in Auftrag geben, nicht zu vergessen das Mini kleine Kanönchen was ich noch fix aus dem Boden stampfe. Da noch eine Produktion und da noch ein Haus aufwerten und .... Moment ... wie bitte? Wo kommt den jetzt die Filmsequenz her? Und wie zum Himmel habe ich den gewonnen? Des Rätsels Lösung? Ganz simple, anstatt das die KI mit seiner gesamten Flotte angreift, lenkt er mal ein oder 2 Schiffe auf meinem Kontor und das schafft mein Flaggschiff locker.Während ich also versuchte mich auf die Endschlacht vorzutreiben, machte mein Flaggschiff das mal eben nebenbei.
Also schaue ich mit großen Augen, wie die Mission endet und erlebe wieder einen dieser Momente... dieser Das kann doch nicht ihr ernst sein, Moment. Bei der Beerdigung meines Vaters, war niemand da. Bei meinem Onkel hingegen, dem Verräter und größtem Arsch, da kommen sie alle an, sogar die Königin selbst, diese jedoch findet die Beerdigung mehr amüsant und zum Lachen. Fremdschämen hoch 3, aber gut so ganz Unrecht hat die gute Frau nun auch wieder nicht.

Ich war ehrlich noch nie so froh eine Kampagne hinter mich gebracht zu haben, wollte mich nun in ein Endlosspiel stürzen. Doch auch diese Freude blieb mir verwehrt. Den auf der Insel, die ich mir seit Stunden zurück zu erkämpfen versuchte, stand nichts mehr, nur noch Ruinen. Gut die Riesen Kathedrale ohne jeglichen Sinn, die war noch da und auch wegmachen kann man die nicht, damit waren mal eben 1/5 der Insel von etwas belegt was man NICHT BRAUCHT! Und ach ja das Gerichtsgebäude, was eigentlich damit? Den abreißen konnte man das auch nicht.
Danke, vielen Dank für diesen erneuten und letzten WTF-Moment bevor ich auf den *Zurück zum Hauptbildschirm* Button drückte, nur damit mir dann der kalte Schweiß ausbrach. Für die Errungenschaften MUSS ich das ja noch 2 mal spielen! Nein danke, wirklich nicht. Und dann dachte ich an Tim, wie er vor seinem PC saß sich auf die Schulter klopfte und dachte *ich bin ein Genie*. Danke Tim!
"Es fehlt an Nahrung!" oder "Es mangelt an Schmuck!" -> Die solln sich mal nicht so anstellen. Was machen die auch mit ihrem Schmuck? Ihr Essen würzen?

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Re: Ivys Anno Blog - Gedanken und Hoffnungen einer Annobekloppten

Beitrag von Longstreet » 5. Juni 2019, 07:38

Was soll ich sagen: Danke Littlekey...

Das trifft so in etwa auch mein Erleben.... wobei ich mit dem Feuerkult noch halbwegs leben konnte. Aber das Ende! Hallo? Die Brut kommt in die alte Welt, stellt sich vor ein Kontor (bzw. DAS Kontor) und lässt sich nach und nach wegbomben. Im zweiten Spiel habe ich die Flotte vor mein Kontor gelockt und die Kanonen dort haben dann nahezu alles erledigt.

Die Aufgabe mit den Investoren auf Bright Sands habe ich dann ausgeschlagen.....

Die Suche nach dem Kult in der neuen Welt, die Befreiung der Gefangenen.... das ist alles noch ganz ok und im Takt. Man denkt immer wieder: oha, welche Aufgabe mag noch kommen. Und dann stürzt die Dramatik doch erheblich ab. Wirkt in der Tat sehr hingerotzt. Das Geheimnisvolle des Kultes ist so schnell "geklärt" und die Truppe weggeräumt... schade.

cyankalium
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Re: Ivys Anno Blog - Gedanken und Hoffnungen einer Annobekloppten

Beitrag von cyankalium » 9. Juni 2019, 11:10

Echt toll geschrieben! Du sprichst mir da weitesgehend aus der Seele und das Lesen hat auf jeden Fall mehr Freude bereitet als die Story der Kampagne ;-) Bitte mehr davon!

Da sich Anno ja schon immer auf das Endlosspiel konzentriert hat, finde ich es jedoch zum Glück nicht allzu tragisch. Die konstruierten Wendungen und vorallem das abrupte Ende haben mich auch negativ überrascht. Die Königin als eine pubertierende Zicke darzustellen war etwas deplaziert.

Ich empfand auch keine Motivation die Kampagne bis zu den Ingenieuren oder gar Investorenn fortzuführen. Eigentlich hätte ich eine Storyline bis zur höchsten Zivilisationsstufe oder der Weltausstellung als selbstverständlich beztrachtet. Ein mehrfaches Durchspielen, wegen den - für mich - uninteressanten Uplay Errungenschaften kommt erst recht nicht in Frage. Die Errungenschaften / das Edelsteinsammeln aus 1404 waren da deutlich motivierender.

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