Demokratie in Strategiespielen

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Michi
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Demokratie in Strategiespielen

Beitrag von Michi » 10. Mai 2015, 11:20

Da ich mich ja vor allem mit den politischen Inhalten von Strategie-Spielen beschäftige, würde mich mal interessieren, wie "Demokratie" bzw. "demokratische Wahlen" in solchen Spielen dargestellt werden. Wenn ich mich recht erinnere konnte man seine "Politik" in den älteren CIV-Teilen zwar auf "Demokratie" stellen, Wahlen, die einen hätten zu Fall bringen können, gab es aber nie: de facto war man weiter Despot. In den "Tropico"-Spielen fordert die Bevölkerung wiederum manchmal Wahlen und wenn man die verliert, ist das Spiel zu Ende (glaube ich zumindest, ist mir bislang noch nicht passiert ^^ ). Kennt ihr zu dem Thema weitere Spiele oder habt andere Anmerkungen? Würde mich interessieren, mache ich vielleicht ein Video zu.

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Skydiver
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Re: Demokratie in Strategiespielen

Beitrag von Skydiver » 10. Mai 2015, 22:47

Servus,

spontan fällt mir da eigentlich nur Galactic Civilizations 2 ein. Man startet mit der Regierungsform -ich glaube sie nennt sich- Imperator und ist sowas wie eine Diktatur. Diese kann später nach gewissen Forschungen in eine Demokratie wechseln. Dadurch bekommt man bestimmte Boni, muss aber auch die meisten Einwohner seiner Planeten auf seiner Seite haben. Allerdings kam ich nie zu der Erkenntnis, was passiert, wenn man eine Wahl mit seiner Partei verliert. Ich vermute, man verliert die Boni, ohne das Spiel zu verlieren.

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Re: Demokratie in Strategiespielen

Beitrag von genstab » 11. Mai 2015, 06:56

Wenn ich nicht irre, wird in Empire Total War regelmäßich gewählt, wenn man die entsprechenden Länder spielt, z. B. Großbritannien. Man kann darauf nur relativ geringen Einfluß nehmen und wenn die bisherigen Regierung nicht gewinnt, wird sie durch eine neue ersetzt.

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Re: Demokratie in Strategiespielen

Beitrag von JdH » 11. Mai 2015, 08:13

In Distant Worlds wird bei einigen Regierungsformen das Staatsoberhaupt gewählt.
Einfluss auf das Spiel hat dies durch die Boni und Mali die dieser gibt. Meinem Reich ging es einmal ziemlich schlecht, als ein sehr guter Anführer durch einen Volltrottel ersetzt wurde. Da lag dann fast die ganze Wirtschaft am Boden und die Piraten sind über die Reste meiner Flotte hergefallen...

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Re: Demokratie in Strategiespielen

Beitrag von derblaueClaus » 11. Mai 2015, 12:50

In AGEODs American Civil War und dessen Nachfolger Civil War II muss man im November 1864 als Norden einen bestimmten nationalen Moralwert halten, sonst wird statt des Republikaners Lincoln der Demokrat George McClellan Präsident und das Spiel ist verloren.

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Re: Demokratie in Strategiespielen

Beitrag von General Feierabend » 11. Mai 2015, 13:01

Hast du dir schonmal Democracy 3 angeschaut ? Da übernimmt man quasi die Rolle eines Präsidenten oder Premierminmisters etc.

Ich habs selbst noch nie gespeilt, sieht aber ganz interessant aus.

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COMMANDERSI
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Re: Demokratie in Strategiespielen

Beitrag von COMMANDERSI » 11. Mai 2015, 16:10

Also ich habe schon etwas Democracy 3 gespielt, allerdings geht es vorallem darum, verschiedene Gesetze einzuführen. Dies geschieht mit hilfe von sogenannter "Politischer Macht" welche man von den Ministern bekommt. Die Minister kann man einsetzen wie man möchte, aber da diese erst mit der Zeit besser werden sollte man sich gut überlegen ob man sie austauscht. Die Wahlen entscheiden dann darüber, ob man weitermachen kann ober nicht. Hierzu muss ich aber noch sagen, das es fast unmöglich ist, diese zu verlieren. Eher im Gegenteil gewinnt man oft mit 80-90% Mehrheit.

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Re: Demokratie in Strategiespielen

Beitrag von derblaueClaus » 11. Mai 2015, 23:10

Ich habe Democracy immer eher als großes Puzzle, denn als ernstzunehmende Demokratie-, bzw. Politiksimulation erlebt. Politik ist allgemein eher schlecht bis garnicht in Spielen repräsentiert oder simuliert. Ich erinnere mich noch mit grausen an das groß angekündigte aber letztlich unsägliche politische System von HoI III. Das bisher einzige Spiel, was mich als Simulation zufriedengestellt hat ist ein Urahn von Tropico : Hidden Agenda aus dem Jahre 1988.

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Re: Demokratie in Strategiespielen

Beitrag von Astuzz » 12. Mai 2015, 00:28

Ich halte demokratische Prozesse in Einzelspieler-Spielen für fast unmöglich umsetzbar. Es gibt einige Politiksimulationen, aber meist bekommen diese Spiele nicht die besten Wertungen, was häufig an ihrer Durchschaubarkeit liegt (meist findet man heraus, was die CPU-Massen wollen). Die andere Möglichkeit ist, dass die politischen Barometer extrem simpel gehalten sind. Zu diesen Spielen würde ich Tropico zählen (überschaubare Ressourcen, Fraktionen, Gesetzesmöglichkeiten). In Spielen, in denen es eher sekundär um die Staatsführung bzw. die Staatsform geht wird es eigentlich nur noch schlimmer.

Bsp.: CIV. Stellen wir uns das Szenario vor - Spieler A führt seine Zivilisation von einer Stammesgesellschaft hin zu einer Demokratie. Im Techbaum ist das ein relativ weiter weg. A muss also wahrscheinlich einige Konflikte (Barbaren, Kriege), die territoriale und kulturelle Expansion seiner Zivilisation und die Forschung managen, um dann in Runde 200 von einer Horde unzufriedener CPU-Bürger abgewählt zu werden? Ich für meine Teil würde wohl nie die Staatsform zu Demokratie wechseln wenn das möglich wäre.

Es stellt sich natürlich auch immer die Frage, ob ein menschlicher Spieler das Urteil von Algorithmen überhaupt akzeptieren kann ;)

Bei Multiplayer-Spielen sehe ich dagegen wesentlich größeres Potential. Wenn echte Menschen wählen können, dann kommen wieder wesentlich mehr Faktoren ins Spiel, die schwierig simulierbar sind, wie z.B. Tagesform (geht es mir grad nicht gut, wähle ich vielleicht doch die Opposition), reine Sympathie (leider ist das bei vielen Wahlen der einzige entscheidende Faktor für einige Wählende) usw.

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Re: Demokratie in Strategiespielen

Beitrag von biwaka » 12. Mai 2015, 15:17

Crusader Kings II hat ein System um Handelsrepubliken darzustellen. Eine Republik wird von einen Regenten angeführt, daneben gibt es auch reiche Patrizierfamilien . Das Oberhaupt der Familie kann nach dem Tod des Regenten/Prinzregenten/Dogen usw. selbst Regent werden. Neben den normalen Mechaniken baut man Handelsposten und den Familienpalast aus.
Der Sieg kommt nur dann, wenn er vorbereitet, schnell, taktisch und vor allem mit einer Übermacht siegt.

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