Humankind wurde veröffentlicht - Eure ersten Eindrücke?

Von der Steinzeit in die Moderne - erschafft eure eigene Zivilisation aus den größten Kulturen der Menschheit. Sammelt Ruhm durch große Errungenschaften und geht so in die Geschichte ein
Coraxcor
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Re: Humankind wurde veröffentlicht - Eure ersten Eindrücke?

Beitrag von Coraxcor »

Ich find Humankind ziemlich gut gelungen, aber es ist gerade sehr frustierend und schwer.

Kulturen und Zivilisationsidentität

Doch bevor ich zu dem frustrierenden Teil komme zuerst noch etwas Anderes. Das mit dem Wechsel der Kulturen ist ein richtig schönes Feature, aber irgendwie geht die Identität seiner und der andere Zivilisationen verloren. Es gibt Farben und einen Avatar, aber erst bin ich Chinesen, dann Perser, dann Normannen und dann Franzosen die mit ihren Nachbarn, "den Lilanen" ständig aneinander geraten. Warum muss ich die Leute die ich hasse plötzlich anders nennen und es irritiert jetzt einen anderen Namen zu führen. Vielleicht hätte man sich da etwas aus älteren Civ-Teilen abschauen sollen, wo man seinen Zivilisationsnamen selber festlegt. :D Okey, die Texte waren dann immer komisch zu lesen.

Schlachten und Bugs

Breaking Bugs hatte ich bisher noch nicht, aber es wäre beinah 2 oder 3 mal in Schlachten hängen geblieben. Dann erwartet die Runde, dass eine Einheit noch etwas macht, aber sie macht nix oder die Buttons zum weitermachen funktionieren nicht. Bisher kam ich aber zum Glück immer irgendwie raus und weiter.
Die Schlachten sind es auch, wo die meisten Bugs auftreten.
Ich hab mal eine Stadt belagert die so in die Felsen gebaut war, dass meine Einheiten auf einer Erhöhung vor einem niedrigeren Feld mit Stadtmauer standen und Feinde raus und ich reinrennen konnte. Nachdem meine Belagergungswaffen aber die Mauern zerstört hatten, konnte gar keine Einheit mehr zwischen diesen beiden Feldern laufen und diese Stadt hatte nur 2 valide Felder um sie zu betreten.

Höhenlevel

Generell ist es manchmal schwierig zu erkennen, was ist eine Erhöhung und kann ich mich zwischen denen bewegen? Das man um ein paar Grad per Q und E drehen kann ist leider nicht ausreichend um das zu erkennen. Je nach Gelände, Optik und Bebaubung, keine Chance. Hinzu kommt das die Bewegung in Schlachten manchmal bugged und einmal will die Einheit den Weg laufen, ein andermal nicht. Der Vorschlag wie eine Einheit einen Weg laufen würde führt auch manchmal 3 Runden um eine belagerte Stadt rum obwohl ich sie manuell mit direkt ins Nachbarfeld über die Mauer schieben kann.

Drittstaaten / Stadtstaaten

Ein weiterer Bug ist die Ansicht der "Drittstaaten"/"Stadtstaaten", also die mit dem Mäzenatentum.
Die aktualisiert sich manchmal nicht und zeigt falschen Fortschritt an. Als ich den neuen Kontinent fand und erkundete, gab es 5 dieser Staaten und ich klickte alle durch. Der Fortschritt der KI dort wurde manchmal beim Durchklicken nicht angepasst sondern von einem alten übernommen und es sah so aus, als hätte eine KI schon überall 100 %. Eine runde später sah das anders aus, da war nur bei 1 Staat 100 %, bei den anderen nicht.

Ich weiss nicht ob das ein Bug oder ein Kulturbonus ist, aber bei dem neuen Kontinent den ich zuerst entdeckt und auf dem wirklich noch keine andere Einheit oder Bezirk war, hatte eine KI schon zu jedem Staat Punkte und Beziehungen. So schnappte die KI mir dann 2 der Staaten per Unterwerfung vor der Nase weg ohne jemals auf dem Kontinent gewesen zu sein und hatte damit eine gewaltige militärische Macht vor Ort. Das geschah allerdings auch erst, nachdem ich dort meine erste Stadt auf diesem Kontinent gegründet hab.

Generell finde ich die Unterwerfung von Staaten zu einfach. Man muss nur Geld oder Einfluss reinpumpen, ein paar Runden warten und et voíla. Das macht diese Staaten nur zur Beute oder einer schnellen Stadt. So ein System wie bei Civ 6 wäre das besser, halt mehr Aufwand, vielleicht auch Quests "vernichte erst Stadtstaat x und wir treten deinem Reich bei".

Ruhmespunkte und Gewinnbedingung

Was das Spiel frustrierend und schwer macht, ist das Ruhmespunkte System.
Dazu muss man sagen, das das meine erste kennenlern Partie ist und ich praktisch Steinzeit und Antike nicht optimal genutzt habe und viele Mechaniken erst erlernt habe. Aber seit der Antike liegen mehrere KIs mit ihren Ruhmpunkten immer so ca. um den Faktor 2 vor mir und sie scheinen unheinholbar zu sein. Das man das Blatt für einen Latecomer nicht mehr wenden kann würde ich schade finden. Das würde bedeuten, wenn man in der Jungsteinzeit schon nicht das Optimum hinbekommt, dass man besser neustarten sollte.

Ich bin gerade im Industriezeitalter angekommen nachdem ich durch die frühen Neuzeit nur so durchgehechtet bin. Sterne in Einfluss und Geld kann ich abschreiben.

1. Stern Einfluss: 94,1 k - habe 52.3k + 725 pro Runde (120 fehlen wegen Strafe weil über Stadtlimit)
1. Stern Geld: 107k - habe 15.4 k +545 pro Runde
(Schwierigkeitsgrad: Imperium)

hab zwar schon massiv das Blatt gewendet und wirtschaftlich und wissenschaftlich läuft es gut, aber das sind Abstände die ich nicht mehr aufholen kann.
Kann mich entweder auf Geld oder Einfluss oder Forschung oder Kulturwunder oder Krieg konzentrieren. Die KI kann anscheinend alles gleichzeitig.
Vergleiche ich den Output der eroberten KI Städte mit denen meiner, stelle ich fest, dass die auch nur mit Wasser kochen und meine Stadtführung jetzt nicht schlechter sondern eher besser ist.

Fehler habe ich auch schon erkannt die ich gemacht habe und anders machen würde, aber aufzuholen scheint nicht mehr möglich. Und das versuche ich schon seit dem Mittelalter als ich als Normanne Kriege begann und KI schwächen wollte indem ich ihnen etliche Städte entriss.

Dabei ist mir beim einrichten meines Personas aufgefallen, dass man der KI einen Vorteil geben kann, dass die einfach mal +30% Ruhmespunkte bekommt.

Neuer Kontinent und späte Stadtgründung

Sehr gut hingegen find ich die Sache mit dem neuen Kontinent den man erst finden muss und von keinem Spieler oder KI besiedelt ist, ausser von Stadtstaaten.

Dabei unterstützt einen die Technologie Feudalismus mit Koloniemodell (Stadt beginnt mit 3 Einwohner, 140 Industriepunkte zum Sofortbau und "allen Infrastrukturen der Epoche I und II"!!!).
Das macht es sehr bequem und lohnend später noch eigene Städte zu gründen. Das kann man dann später noch mit Dreimaster und Dampfmaschine verbessern.

Einfluss in Gebiete

Ich versteh das System nicht, wenn man seinen Einfluss im eigenen Gebiet verliert oder Einfluss in einem Feindgebiet gewinnt scheint das keine Auswirkungen zu haben. Oder?
Das System wird kaum erklärt und scheint an ein altes Einflussystem von Civ angelehnt zu sein, aber nicht ausgearbeitet worden zu sein.
Warum kommen aus dem Nebel von einem unbekannten Kontinent Einfluss einer KI auf meine Zivilisation die ich nicht kenne?

Religionen

Ist ebenfalls nur an Religionen aus Civ angelehnt und drin damit es drin ist, aber schön ist es nicht.
Versteh nicht was genau da passiert, hab keinen Bezug dazu und man kann mit Dogmen seiner Religion nutzen um sich schön zu Buffen, aber sonst ist diese Feature irgendwie auch noch nicht ganz ausgearbeitet.

Fazit

Alles in allem find ich es ein sehr schöne Alternative zu Civilization.

Es steht nur in Konkurrenz zu Civ und muss deshalb vieles bieten, was Civ in jahrelanger Entwicklung eingefügt und ausgearbeit hat. Humankind ist deshalb sehr breit aufgestellt aber vieles wirkt noch unrund, schwer zu verstehen oder einfach recht oberflächlich.
Aber bereits jetzt hat es diesen "nur noch 1 Runde Effekt" und das ist schon mal ein sehr gutes Zeichen. :D

[Edit]
Meine Partie endet nun 86 Runden vor offiziellem Spielende, weil die KI in einer Seeschlacht die Transportschiffe nicht bewegen mag / kann aber auch nicht die Runde beendet und damit die Partie in einer unbeendbaren Schlacht hängt.
Neuladen löst es nicht.

Dann kann ich auch noch hinzufügen, jetzt ist die Umweltverschmutzung als Mechanik hinzu gekommen: Bahnhof.
Der Bahnhof startet es und soviel verstehe ich auch davon. Es steigt ein Wert, keine Ahnung was der macht, welche Schwellenwerte der hat und wie die Auswirkungen. Es ist einfach plötzlich ein Wert dazu gekommen "und das ist die Umweltverschmutzung".
Ob und wie man dagegen halten kann, weiss ich nicht.
Bei dem Event zum Klimawandel, nicht leugnen, das hat richtig krasse Auswirkungen. :D
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Aleksander
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Re: Humankind wurde veröffentlicht - Eure ersten Eindrücke?

Beitrag von Aleksander »

Habe eben meine zweite Runde Humankind abgeschlossen und muss doch leider sagen, dass auch auf Schwierigkeit Zivilisation man schon ab der Renaissance (aka Frühe Neuzeit) die KI gut hinter sich lassen kann was alle Bereiche außer Ruhm angeht. Der Ruhm folgt dann spätestens ab dem Industriezeitalter. Besonders stark finde ich nach wie vor die Spezialfähigkeit der Wissenschaftsvölker. 3-4 produktionsstarke Städte für 20 Runden zum Forschen abstellen und man springt vom weit abgeschlagenen Neandertal-Volk (Zuvor zwei kriegerische Völker gespielt) an allen vorbei zum modernen Raketenwissenschaftler. Teilweise fliegen da 4-5 Technologien die Runde durch.

Explodierende Erträge
Bei mir war insbesondere die Kombination der Briten (riesiges Volk) + Joseon (Wissenschaft im Überfluss) eine sehr starke Kombination. Auch die Boni durch die Handelsgüter sind meiner Meinung nach viel zu stark. Man hat so oder so schon einen sehr exponentialen Anstieg an Produktion etc. Aber mit Frieden zu allen Völkern und eingekauften Handelsgütern bekommt man solch einen Pusch. Nach einem großen Krieg (Mittelalter - Anfang Renaisssance) stehe ich mit der KI meist auf einer Stufe. Durch den darauffolgenden Frieden und den Handelsgütern verdoppeln sich Produktion, Wissenschaft und Gold oder Einfluss (je nach Ausrichtung) zu den KI Gegnern in ca. 20-30 Runden. Gerade die Handelgüter mit "+xx% auf Ertrag" oder "+xx je Distrikt" vervielfachen den Output.

Infrastruktur aka Gebäude
Die Infrastruktur in den Städten folgt einem ähnlichen Problem. Die Entscheidung, welche Infrastruktur man baut ist eher langweilig. Dafür potentieren sich die erwirtschafteten Beiträge gegen Ende sehr schnell. Teils produziert man so viel, dass 4-5 Distrikte die Runde fertiggestellt werden. Hinzu kommen noch Technologien, welche die Distrikt-Baukosten auch noch senken :-O . Da wünscht man sich schon mal ein Flächenfülltool um Distrikte zu bauen. Ganz krass sieht man das Problem der Gebäude auch bei spät entstandenen Siedlungen auf Inseln, die bereits über alle Gebäude verfügen und teilweise dann sogar heftigeren Output generieren als Städte auf dem alten Kontinent. Wo auf der Insel noch kaum Distrikte gebaut wurden.

Stabilität!?
Der begrenzende Faktor "Stabilität" ist mir in beiden Partien auch kaum aufgefallen. Gerade ab der "frühen Neuzeit" wird man durch viele Faktoren mit Stabilität zugemüllt, dass man gar nicht so große Städte / so viele Distrikte bauen kann um die Stabilität unter 100% zu drücken. Irgendwas muss da noch buggy sein. Gerade bei dem letzten Spiel habe ich kein einziges Vergnügungsviertel gebaut.

Völkerwahl
Vielleicht liegt das so schnelle Wachstum an allen auch an der Wahl der Völker. Ich hatte beim zweiten Spiel folgende Kombi:
- Mykener: schöner Stabi-Bonus auf ihren Symboldistrikt (+15), welcher auch ein Produktionsviertel und Einheitenerstellpunkt ist. So ließen sich schnell Außenposten gründen und auch verteidigen.
- achä...dingens :-?? Perser: haben das Vermächtnis +10 Stabi auf Stadt oder Außenposten und +2 Städtebegrenzung
- Angelsachen: Um meine vielen Städte schnell mit Bevölkerung zu füllen und neue Einheiten rekrutieren zu können (die ich gar nicht mehr gebraucht habe). Die Festung hat übrigens auch wieder stabi (+5) :-?
- Joseon: Ab hier sind alle Erträge spätestens explodiert. Soewon gibt +1 Wissenschaft je Wissenschaftler bei einer sehr großen Bevölkerung und Städten mit 4-5 Gebieten.
- Perser: Hauptsächlich weil ich jede Volkaffinität in dem Spiel nur einmal spielen wollte. Also jetzt eine bauorienterte Kultur. Das symbolische Gebäude sollte hauptsächlich Gold erzeugen (als Schmiedeviertel). Meine haben ~30-60 Gold produziert, aber meistens mehr Produktion (bis um die 80) was nur durch benachbarte Schmiedeviertel kommen konnte.
- Ägypter: Weil mir der Einfluss nicht so explodiert ist, wie die anderen Erträge. Hat durch das Vermächtnis (+4 Einfluss) je symbolischer Bezirk auch einen netten Push gegeben.

Fazit
Nach den Erfahrungen der Beta hat Amplitude schon einiges gegen das exponentielle Wachstum der Werte getan, aber an so manchen Stellen leider nicht genug. Ehrlich gesagt fände ich eine Begrenzung für Distrikte, symbolische Distrikte und Infrastruktur eine gute Idee. An für sich könnte man die Infrastruktur auch getrost weglassen. Und Handelswaren sollten einen festen Bonus geben und keine %-Steigerungen.

Edit: Die Bugs welche den Fortschritt im Spiel verhindern, sollte man vielleicht direkt mit entsprechenden Fehlerbericht im games2gether-forum melden. Das unterstützt die Entwickler den Fehler besser lokalisieren zu können.
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DonDottore
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Re: Humankind wurde veröffentlicht - Eure ersten Eindrücke?

Beitrag von DonDottore »

Möchte hier auch gern die Gelegenheit nutzen ein paar Worte zum Spiel loszuwerden.

Ich kannte Humandkind bisher nur von WBs Streams/Videos, habe also keinerlei Beta davon gespielt. Als Civ-Fan war es dann fast ein Pflichtkauf, aber ich muss sagen, ich bin im Großen und Ganzen sehr enttäuscht.

Im Vergleich zu Civ wirkt Humandkind sehr viel komplexer und unübersichtlicher, was mir beides nicht gut gefällt. Es fehlt zum Beispiel eine Minimap. Ich finde es auch nicht schön, dass das Spiel mich in der Anzahl meiner Städte begrenzt. Loretechnisch kann ich das zwar verstehen, aber in Civ kann ich auch so viele Städte gründen wie ich mag. Einzig die Loyalität spielt in Civ eine begrenzende Rolle. Grafisch sieht Humandkind durchaus gut aus und auch der Soundtrack ist gut. Das Wechseln in verschiedene Kulturen ist auch etwas, womit ich wohl erst noch warm werden muss. Klar, genau dieser Punkt macht Humandkind aus und das wusste ich auch vorher, aber irgendwie fühlt es sich komisch an zuerst Ägypter zu spielen und dann irgendwann zu sagen, ach komm, ich werde jetzt mal Holländer.
SirWinston
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Re: Humankind wurde veröffentlicht - Eure ersten Eindrücke?

Beitrag von SirWinston »

Ich habe nun auch meine erste Runde Humankind beendet. Da ich vorher nur die erste OpenDev selbst gespielt hatte, war ich zu vorsichtig und habe nur auf Nation gespielt.

Meinen Startkontinent musste ich mit zwei anderen Völkern teilen. Eins davon war recht schnell erobert, das andere habe ich mit ein paar Scharmützeln unterdrückt.
Bis etwa Runde 100 war das interesssant. Ab da war ich so weit voraus, dass ich mich nur noch durchklicken brauchte. Dabei war es auch total egal, dass ich mit völlig
veralteten Einheiten spielen musste, da ich für Upgrades zwingend zwei Salpeter benötigt hätte, mir aber lange eins davon fehlte.
Bis etrwa Runde 150 habe ich meine Städte noch vernünftig aufgebaut und solide wachsen lassen. Danch habe ich alles nur noch in Wissenschaft gesteckt und den
Techtree durchpflügt ohne auch nur eine modernere Einheit zu bauen.

Im Grunde reduziert sich Humankind für mich ähnlich wie die Endless Spiele darauf, die Resourcenstapel Nahrung, Industrie, Geld, Wissenschaft möglichst ertragreich
wachsen zu lassen. Dabei etwas drauf achten, dass Stabilität und Einfluss nicht aus dem Ruder laufen. That's it.

Zusammengefasst muss ich sagen, dass die Partie ab Rund 100 stinklangweilig war. Das muss ich jetzt erst mal sacken lassen. Richtig Lust auf eine zweite Partie
habe ich gerade nicht. Mit ein paar Tagen Abstand werde ich aber noch mal einen Anlauf starten. Dann aber auf einem der beiden höchsten Stufen.
Spoiler für So sehen Sieger aus:
Bild
Nachtrag zur zweiten Runde:
Die zweite Runde habe ich auf der zweithöchsten Stufe begonnen. Habe mich von Beginn an mit allen KIs gutgestellt. Mit fünf von sechs habe ich eine Allilanz.
Nun bin ich in Runde 135 in der frühen Neuzeit, führe das Feld schon wieder seit ca. Runde 100 an und bin an dem Punkt angelangt, wo ich mich wieder nur noch durchklicken müsste - schade.
Ich denke nicht, dass das einer besonderen Leistung von mir geschuldet ist. Ich habe lediglich beim Platzieren der Bezirke stark auf die Synergien geachtet und alle möglich Luxusgütern von der
KI gekauft, um die Stabilität in den Städten hoch zu halten.
Meiner Meinung nach verhält sich die KI zu passiv. Wo mich in Civ ein Trajan zu Beginn von der Karte gewischt hätte, lässt mich ein Beowulf und ein Agamemnon in Ruhe vor mich hin puzzeln.
Zuletzt geändert von SirWinston am 25. August 2021, 12:39, insgesamt 1-mal geändert.
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ruuns
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Re: Humankind wurde veröffentlicht - Eure ersten Eindrücke?

Beitrag von ruuns »

Ich hab jetzt auch meine erste Runde beendet auf einer kleinen Map, 4 AI Spieler (nur fortgeschrittene KIs, keiner auf Expert), Schwierigkeitsgrad "Menschheit" und die Geschwindigkeit auf Blitz.
Mich hat die KI komplett zerstört :D Ich bin allerdings auch kein wirklicher 4X Experte.

Ich hatte in meiner Nomadenphase gutes Glück, da die nächstliegenden Harappaner doch ca 8 Terrritorien entfernt waren.
So konnte ich relativ fix 3 Städte mit jeweils 2-3 angebunden Territorien hochziehen mit Phönizer + Mayas. Als ich paar Einheiten hatte (Maya's Speerwerfer) und die Grenzen mit Garnisonen abgesicherte, hat mich die KI weitgehend in Ruhe gelassen.
Allerdings hatte ich das Gefühl, dass sie mich in der Phase nicht wirklich als konkurrierenden "Gegner" wahrgenommen hat. Die Städte der Harappar (nachher Kelten/Angelsachsen) waren eigentlich immer 1-2 Epochenwechsel schneller als ich. Während meine Städte bei ca. 10 Bürgern rumdümpelten, war mein Nachbar schon bei ca 30 Bürger. Nachher in der Frühen Neuzeit + Industriezeitalter warn die Städte alle ausgebaut über 100 Bürgern. Das hatte mich in der Phase massiv abgeschreckt. Den Traum einer eigenen Religion konnte ich hier hoffnungslos begraben, da ich nie mit deren Anzahl an Gläubigen mithalten konnte.

Währenddessen war die KI mit Fokus auf Nahrung eher beschäftigt, einen Krieg gegen eine andere KI auf der anderen Seite des Kontinents zu gewinnen. Ich konnte mir das zu Nutze machen, indem ich eine Allianz mit dieser Partei geschmiedet habe (dass war auch sehr lustig, da sie mich laut Diplomatiestatus "beschützen" wollte). So konnte ich nochmal zwei Territorien plündern und gewinnen, da die Harappa weitgehend ihr starkes Militär an der anderen Grenze verpulverten. Ich war allerdings technologisch hier schon hoffnungslos unterlegen und konnte mich nur dank guter Produktion mit Masse an Einheiten über Wasser halten (Ich feiere immer noch meine 12 Armbrustschützen + 8 Schwert/Jaguarkrieger, die sich später gegen ein einziges Schweres MG wehren mussten).

Irgendwann war der Krieg vorbei und ich wollte mal solangsam das Zeitalter der Industrie und Gegenwart erreichen. Dann kam mir allerdings die 3. KI in der Quere. Mit einer falschen Freundlichkeit hat sich mich diplomatisch begrüßt und wünschte sich Handelsverträge. 10 Runden später empfand ich diese Geste nur noch als Häme, als auf einmal deren Umweltverschmutzung zu einem gewaltigen Problem auf der Welte wurde. Als dann die Stabilität massiv in allen Städten eingebrochen ist und die ersten Revolten begannen, war es das mit dem Wirtschaftswunder gewesen. Danach warn die 75 Runden zu Ende, die ich dann als Italiener auf dem letzten Platz abgeschlossen hab.

Während dieser Partie sind mir folgende Eindrücke hängengeblieben:
* Grafisch ist das Spiel ein Fest. Über die Welt wurde bestimmt schon alles gesagt. Positiv empfand ich zusätzlich, dass sich Amplitude die Zeit genommen hat fast alle Standardeinheiten an jede Kultur innerhalb einer Epoche anzupassen. Ein Schwertkämpfer der Maya sieht komplett anders aus im Vergleich zu einem römischen Schwertkämpfer. Ich finde das schon beeindruckend, da es nicht gerade wenige Kulturen gibt. Das war bestimmt enorm viel Arbeit für die Grafikdesigner für ein kleines Detail. Ich konnte aber auch das Spiel auf maximalen Details mit einer Auflösung von 2560x1440 genießen dank einer nicht günstigen GeForce RTX 2070 Super.

* Die Rundenkämpfe warn super. Da ich meist eh immer technologisch unterlegen war, musste ich jede Stelle des Gelände irgendwie mir zu Nutze machen. Allerdings bin ich hier auf den einen oder anderen Bug gestossen. (Ein Reiter konnte auf einmal eine Runde durch Mauern laufen, manchmal konnte eine Einheit aus unbekannten Grund nicht angreifen, Hängengeblieben weil die KI nicht mehr einen Zug ausgeführt hat).

* Beim Civic System (Im Deutschen: "Verordnungen) würde ich mir etwas mehr Planbarkeit wünschen. Gefühlt sind neue Verordnung/Politiken immer nur zufällig wie so ein Event erschienen. Es wäre hilfreicher im Voraus zu wissen, wie man alle Vordnungen freischalten kann, so dass man gezielt vom Start darauf hinarbeiten kann. (Ähnlich wie in Civ mit dem kulturellen Technologiebaum).

* Beim Erstellen der Partie ist mir am Anfang häufig das Spiel im Ladevorgang hängengeblieben. Ich vermute, der Kartengenerator hat hier noch Bug, der nur bei manchen Paramaterkonstellationen zum Tragen kommt. Das Problem konnte ich umgehen, in dem ich die Map-Parameter etwas variert habe.

* In der Partie wurde ein "unabhängiger" Nachbarstaat von der KI bestimmt 20 Runden belagert. Dabei war das Stärkeverhältnis ca. 300 vs 7 relativ klar und ich hab keine Ahnung, warum die KI hier solange gebraucht hat. Für mich war das in der Phase ungünstig, da ich dort meine Truppen nicht abziehen konnte. Es war auch ärgerlich, dass ich in den Kampf auch nicht eingreifen konnte, um die große Bedrohung zu dezimieren.
Ando
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Re: Humankind wurde veröffentlicht - Eure ersten Eindrücke?

Beitrag von Ando »

Hallo :)
Ich habe nun auch meine ersten Partien beendet und möchte daher meinen Eindruck zu dem Spiel auch weitergeben:

Spiel 1:
Ich habe zuerst auf "Metropolis" (Stufe 3/7) mit 5 KI Gegnern (Normal + Advanced) auf einer 8 Spieler Karte begonnen. Rundenlimit 450 Runden. (mittlere Länge)
Das Spiel war ein komplett passives Aufbauspiel. Ich lag zu jederzeit mit den Ruhmpunkten vorne und ab Zeitalter 3 hatte ich immer 2-3x so viel wie der 2.
Im Grunde war es ein unterhaltsamer City Builder. Kein Druck, keine Bedrohungen, keine Gefahren, kein Risiko zu verlieren. Habe einfach lustig vor mich hin gebaut. Es war sehr nett zum kennenlernen und hat Spaß gemacht.

Spiel 2:
Da ich aus dieser Runde nun aber noch nicht das Spiel wirklich bewerten konnte und eine Herausforderung doch auch schön ist, bin ich danach auf die Stufe Empire (5/7) gegangen, 9 Ki Spieler (Normal + Advanced) auf einer 10 Spieler Map. Weil wenn groß, dann richtig! Also auch das Rundenlimit auf 600 gestellt, auch da ich im letzten Spiel in der Mitte der Moderne schon fertig war und daher die ganzen späteren Features garnicht erst erreichen konnte (Mondlandung etc.)
Hier gab es einen Ki Spieler der mir die hälfte des Spiels 1 Zeitalter vorraus war. Jedoch in Ruhmespunkten immer hinter mir lag. Alle anderen KI's waren wieder sehr weit hinten.
Auch hier kein Druck, keine Bedrohung durch die Ki. Konnte gemütlich in meinem Tempo spielen und musste nie sorge haben, dass mir irgendwer gefährlich wird, oder in Ruhmpunkten an mir vorbei zieht.
Krieg gab es dann auch, da ich ihn angezettelt hatte um mal das Kampfsystem auszuprobieren.
Das Rundenlimit auf 600 zu stellen war jedoch ein großer Fehler. Die letzten ~100 Runden waren einfach nur eine Qual. Langweiliges und zähes durchklicken durch die Runden.. Es gab einfach nichts wirklich zu tun. Und Kriege war ich so überliegen, da die KI ihre Einheiten nicht upgradet, dass auch das kein Spaß war.
Bei Runde ~540 landere ich dann auf dem Mars und war verdammt froh, dass es endlich vorbei war.

Spiel 3:

Danach hatte ich gesehen, dass es ja auch Experten KI's gibt. Also das Ausprobiert. Vielleicht nutzt die KI hier ja die Mechaniken. Also der KI eine neue Chance gegeben und auf in Runde 3!
Alle 5 Experten KI's eingepackt. 8 Spieler Map und wieder zurück auf 450 Runden Limit. Da die KI schwerer ist, habe ich die Schwierigkeit auf Emprie belassen.

Hier war der Beginn schon spannender. Ich lag im Mittelfeld. ~2-3 Nationen meist vor mir in der Stufe und in Ruhmespunkten.
Die Ki schoss nur so durch die Zeitalter und ich musste richtig Gas geben um da zumindest einigermaßen mithalten zu können. So viele Sterne sammeln wie ich zuvor wollte? Fehlanzeige.
Wechsel ist möglich und kein Stern in den nächstne 5 Runden machbar? Ok sofort Ziv wechsel!
Dadurch war die ganze erste Hälfte des Spiel sehr gehetzt, aber es entstand auch ein richtiger Wettkampf – zumindest auf dem Papier anhand der Ruhmpunkte Anzeige.

Aber auch hier:
Ki weiterhin passiv, keine Aggresion in meine Richtung. Nutzt die Grollmechanik nicht. Sie tut generell eigentlich nichts, kämpft ein bisschen unter sich und existiert sonst einfach vor sich hin. Eigentlich kein Unterschied zu den freien Städten.. Ach und sie sammelt Ruhmpunkte.
Zumindest die eine Ki weil die war fast von Anfang an 2-3k Punkte vor mir. Erst 9 Runden vor schluss konnte ich sie einholen und noch gewinnen.

Wobei ich mich Frage wie diese eine KI das gemacht hat. Ab dem Vorletzten Zeitalter habe ich ihn ständig angegriffen wenn möglich, sein Reich fast komplett erobert. Und er hatte nie mehr Produktion/Nahrung/Gold/Wissenschalt als ich... Außerdem hatte er immer nur die Mindest Anzahl Sterne. Also tippe ich mal auf große Ruhmboni..
Das war für mich dann doch etwas übertrieben. Spannung schön und gut. Aber eine ca. Vernichtete Nation hält sich ewig auf Platz 1 obwohl sie (wie sich in der Endstatistik zeigte) Von beginn an nirgends viel besser und ab der Mitte überall viel schlechter ist, ist dann doch was zu viel des guten.. Mogeln und Boosten gerne, aber boostet ihre Produktion usw! ned den Ruhm... Eine KI die nichts kann, nichts tut, einfach ned mithalten kann in Ressourcen, aber Ruhm geschenkt bekommt, finde ich nicht gut. Schenkt ihr Nahrung, Gold, Wissenschaft und Produktion. Dann wird sie stärker und kommt an Ruhm!

Alles in allem aber eine spannendere Runde, aber auch leider etwas gehetzt und damit der schönste Teil zu kurz gekommen.

Also hier passt für mich das generelle Balancing noch nicht. Müsste hier noch weiter rumexperimentieren um eine Mischung aus Spiel/KI Schwierigkeit zu finden die mir Spaß macht.
Generlles KI Verhalten zu schlecht in allen 3 Runden.
Aber der Boni der einen KI viel zu stark. Hinweis: es war nur die eine KI. Die eine Hälfte spielte von Anfang an keine Rolle, die anderen 2 waren ausgeglichen und bis zu Zeitalter 4 ne schöne Konkurrenz. Also irgendwie ist hier das Balancing nicht so schön..

So... meine Meinung zu den Systemen an sich:

Militär:
Die Rundenkämpfe machen viel Spaß und sind ein richitges Highlight für mich.
Rundenbasiert, taktisch mit der Höhe und der Einheitenposition. Das macht Spaß, vor allem wenn 2 3 Armeen auf jeder Seite gleichzeitig kämpfen. Wenn die Armeen denn ca. Gleich stark sind. Ansonsten spielt das alles keine Rolle und man klickt sich nur mühsam durch. Oder lässt es dann besser gleich auswürfeln.

Kulturwechsel:
Sehr schöne Idee. Jedes Zeitalter neue Gebäude und Einheiten zu haben ist sehr schön.
Je nach Spielstil kann man die für sich passende Kultur wählen.
Ich habe es noch zu wenig gespielt um es richitg beurteilen zu können.. Aber man macht sich das Spiel viel schwerer/einfacher, je nachdem was man wählt.
Je nach Volkswahl kann man die Nahrung oder vor allem die Produktion einfach so unfassbar stark boosten, dass man einfach dermasen snowballed... :)
Also je nachdem was für eine Herausforderung man möchte, sollte man hier vll. Nicht direkt die besten Völker nehmen.
Für micht sind jedoch die Zeitalter nicht so gebalanced. Die Moderne ist die längste periode. Jedoch ist das Spiel vorbei bevor man hier wirklich an die Endmechaniken ran kommt. Und wenn man das Spiel länger macht, ist es zu zäh, als dass man es wirklich so lang spielen mag...
Generell fällt das Spiel ab Zeitalter 4/5 ca. Für mich stark ab. Der Spaß liegt in der ersten Hälfte.

Ki:
Schwierig..
Bzw naja. Sie ist nicht gut. Ich hab zwar nun nicht auf Civilisation oder Humankind gespielt. Vll. Ist es da anders. Aber das kann ich noch nicht beurteilen.
Komplett passiv und 0 Aggression gegen Spieler. Nutzt die komplette Groll Mechanik garnicht. Upgraded seine Einheiten schlecht. (Hunnische Reiter und Quadremen in der Moderne, ne sorry...)
Denke in den früheren Zeitealtern ist sie noch ein richtiger Gegner. Aber wenn man in der vormoderne oder der Moderne angreift mit aktuellen Truppen, dann ist die KI hier hoffnungslos unterlegen gewesen immer...
Generell ist sie komplett blass. Entwickelt für mich keine Persönlichkeit oder irgendeine Form von Character. Sie sind einfach nicht präsent, ob Ki Nation oder freie Stadt ist eigentlich kein Unterschied. Nur die einen haben einen Avatar (falls man sie anklickt) die andern nicht. Sie existieren eifach nur als Farbfleck auf der Karte... Durch den Baukasten avatar und die Kulturen Wechsel baut man keine richtige Beziehung zu ihnen auf. Das eine ist halt der blaue, das andere der grüne und ach joa.. Sie sind halt auch da.

Städte Bau
Anfangs Spaßig und schön komplex. mechanik macht Spaß. Ab der mitte nur random durchklicken, da man von allem so viel hat. Und einfach zu viel. Zu viel von allem..
Stabilität spielt Anfangs eine Rolle, danach hat man so viel davon, dass man tun und lassen kann was man möchte.

Mechanik generell:
Angenehm, da nicht so komplex wie zb. Ein Civ. Aber auch nicht super simpel. Trifft für mich einen schönen Mittelpunkt.
Aber... es ist sehr unübersichtlich und fehlen viele hilfreiche übersichten und erklärungen. (Handelsübersicht, Erklärung für die Hauptplatzgebäude wie groß der Boni nun ist, Kultureinfluss etc..)
Generell wirken sie auch nicht so ausgereift und einfach nicht fertig gedacht. Mehr dieses, alles muss erstmal rein. Ist nun drin. Und was man genau dann damit macht, zeigen dann vll. zukünftige Addons.

Religion:
Gibt paar Boni. Nett. Aber ansonsten tut es nichts und läuft halt so nebenbei mit.
Kann man zum Groll erzeugen nutzen. Hat mehr den "naja es musste halt mit rein" Charme.

Kultur:
Selbe wie die Religion, nur ohne Boni. ist da, tut nix und damit auch niemandem weh.
Undurchsichtig für mich. Versteh nicht ganz wie die Städte beeinflust werden zum Kutluren Wechsel. Was für Faktoren hier wie Stark eine Rolle spielen. Vll. Übersehe ich es auch.
Keinerlei Auswirkung, da die KI keine Ansprüche stellt. Es gibt keine Boni/Mali. Wenn man selsbt stark ist bekommt man von schwachen KI's die Städte reihenweise geschenkt.
Grundidee nett, aber wenn sie keiner nutzt...?

Freie Städte:
Ha, die hatte ich fast vergessen. Die Gabs ja auch noch.
Sie existieren. Man besticht sie, wartet kurz, dann existieren sie nicht mehr. Danke für die geschenkte Stadt, überall auf der Welt. Ähm ja.. :) Ebenso wie Religion/Kultur: "ist da, tut niemanden weh, geht ned im Weg um"

Edit:
Apropos vergessen (was schon alles sagt.. :) )... es gibt ja noch:
Handel
Es geht. Für strategische Ressourcen wichtig, um sich das schnell zu besorgen was einem fehlt.
Ki Kauft sich die Sachen bei einem selbst automatisch. Etwas undurchsichtig was genau es nun bringt.
Generell wie ein Supermarktbesuch. Man geht zur Ki, Nimmt alles mit was er so hat und nett aussieht. Und iwas bringt es dann schon :)
Es ist da, tut ned weh, wichtig zum Einheiten Upgrade, da man nie alles selbst haben kann. Ansonsten najo. Man kann, man muss ned, tut nix, aber auch ned weh.

Diplomatie
Kurz Handelsvertrag abschließen damit man sich alles holen kann. Macht die KI auch gerne.
Alles andere ist nur ein "wie bekomme ich nun Groll um dich angreifen zu können...., Bitte lehn das Angebot ab, damit ich nachtragend sein kann!" Ist ok. Ist vorhanden. Auch hier: Handel Wichtig. Ansonsten, man kann, man muss ned, es tut nix, aber auch ned weh :)

Bugs:
Bin ich nun auf keine großen gestoßen. Kampfvorschau stimmt meist nicht, einheiten stapeln sich nicht automatisch sondern wollen einen Extra klick. Anzeigen/Infos updaten sich nicht.
Aber das sind nur kleinigkeiten

Gesamt Fazit:

Humankind wirkt für mich wie ein Spiel wo man in erster Linie random, alles an Features, Ideen und Wünschen die einem in den Kopf kamen genommen und zusammengeworfen hätte. Und danach geschaut wie man daraus nun ein Spiel macht.
Es hat viele gute Ansätze und es klappt an vielen Stellen sehr gut. An einigen aber weniger. Die Mechaniken sind teils nicht fertig ausgereift und greifen auch nicht schön ineinander. Sie existieren einfach so unabhängig voneinander vor sich hin und man weis teils nicht genau was man damit tut. Aber sie tun keinem weh, also ignoriert man sie und es läuft halt so mit.
Manchmal wäre weniger dann doch mehr gewesen. Es ist ein guter Ansatz, aber es fehlt noch der Feinschliff und manches wirkt noch nicht so ganz durchdacht.

Die stärken des Spiels liegen für mich in der ersten Hälfte des Spiels. Dem Planen und Aufbauen seines angehenen Reiches und den Kämpfen gegen die dann noch ca. gleichstarke KI. Hier macht es einfach Spaß zu wachsen und auch die Stabilität spielt noch eine Rolle und man darf nicht zu schnell wachsen. Auch die Kämpfe sind spaßig und Anspruchsvoll. Bezirke bauen ist noch mit Planung verbunden. Es ist nicht alles so überladen und es ist einfach angehm und stimmungsvoll und macht viel Spaß.
Ab der hälfte kippt das für mich, da die KI zu schwach ist, die Mechaniken nicht nutzt und man selbst so stark in Produktion/Nahrung sein kann, dass man einfach nur explodiert und sich dann durch die Geäbude/Runden einfach nurnoch so durchklicken kann, ohne dass es groß eine Rolle spielt was man tut.
Ist es für mich der große Hit, das Spiel des Jahres, der Civ Konkurrent?
Auf keinen Fall.
Muss es das sein? Nein.
Kleine Randbemerkung:
Ich finde den Vergleich zu CIV auch falsch und es schürt falsche erwartungen. Es ist ein weiteres Spiel der Endless Reihe und spielt sich auch so. Es sieht auf den ersten Blick sehr ähnlich aus wie CIV. Sind für mich aber sehr utnerschiedliche Spiele.

Ist Humankind für mich ein gutes Spiel und macht Spaß? Auf jedenfall! Ich hatte die meiste Zeit über Spaß und habe es gerne gespielt.
Eine Partie dauert für mich ca. 6Stunden – also perfekt um ab und zu mal an nem Wochenende für eine Partie auszupacken.

Würde ich es für lange zeit bzw. Mehrfach nacheinander weiter spielen?
Nein, dazu ist es dann doch zu eintönig und generell zu blass alles.

Ich werde es nun erstmal ruhen lassen, auf den noch fehlenden Feinschliff warten und in ein paar Wochen sehr gerne wieder für die eine oder andere Runde zurück kommen. Denn Spaß, das hatte ich auf jedenfall. Das "nurnoch Eine Runde" Gefühl gelingt dem Spiel meist sehr gut :)
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Icefire

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Re: Humankind wurde veröffentlicht - Eure ersten Eindrücke?

Beitrag von Icefire »

Nach fast 70h geb ich dann auch mal meinen Senf dazu.

Bisher hab ich 6 Spiele bis ins Lategame gespielt und etliche Male die Anfangsphase gespielt. Auf jedenfall ist die Startposition für einen Erfolg sehr wichtig. Da, anders als in Civ6, man keine Spawntendenzen basierend auf dem Startvolk haben kann, weil das Volk ja nicht fest ist, können teilweise ganz wilde Startpositionen entstehen - von Wüsten, Tundren, absolut 0 Ressourcen und von der Ki eingesperrt auf ner Halbinsel war alles dabei.
Aber ordne ich mal das Ganze:

Völker/Kulturen

Hier muss auf jedenfall was gemacht werden. Während der Nutzen mancher Kulturen wirklich von der Spielsituation oder der Landschaft abhängig sind (was cool ist), sind andere absolut OP. Bei den Gegenwarts-Türken fällt das am Ehesten auf. Beim Völkerbonus bekommt man Nahrung ... ist ok. Aber der Spezialdistrikt hat bei seiner Fähigkeit mindestens ne Null zu viel abbekommen: +300% Forschung für jeden angrenzenden Forschungsdisktrikt + Forschung per Pop??? WTF? Ich habe mich nicht durch die Gegenwart entwickelt, ich bin mit Lichtgeschwindigkeit katapultiert worden. War ich vorher gerade noch mit der Forschung im Mittelfeld der Zivilisationen (ca. Industriezeitalter) hatte selbst die bessere Zivilisation keine Chance mehr. Ich konnte nicht mal den coolen Kram bauen, weil der veraltet war bevor auch nur 50% gebaut waren. Da blieb nur Zeit für Atomtests und Raumfahrt um noch Ruhm einzusammeln bevor ich am Ende des Techtrees bin und das Spiel beendet ist.
Weitere Völker, die überarbeitet oder hart generft werden müssen (nach meiner Erfahrung):
Sowjets (schon mal nen Langschwertkämpfer nen Panzer zersäbeln gesehen? - dank selbstbaubarer Luxusressource ... pro Gebiet)
Khmer (übertriebenes Produktionsmonster im Mittelalter - zu früh oder zu stark)
Zhou (5 Forschung pro angrenzenden Berg beim Distrikt in einem Zeitalter wo kein normaler Forschungsdistrikt existiert und - anders als bei Babylon - kein weiterer Distrikt nötig ist für eine Synergie)

Das ein paar Kulturen mal stärker oder schwächer sind als andere ist ja normal, aber das sind so die größten Ausreißer, die ich gefunden habe. Auffällig war nur noch, dass die Harappans von der KI immer als erstes genommen wird und immer mindestens eine KI vor dir aus der Steinzeit kommt. Auch den Druck aufzusteigen, weil die KI immer aufsteigt sobald sie kann, mag ich nicht so ganz. Da ist im Multiplayer mit ausschließlich menschlichen Spielern deutlich angenehmer.
Ansonsten hatte ich aber interessante Erlebnisse mit den verschiedensten Kulturen. Am meisten wird mir wohl in Erinnerung bleiben, wie ich auf ner riesigen Pangea-Map in der Mitte der Karte mit irrsinnig viel Wüste gestartet bin und das Antike Ägypten durch alle Zeitalter geführt habe, am Ende wirklich jede Zivilisation in meiner Mega-Allianz hatte und erfolgreich Richtung Mars aufgebrochen bin.

Der Sieg

Puh, schwierig. Einseits begrüße ich, dass man auf verschiedene Weisen Ruhm sammeln kann. Und auch, dass man am Ende nochmal aufholen kann mit Forschung, Welttaten usw. Aber irgendwie ist ein Punktescore nicht wirklich spannend. Man kann nicht spezifisch sagen, was einem zum Sieg verholfen kann. So entstehen keine so geilen Gefühle wie bei einem Sieg in Civ6. Und warum die Zeitalter Zwischensequenzen bekommen haben, aber nicht der Sieg, versteh ich so überhaupt gar nicht.

Forschung und Era-Sterne

Tja, warum nenne ich hier Era-Sterne und Forschung in Bezug zu einander? Weil in so ziemlich jeder Partie - auf langsameren Spielgeschwindigkeiten extremer als auf normaler - der Aufstieg in die nächste Era schneller war als ich mit der Forschung hinterher kam. Wenn ich die Zhou (siehe oben) genommen habe, dann hab ich noch ganz gut mithalten können bis zum Ende es Mittelalters, aber ab dann begann wurde es zu leicht die Era-Sterne für Distrikt-Bau und Bevölkerung auf Gold-Status zu kriegen (bei Kriegen durch Töten von Einheiten sogar noch schneller) und sowohl ich als auch die meisten KI hatten ähnliche Probleme mit der Forschung hinterher zu kommen. Auf Endlos-Geschwindigkeit war ich nach der Hälfte der Runden in der Gegenwarts-Era aber mit der Forschung noch im Mittelalter/Frühe Neuzeit. In späteren Zeitaltern könnte daher gerne etwas mehr für bestimmte Era-Sterne nötig sein.

KI

Die ist überraschend kompetent. Klar: Aussetzer hat die auch, aber in Schlachten verhält sie ich ganz gut und bewegt auch ihre Armeen häufig nachvollziehbar. Auch die Städte sind zu 50% sinnvoll zusammengebastelt auch wenn hier natürlich die KI-Boni ihr hilft trotz fehlender 50% Effizienz mitzuhalten oder gar davonzuziehen. Einziges wirkliches Problem ist das Upgraden der Armeen, das Ersetzen von verlorenen Armeen und Flotteneinsatz. Die ersten Zwei davon könnten an fehlenden strategischen Ressourcen liegen, deren Beschaffung (durch Eroberung oder Handel) dann von der KI nicht fokussiert wird - wäre ja ein guter Grund für die KI über ihre alten Bündnisse und Feinde nachzudenken.

Ressourcen

Was mich zu einem weiteren Punkt bringt.
Teilen wir das mal auf:
Luxusressourcen - Ich finde gut, dass diese häufig regional gruppiert sind, so dass ein Handel auch zwingend nötig ist. Es gibt jedoch zu Wenige - gerade auf großen bis riesigen Maps gibt es häufig riesige Landstriche ohne eine einzige Luxusressource. Auf einer riesigen Map hatte ich einen riesigen Neue-Welt-Kontinent, der hatte an der nördlichen Spitze 2 Perlenvorkommen und im Südwesten 3 Seidevorkommen - dazwischen gähnende Leere.
Auch die Buffs sind viel zu stark - vor allem, weil sie sich stacken lassen.
Strategische Ressourcen - Auch hier ist die Verteilung ein Problem. So kann es aktuell vorkommen, dass manche Ressourcen auf kleineren Maps gar nicht spawnen zB. Öl. Auch die Häufigkeit ist sehr unterschiedlich. Bronze, Eisen und Pferde sind ausreichend da, aber speziell Öl und Uran und manchmal Salpeter kommen so selten vor, dass das nächste Problem noch fokusiert wird: der Verbrauch. Das eine Einheit z.B. Kupfer und/oder Pferde braucht macht Sinn, aber warum braucht man für manche Einheiten mehr als ein Vorkommen? Sie wollen Musketiere? 2 Eisen und 2 Salpeter bitte. Sie haben nur 1 Salpeter und ihre Nachbarn wollen ihnen keines verkaufen - tja Pech gehabt. Was auch ein anderes Problem mit sich bringt: hast du eine neu Einheit erforscht, kannst du die Vorgänger-Einheit nicht mehr bauen. Ärgerlich wenn zB. die Artillerie erforscht wird (braucht Öl), aber der Mörser (braucht Salpeter) als Alternative ausfällt.
Auch hier ist das Stacken dieser Ressourcen durch bestimmte Gebäude überproportional stark (5 Produktion pro Kupfer ist am Anfang echt stark, wenn du das Zeug überall einkaufst - selbes mit Pferden für Nahrung)

Verschmelzen von Städten

Kurz und knapp: zu teuer. Gerade auf langsamen Spielgeschwindigkeiten extrem. Auch hab ich noch nicht verstanden was der Faktor ist, der die Einflusskosten dafür noch hochskaliert. Eben noch 12k verlangt und als ich das zusammengespart habe, waren es 24k ... dann 50k ... irgendwann war ich bei 100k - wer soll das bezahlen? Für eine Stadt!!!

Kultur, Religion und Politik

Die schwierigsten zu verstehenden Systeme des ganzen Spiels.
Bei Politiken sich nicht ersichtlich wann, wodurch, welche Politikentscheidung freigeschaltet wird.
Die Ausbreitung von Kultur und Religion wird zwar angezeigt, aber null Erklärung warum und wieso eine Kultur oder Religion, die andere verdrängt. Vielleicht überseh aber auch ich einfach irgendwas.
Hoffe aber gerade für die Religion, dass da noch ein DLC kommt und die Mechanik erweitert und "denkwürdiger" macht. Aktuell ist das Religionssystem etwas dünn.

Multiplayer und Abstürze

Sehr schwankende Erfahrungen. An manchen Tagen läufst fast einwandfrei, an anderen Tagen 10-12 Abstürze und Desyncs. Dasselbe gilt für Crashes im Ladebildschirm eines Spielstandes - gefühlt bei größeren Karten häufiger als bei normal großen Karten.

Fazit

Auch wenn es viele Kritikpunkte gibt, kann man diese auf jedenfall noch leicht durch Patches fixen. Denn es sind hauptsächlich Balance und Bugs, die negativ auffallen. Die grundlegenden Spielmechaniken funktionieren und machen Spaß. Und ich freue mich persönlich besonders auf Multiplayer-Runden mit ausschließlich anderen Spielern, so dass man mal entspannter spielen kann und nicht den Kulturen hinterher rennen muss.