Ist das Straßensystem ausgereift?

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Ramses
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Ist das Straßensystem ausgereift?

Beitrag von Ramses » 10. November 2016, 06:28

Als ich meine Straßen noch selbst bauen konnte, habe ich immer Überholmöglichkeiten und Stichstraßen für ruhende Truppen eingebaut. Damit die Truppen über eine freie Straße möglichst schnell zum Einsatzort kommen konnten.
Jetzt sind die Straßen durch das Stapelverbot mit einer Vielzahl von Einheiten verstopft. Für eine schnelle Truppenbewegung muss ich erst mal die Straße freiräumen. Dadurch wird die strategische Bedeutung der Straßen reduziert. Außerdem ist CIV VI eh schon zu Mikromanagement lastig. Jetzt muss ich auch noch die ganzen Einheiten hin und her bewegen. Das überzeugt mich nicht.

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TheGreenJoki

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Re: Ist das Straßensystem ausgereift?

Beitrag von TheGreenJoki » 10. November 2016, 15:18

Mit dem Militär-Pionier solltest du eigentlich auch Straßen bauen können, wo keine Karavane langgefahren ist. Die Bedeutung der Straßen hat vielleicht etwas nachgelassen, da sie nicht mehr so deutliche Bewegungsvorteile bringen, in meinen Augen ist das aber ein spielerischer Vorteil. Mich hat es in Civ5 immer genervt, dass du an den Grenzen ein Straßenspamming hattest.

Mikromanagement lastig ist Civ6 zwar mehr als in Civ5, aber wirklich deutlich mehr scheint es für mich nicht zu sein. Kannst du dazu vielleicht etwas genaueres sagen?
Bleiben wir mal realistisch!

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Ramses
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Re: Ist das Straßensystem ausgereift?

Beitrag von Ramses » 11. November 2016, 06:51

Die MI sind teuer und haben nur 2 Bauladungen. Ein effektives Straßensystem lässt sich damit nicht aufbauen.
Wünschenswert wäre, wenn die MI mindestens wie die Handwerker behandelt würden: 3 Bauladungen und Verbesserungen mit Politikkarten.
TheGreenJoki hat geschrieben: Mikromanagement lastig ist Civ6 zwar mehr als in Civ5, aber wirklich deutlich mehr scheint es für mich nicht zu sein. Kannst du dazu vielleicht etwas genaueres sagen?
Früher konnte zügig eine Bauliste abgearbeitet und die Geländemodernisierungen weitgehend automatisiert werden. Da musste man nur ab und zu mal hinschauen und konnte sich auf das Wesentliche konzentrieren: die strategische Vorgehensweise.

Jetzt muss jede einzelne Bauentscheidung und Geländemodernisierung sorgfältig überlegt werden. Es gibt einfach zu viel Restriktionen. Darf nur neben XY und nur auf einem Feld mit XYZ gebaut werden und das bei begrenzten Bauladungen. Das ist eine ständige Bastelei. Das nervt auf Dauer. CIV ist doch kein Aufbauspiel!
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Dreesch
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Re: Ist das Straßensystem ausgereift?

Beitrag von Dreesch » 11. November 2016, 09:43

Hallo Ramses,

ich glaube du verwechselt Taktik mit Strategie.
Ein geschätzter Stratege sagte mal: je mehr Entscheidungen mit späteren Konsequenzen und verschiedenen Mechaniken die in einander greifen je höher die Strategische Herausforderung.
Oder auch anders ausgedrückt Hexfelder werden im Gegensatz zu Civ 5 endlich auch Strategisch genutzt und nicht nur Taktisch. Bitte verstehe mich nicht falsch, es freut mich zu sehen das die Entscheidung ein Mann pro Feld und das Hexfeldraster auch bei Taktikern wie dir eine Civ Begeisterung hervorrufen, aber Civ 6 kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Und wie du schon sagtest bewegt es einen seine Entscheidung zu überdenken und beim nächsten mal besser zu Planen.
ach ja Strategie ist doch was schönes :x

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Ramses
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Re: Ist das Straßensystem ausgereift?

Beitrag von Ramses » 11. November 2016, 12:29

Dreesch hat geschrieben: ich glaube du verwechselt Taktik mit Strategie.
:x
Das sehe ich genau umgekehrt.
Die Taktik dient dazu mit optimalen Ressourceneinsatz das strategische Ziel zu erreichen. Dazu müssen taktisch die Geländefelder optimal bewirtschaftet werden. Taktischer geht's nicht mehr.
Das strategische Ziel ist es das Spiel zu gewinnen. Die strategische Entscheidung besteht darin aus den verschiedenen alternativen Wegen die optimale Wahl zu treffen. Das ist der Anreiz bei einem Strategiespiel.
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Re: Ist das Straßensystem ausgereift?

Beitrag von DocRaiden » 11. November 2016, 13:40

Ich glaube, da scheiden sich einfach die Geister bzw. Geschmäcker.

Ich erinnere mich noch gut, wie Ed Beach in einer der ersten Ankündigungen meinte, dass nun jeder Zug entscheidend ist und es immer etwas zu tun gibt. Das hatte mich damals aufhorchen lassen und ich bin froh, dass es auch so gekommen ist. Vorbei die Zeiten, in denen ich in Civ V oder auch Beyond Earth rundenlang einfach nur bis zum nächsten „Ereignis“ geklickt hatte, ohne dass eine Entscheidung von mir abverlangt wurde. Du nennst das zu viel Mikromanagement, Ramses, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Vor allem dann, wenn man einfach schnell voranschreiten will. Ich dagegen, könnte sogar noch mehr davon vertragen. Freue mich, dass das sogar auf „Marathon“ so ist. Aber wie gesagt, ist am Ende des Tages einfach Geschmackssache.

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Re: Ist das Straßensystem ausgereift?

Beitrag von Heinz von Stein » 11. November 2016, 14:40

Ähm... täusche dich nicht. Dieses "Durchgeklicke" ist immer noch so, nur das man jetzt immer iwas lästiges (nix relevantes) machen muss.
Eure Sprüche:
Shalom_Don: Früher hieß es: Houston übernehmen Sie. Jetzt heißt es: Heinz von Stein, ist Deins.
Zak0r: The Heinz - There and back again.
EU4-MP-Runde: Heinz, kannst du dich bitte mehrfach klonen.

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Re: Ist das Straßensystem ausgereift?

Beitrag von LordCiv » 11. November 2016, 15:49

Heinz vom Stein hat geschrieben:Ähm... täusche dich nicht. Dieses "Durchgeklicke" ist immer noch so, nur das man jetzt immer iwas lästiges (nix relevantes) machen muss.
Dieses Lästige, ist allerdings sehr viel öfter als beim Vorgänger entscheidend, zumindest finde ich das so.

Beim Straßenbau finde ich sehr schön, und auch sehr taktisch, das man mit den Karawanen immer gleich Straßen baut. Ich fände es aber trotzdem besser, wenn man mit einem MI auch richtig Straßen bauen könnte, das andere funktioniert nämlich nicht so wirklich. Wenn man irgendwie mit einer Politik–Karte die MI noch verbessern könnte, oder den Handwerkern die Fähigkeit "Straße bauen" geben könnte, würde das ganze schon mal besser funktionieren.
Nicht jeder der hügelparkt ist verloren.

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Dreesch
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Re: Ist das Straßensystem ausgereift?

Beitrag von Dreesch » 11. November 2016, 15:55

mh vielleicht sollte ich ich doch eher anhand eines Beispiels antworten:
nehmen wir zum beispiel Japan und beschränken uns auf die beiden Eigenschaften: das die Elektronik Fabrik +4 Industrie für Stäte die 6 Felder entfernt sind bringt und das alle Bezirke für jeden angrenzenden Bezirk einen Nachbarschaftsbonus bekommen.

Für die Strategie brauchen wir eine Stadt die möglichst im Landes Inneren liegt (am besten die Hauptstadt) und Siedeln kreisförmig und nicht all zu weit entfernt darum herum, bis die Stadt von etwa 4-8 Städten umzingelt ist.
In jede Stadt kommt nun ein Industriegebiet in dem sowohl eine Elektronik Fabrik als auch ein Kraftwerk errichtet wird,
zudem werden die Industrie gebiete so Platziert das sie höchstens 6 Felder von der Hauptstadt entfernt sind. Einfache Rechenaufgabe: wir haben jetzt also 8 Städte mit einer Elektronik Fabrik +4 und einem Kraftwerk +6 macht also für die Zentrale Stadt +80 Industrie zu dem kommt noch das Industriegebiet in der Zentralen Stad selbst das natürlich von 6 angrenzenden Bezirken oder Minen umzingelt ist so hätten wir dann +6 für das Industriegebiet selbst +4 für die Elektronik Fabrik und +6 für das Kraftwerk =+16 das addiert mit den andren Bezirken ergibt +96 + Lager, Hafen, und Flughafen also eine Menge und das nur durch das Platzieren von Bezirken ich könnte das jetzt noch weiter erläutern aber zum veranschaulichen reicht es glaub ich um zu sagen, dass das eine Strategie ist und das Straßenspamming wie es TheGreenJoki es so schön genannt hat, ich und auch andere eher als Taktik bezeichnen.

Aber um auf deine ursprüngliche Frage zurück zu kommen: Ist das Straßensystem ausgereift?
Ganz klar ja. Civ 6 hat ganz andere schwächen. Ich mochte dir in dem Punkt recht geben das der Militär-Pionier zu wenig Ladungen hat, um Ihn in betracht zu ziehen und die Handelswege könnten auch viel genauer gelistet werden aber rein von dem Straßen system :-BD

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Ramses
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Re: Ist das Straßensystem ausgereift?

Beitrag von Ramses » 12. November 2016, 07:49

Natürlich kann ich taktische Überlegungen anstellen, wo ein Bezirk, Gebäude optimal platziert wird. Das kann hin und wieder auch ganz reizvoll sein. Aber hier muss jede Bauentscheidung sorgfältig auf die Auswirkungen auf die nachfolgenden Jahrhunderte bedacht werden. Das geht mir für ein Strategiespiel zu weit.

Einem Straßenspam wirkt eine Begrenzung der Bauladungen entgegen.
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