CiV 6 für blutige Anfänger

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pepanther
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Re: CiV 6 für blutige Anfänger

Beitrag von pepanther » 9. Oktober 2019, 12:48

Eisdrache hat geschrieben:
9. Oktober 2019, 11:45

Um deine Fragen zu beantworten: Ich habe nie in das Civ VI Handbuch geguckt und da schon die Tutorials stark veraltet sind und daher nicht empfehlenswert sind. Eben weil die beiden Erweiterungen die Spielmechanik so weitgehend verändert haben, kann ich dir nur raten: Such dir eine Zivilisation aus und spiel einfach drauf los :-! Vielleicht mit einer kleineren Karte und mache deine eigenen Erfahrungen. Bei Fragen, die dir die Civilopaedia (die großtartig ist) nicht erklären kann, melde dich einfach hier.
Vielen Dank für die Antwort. Dann werde ich mal als Römer starten, wie hier im Forum geraten wird. Parallel dazu folge ich WBs Spiel als Maori.
(Und dazwischen gibt es zur Abwechslung Anno 1800...)

Kniggebogge
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Re: CiV 6 für blutige Anfänger

Beitrag von Kniggebogge » 29. Oktober 2019, 23:10

Schönen guten Abend alle miteinander ... ich nutze diesen Thread einfach mal, um meine eigenen Fragen zu stellen (vom Titel her passt es ja ganz gut).
Ich bin ebenfalls ein kompletter Anfänger (bin gerade an meiner 5. Partie dran, wobei ich von den 4 davor genau 1 gewonnen habe (Religionssieg). Bei zwei weiteren Partien dachte ich eigentlich, dass es ganz gut läuft (einmal als Schotte und einmal als Japaner (immer Zufall Civs)), bis mir dann spontan der Überraschungkrieg verkündet - aus die Maus) und bin durch die LPs vom WB neu auf das Spiel aufmerksam geworden.
Gerade gucke ich mir das LP mit den Maori an (die Civ sieht echt interessant aus) und mir stellen sich während des Schauens und auch beim eigenen Spielen diverse Frage. Ich bin einfach mal so frei, und stelle diese hier.

Das jetzige Spiel bestreite ich mit den Mapuche, weswegen ich gleich zu Beginn eine Loyalitätsfrage stellt
  1. Ist es überhaupt möglich eine normale Stadt über Loyalität zu gewinnen? In meiner jetzigen Partie haben mir die Römer in der 20 Runde den Krieg erklärt, jedoch bin ich eh von Anfang an auf Militär gegangen (dachte mir, dass das der richtige Weg mit der Fraktion ist) weswegen ich den Angriff nicht nur abwehren konnte, sondern mir kurzerhand das komplette römische Reich unter den Nagel gerissen habe. Dachte mir "Mensch super, dann probieren wir das auch gleich mit der Loyalität mal aus." Aber ganz ehrlich, ich habe in der einen Stadt 4 Einheiten getötet, also insgesamt hat die Stadt -80 Loyalität abbekommen. Aber natürlich nicht gleichzeitig in einer Runde und nach jeder Runde hat die Stadt wieder an Loyalität gewonnen, weswegen ich weit davon entfernt war irgendwas über Loyalität zu reißen. Meine Frage: Ist es überhaupt möglich eine Stadt so auf seine Seite zu ziehen (wenn die nicht gerade rebeliert). Also ich siedel neben einer anderen Fraktion, oder einem Stadtstaat und will die Städte über Loyalität auf meine Seite ziehen. Oder ist das rein rechnerisch gar nicht möglich?
  2. Im LP mit den Maori überlegt WB sein Regierungsbezirk südlich von Kupes Kanu zu setzen, direkt neben dem Berg. Wenn ich das richtig verstehe, würde dieser Bezirk allen angrenzenden Bezirken +1 Nachbarschaftsbonus verleihen (also einem Campus neben dem Regierungsbezirk +1 Wissenschaft, wenn ich das richtig verstehe). Ich begreife nicht so recht, weswegen WB sich diesen Platz ausgeguckt hat, denn dort unten würde der Regierungsbezirk doch keinen Vorteil bringen. Oder habe ich den Mechanismus nicht richtig verstanden?
  3. Wieso überlegt WB irgendwo zwischen Folge 20 und 28 Bernstein einzutauschen? Er hat doch schon in allen Städten maximale Zufriedenheit, da hat eine weitere Luxusressource doch gar keinen Mehrwert -oder habe ich auch hier vielleicht etwas übersehen?
  4. Welchen Sinn hat der Unterhaltungskomplex, wenn die Städte bereits dank der Luxusressourcen maximalen Boost haben. Okay, im späteren Verlauf des Spieles bringen die "Erweiterungen" innerhalb des Komplexes Tourismus, aber das kommt ja erst viel Später.
  5. Entweder ich übersehe auch hier etwas, oder macht es nicht IMMER und in JEDER Situation Sinn das Industriegebiet zu bauen (außer man befindet sich im Krieg und muss Truppen ausheben). Ich baue in meinen Spielen diesen Bezirk immer, sobald es möglich ist. In meinem Kopf macht es sinn, diesen schnell mit allen Verbesserungen aufzuziehen, um alle folgenden Projekte sehr viel schneller abzuschließen.
  6. Wie genau funktioniert das mit dem Tourismus? Ich habe in meinem 2. Spiel so weit gespielt, dass ich Rock Bands hatte. Die haben dann pro Konzert 1.300 Tourismus oder so gebracht. Aber ich verstehe nicht, wie diese Einheit verrechnet wird, weil die nirgends sonst so richtig auftaucht, oder habe ich da was übersehen (das Spiel ist schon länger her).
  7. Spiel gewinnen: Sollte man von vornherein eine Strategie verfolgen? Also angenommen ich habe eine Civ wie die Mapuche, die (in meinen Augen) militärisch gut ist (also dachte ich bis so eben zumindest, weil das mit der Loyalität ja doch so gar nicht funktioniert). Sollte ich dann auch alles andere außer acht lassen und meinen Hauptfokus auf Militär setzen? Also, wie viel Sinn macht es parallel in einer Stadt zB erst einen Campus zu bauen oder so? In meinem Kopf baue ich dann immer erst alles, was zu der Strategie passt und erst, wenn ich quasi nichts andere machen kann, wähle ich andere Bezirke wie Kultur um schneller Land zu bekommen etc.. Wobei ich mit diesen Chemamüll ja auch Kultur generieren kann. Also wäre evtl das 2. Standbein ein Kultursieg??
  8. In meinem Spiel mit den Japanern habe ich gleich zu Beginn durch einen Stadtstaat die Möglichkeit erhalten Kloster zu bauen. Also dachte ich mir "Gut, dann halt Religionssieg" und habe alles andere fallen gelassen und bin nur auf Religion gegangen. Habe jeden möglichen Platz mit Klostern voll geklatscht und bin bei Forschung und Kultur eigentlich nur den Religionspfad gegangen (wenn möglich). Dieses Spiel habe ich tatsächlich auch gewonnen. Allerdings hatte ich das Glück, dass ich links und rechts von Bergen umringt war und alle NPCs mit mir befreundet waren, ich also Zeit ohne Ende hatte. Irgendwie hat sich das Spiel "falsch" angefühlt, aber die Strategie ging auf. Habe ich was übersehen?
Eigentlich habe ich noch 100 weitere Frage, aber gerade sind se mir alle entfallen. Ich würde mich dann später noch einmal an euch wenden.
Schon einmal vielen lieben Dank für die Hilfe!!

Eisdrache
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Re: CiV 6 für blutige Anfänger

Beitrag von Eisdrache » 30. Oktober 2019, 11:49

Kniggebogge hat geschrieben:
29. Oktober 2019, 23:10
Schönen guten Abend alle miteinander ... ich nutze diesen Thread einfach mal, um meine eigenen Fragen zu stellen (vom Titel her passt es ja ganz gut).
Ich bin ebenfalls ein kompletter Anfänger (bin gerade an meiner 5. Partie dran, wobei ich von den 4 davor genau 1 gewonnen habe (Religionssieg). Bei zwei weiteren Partien dachte ich eigentlich, dass es ganz gut läuft (einmal als Schotte und einmal als Japaner (immer Zufall Civs)), bis mir dann spontan der Überraschungkrieg verkündet - aus die Maus) und bin durch die LPs vom WB neu auf das Spiel aufmerksam geworden.
Gerade gucke ich mir das LP mit den Maori an (die Civ sieht echt interessant aus) und mir stellen sich während des Schauens und auch beim eigenen Spielen diverse Frage. Ich bin einfach mal so frei, und stelle diese hier.
Und du wirst deine Antworten bekommen, falls du weitere hast stell sie ruhig.

Kniggebogge hat geschrieben:
29. Oktober 2019, 23:10
Das jetzige Spiel bestreite ich mit den Mapuche, weswegen ich gleich zu Beginn eine Loyalitätsfrage stellt
  1. Ist es überhaupt möglich eine normale Stadt über Loyalität zu gewinnen? In meiner jetzigen Partie haben mir die Römer in der 20 Runde den Krieg erklärt, jedoch bin ich eh von Anfang an auf Militär gegangen (dachte mir, dass das der richtige Weg mit der Fraktion ist) weswegen ich den Angriff nicht nur abwehren konnte, sondern mir kurzerhand das komplette römische Reich unter den Nagel gerissen habe. Dachte mir "Mensch super, dann probieren wir das auch gleich mit der Loyalität mal aus." Aber ganz ehrlich, ich habe in der einen Stadt 4 Einheiten getötet, also insgesamt hat die Stadt -80 Loyalität abbekommen. Aber natürlich nicht gleichzeitig in einer Runde und nach jeder Runde hat die Stadt wieder an Loyalität gewonnen, weswegen ich weit davon entfernt war irgendwas über Loyalität zu reißen. Meine Frage: Ist es überhaupt möglich eine Stadt so auf seine Seite zu ziehen (wenn die nicht gerade rebeliert). Also ich siedel neben einer anderen Fraktion, oder einem Stadtstaat und will die Städte über Loyalität auf meine Seite ziehen. Oder ist das rein rechnerisch gar nicht möglich?
Klar ist das rechnerisch möglich, aber dafür musst du die Mechanik genauso wie sie gedacht ist auch ausnutzen. Sprich fünf Einheiten in einer Runde töten oder aber durch Loyalitätsdruck durch Nachbarstädte das Loyalitätswachstum stark verringern (bestenfalls ins negative). Der Loyalitätsdruck wird durch bevölkerungsreiche Städte am meisten beeinflusst. Sprich um Gegner komplett zu flippen, reicht es manchmal aus, wenn man die größten Städte schnell übernimmt (solange man diese halten kann). Wenn du direkt das Herzstück der Römer angegangen bist, dann ist das Loyalitätswachstum natürlich hoch und es wird schwer die Stadt durch mehrere Kämpfe in unterschiedlichen Runden auf 0 Loyalität zu bekommen, wenn man das nicht in einer Runde schafft. Als Mapuche sind Nachbarschaftskriege besonders günstig, wenn man selber ein besseres Zeitalter hat, als der Nachbar.
Kniggebogge hat geschrieben:
29. Oktober 2019, 23:10
[*]Im LP mit den Maori überlegt WB sein Regierungsbezirk südlich von Kupes Kanu zu setzen, direkt neben dem Berg. Wenn ich das richtig verstehe, würde dieser Bezirk allen angrenzenden Bezirken +1 Nachbarschaftsbonus verleihen (also einem Campus neben dem Regierungsbezirk +1 Wissenschaft, wenn ich das richtig verstehe). Ich begreife nicht so recht, weswegen WB sich diesen Platz ausgeguckt hat, denn dort unten würde der Regierungsbezirk doch keinen Vorteil bringen. Oder habe ich den Mechanismus nicht richtig verstanden?
Ich bin leider noch etwas zurück im schauen des Let's Plays, aber zum Regierungsbezirk gibt es immer unterschiedliche Sichtweisen:
  • Möglichst viele Bezirke mit dem +1 Boost versehen
  • Aufgrund von Platzmangel für einen schönen Regierungsbezirk, zumindest zeitnah für weniger Bezirke die Boni mitnehmen
  • der +1 Boost ist nebensächlich, man möchte so schnell wie möglich die Gebäude im Regierungsbezirk haben, da diese die eigene Strategie deutlich verbessert
Kniggebogge hat geschrieben:
29. Oktober 2019, 23:10
[*]Wieso überlegt WB irgendwo zwischen Folge 20 und 28 Bernstein einzutauschen? Er hat doch schon in allen Städten maximale Zufriedenheit, da hat eine weitere Luxusressource doch gar keinen Mehrwert -oder habe ich auch hier vielleicht etwas übersehen?
Wenn er tatsächlich in allen Städten die maximale Zufriedenheit hat, dann ist das aufgrund der Zufriedenheit natürlich Schwachsinn oder vorrausschauendes Denken bzgl. Stadtwachstum. Des Weiteren muss man seine Strategie mit beachten, jeder Handel steigert die Zuneigung der KI zu deiner Civ. Möchtest du also mit vielen verbündet sein, dann handel viel.
Kniggebogge hat geschrieben:
29. Oktober 2019, 23:10
[*]Welchen Sinn hat der Unterhaltungskomplex, wenn die Städte bereits dank der Luxusressourcen maximalen Boost haben. Okay, im späteren Verlauf des Spieles bringen die "Erweiterungen" innerhalb des Komplexes Tourismus, aber das kommt ja erst viel Später.
Je mehr Annehmlichkeiten man hat, desto mehr Luxusgüter kann man an die KI verscherbeln und man ist unabhängiger vom erhandeln unterschiedlicher Luxusgüter :arrow: mehr Gold. Außerdem sind Bezirke generell günstiger je eher man sie im Spiel baut.
Kniggebogge hat geschrieben:
29. Oktober 2019, 23:10
[*]Entweder ich übersehe auch hier etwas, oder macht es nicht IMMER und in JEDER Situation Sinn das Industriegebiet zu bauen (außer man befindet sich im Krieg und muss Truppen ausheben). Ich baue in meinen Spielen diesen Bezirk immer, sobald es möglich ist. In meinem Kopf macht es sinn, diesen schnell mit allen Verbesserungen aufzuziehen, um alle folgenden Projekte sehr viel schneller abzuschließen
Mehr Produktion ist immer gut, nur den richtigen Zeitpunkt zu finden ist schwer. Denn verzweifelt überall das Industriebezirk so schnell wie möglich hochzuziehen, kann auch nach hinten losgehen, wenn alles andere vernachlässigt wird. Aufgrund der Fabriken mit ihrem 6er Umkreis Buff reicht es meist aus, in gewissen Zentralstädten diese Bezirke aufzubauen. (ausgenommen man bekommt einen +3 oder mehr Boni hin)
Kniggebogge hat geschrieben:
29. Oktober 2019, 23:10
[*]Wie genau funktioniert das mit dem Tourismus? Ich habe in meinem 2. Spiel so weit gespielt, dass ich Rock Bands hatte. Die haben dann pro Konzert 1.300 Tourismus oder so gebracht. Aber ich verstehe nicht, wie diese Einheit verrechnet wird, weil die nirgends sonst so richtig auftaucht, oder habe ich da was übersehen (das Spiel ist schon länger her).
Einfach gesagt: Tourismus ist der offensive Wert der Kultur und der normale Kulturertrag der defensive Wert. Hast du mehr Tourismus im Laufe des Spieles gesamt erzeugt wie eine andere Civ gesamt Kultur, dann dominierst du sie kulturell mit mehr Touristen.
Kniggebogge hat geschrieben:
29. Oktober 2019, 23:10
[*]Spiel gewinnen: Sollte man von vornherein eine Strategie verfolgen? Also angenommen ich habe eine Civ wie die Mapuche, die (in meinen Augen) militärisch gut ist (also dachte ich bis so eben zumindest, weil das mit der Loyalität ja doch so gar nicht funktioniert). Sollte ich dann auch alles andere außer acht lassen und meinen Hauptfokus auf Militär setzen? Also, wie viel Sinn macht es parallel in einer Stadt zB erst einen Campus zu bauen oder so? In meinem Kopf baue ich dann immer erst alles, was zu der Strategie passt und erst, wenn ich quasi nichts andere machen kann, wähle ich andere Bezirke wie Kultur um schneller Land zu bekommen etc.. Wobei ich mit diesen Chemamüll ja auch Kultur generieren kann. Also wäre evtl das 2. Standbein ein Kultursieg??
Nur den Fokus auf eine Siegesart zu legen kann je nach KI Schwierigkeit funktionieren. Je höher dieser Schwierigkeitsgrad ist, desto mehr sollte man darauf achten, nicht zu weit technologisch/ kulturell abgeschlagen zu werden. Denn es ist egal wie gut man in den anderen Siegesarten ist, wenn jemand mit einer technologisch überlegenen Armee plötzlich vor deiner Tür steht, ist das Spiel schnell vorbei. Genauso kann es dir ergehen, wenn du die Kultur komplett vernachlässigst: plötzlich kommt die Meldung In 10 Runden tritt der Kultursieg von X/Y ein.
Kniggebogge hat geschrieben:
29. Oktober 2019, 23:10
[*]In meinem Spiel mit den Japanern habe ich gleich zu Beginn durch einen Stadtstaat die Möglichkeit erhalten Kloster zu bauen. Also dachte ich mir "Gut, dann halt Religionssieg" und habe alles andere fallen gelassen und bin nur auf Religion gegangen. Habe jeden möglichen Platz mit Klostern voll geklatscht und bin bei Forschung und Kultur eigentlich nur den Religionspfad gegangen (wenn möglich). Dieses Spiel habe ich tatsächlich auch gewonnen. Allerdings hatte ich das Glück, dass ich links und rechts von Bergen umringt war und alle NPCs mit mir befreundet waren, ich also Zeit ohne Ende hatte. Irgendwie hat sich das Spiel "falsch" angefühlt, aber die Strategie ging auf. Habe ich was übersehen?[/list]
1. Wenn du gewonnen hast, hast du alles richtig gemacht. 2. Schönheitsfehler oder Optimierungen findet man bei einer Ansicht später immer. 3. Klöster sind toll (+1 Wohnraum und zusätzlicher Glaubensertrag), aber alles auf nur Glauben zu setzen kann wie oben schon geschrieben manchmal fatale Folgen haben.

Solltest du jemals in den Genuss von Mehrspieler Partien kommen, dann wirst du dich gehörig umschauen. Denn anders wie die KI, verfolgen menschlische Kontrahenten mit den jeweiligen Anführern nicht immer die gewohnte KI Taktik, sondern nutzen die volle Bandbreite aus. Die können im Laufe des Spieles auch die angestrebte Siegesart ändern oder greifen gleich auf unterschiedliche Siegesarten zurück. Anfangs wird man meistens mit den Veteranen nicht mithalten können, aber man lernt (langsam/ schnell) neue Facetten oder Strategien kennen. Die einem auch im Singleplayer gegen schwere KI helfen kann.

Sowohl Singleplayer gegen die KI, als auch Mehrspieler Partien muss man erlernen. Keine Angst vor verloren Spielen, denn in diesen lernt man am meisten dazu.

Ich hoffe ich habe nichts vergessen.

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Bumblesheep
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Re: CiV 6 für blutige Anfänger

Beitrag von Bumblesheep » 30. Oktober 2019, 12:59

Hallo Blutiger Anfänger!
Ich versuche mal einen Großteil deiner Fragen zu beantworten

1) Ja kippen ist möglich aber Loyalität ist schwierig. Loyalitätsdruck entsteht durch viele verschiedene Sachen aber vor allem durch benachbarte Städte entsprechend ihrer Bevölkerung und Bevölkerung und wird für jedes Zeitalter entsprechend multipliziert (Golden X2, Dark X0.5). Wenn die KI in typischer Blobformation gesiedelt hat und ihre Städte nicht vollkommen aushungert ist es oftmals schwierig effektiv Loyalitätsdruck aufzubauen. Große Städte in der Nähe der KI sind überhaupt erst nötig um dann, die zB +25 Loyalität auf ein erträgliches Niveau von zB +5 Herunterzudrücken. Auf Loyalität spielen kannst du eigentlich nur mit Elenore oder im Superlategame mit Rockbands. Gelegentlich kannst du aber die ein oder andere KI Grenzstadt mit Loyalität kippen, dabei Hefen Spione und Amani. Die Mapuchefähigkeit kenne ich bisher auch eher als nutzlos.
2) Ja oftmals lohnt es sich die Nachbarschaftsboni des Regierungsplatz zu nutzen >Man platziere ihn zB an einen Fluss mit 3 Handelsbezirken dran< aber manchmal ist es einfach wichtiger ihn schnell zu bauen oder nicht gute Geländefelder dafür zu opfern. Allgemein ist es immer eine Kosten/Nutzen Frage. WB ist komisch.
3) Ich denke nicht
4) Keinen. Alle 4 Bürger = Eine Annehmlichkeit. Eigentlich werden die Annehmlichkeiten erst problematisch, wenn langsam mehr als deine Kernstädte über die 8 Bev. kommen oder du viel Krieg führst (zumindest auf Gottheit). Allerdings lohnt es sich oft das Kolosseum mitzunehmen, auch wenn du dieses Wunder nicht priosieren solltest. Unterhaltungbezierke machen auch das Gelände um sie schöner. So geben dir zB. Seeressorts bei benachbartem Wasserpark oder Unterhaltungsbezirk mehr Tourismus.
5) Nein macht es nicht (Außer für Barbarossa). Wieder eine Kosten/Nutzen Frage. Ein Industiebezirk heißt einen Bezirkslott (fast) nur für Produktion zu opfern, die sich auch erst rentieren muss. So machen vor Ölkraftwerken Industiebezirke ohne Nachbarschaftsboni eher weniger Sinn. Allerdings kannst du dir mit Aquädukten und Dämmen inzwischen sehr gute Nachbarschaftsboni zusammenspinnen. Mit Kohlekraftwerk und Karte wäre das dann X4, so würden dann aus 6 NBB. Prod. dann 24.
6) Tourismus ist kompliziert. Stell dir den Kultursiegbildschirm als Rechts "Angriffstourismus" und links Heimattouristen (wachsen durch Kulturprod.) vor. Deine Tourismusproduktion muss die Kulturproduktion der anderen Spieler (ca. um das Doppelte) übertrumpfen, damit diese "Wanne" mehr auffüllst als dass sie sich weiten kann. Wenn du irgendwann die Heimattouristen aller anderen Länder für deines gewinnen konntest tritt. der Kultursieg ein. Rockbands generieren anstatt ein bisschen Tourismus pro Runde eine ganze Menge auf einmal.
7) Jain. In der Regel sind Civs so konzipiert, dass sie für einige Spielstiele besser geeignet sind als andere. ZB. Deutschland hat starke Produktionsboni und kleinere Militärboni. Dh. Deutschland ist besonders gut für einen Wissenschaftssieg, Diplosieg und Dominanz. Für Religion hat Deutschland gar keine Boni und es wäre wahrscheinlich viel mehr Aufwand auf einen Religionssieg zu gehen. Allerdings solltest du deinen Spielstiel an die Gegebenheiten anpassen, zB du hast Gorgo als wütende Nachbarin, heißt du musst dich auf Krieg vorbereiten, Heißt es lohnt sich mehr auf die Einnahme Griechenlands zu spielen. Danach kannst du überlegen ob du auf Dominanz spielst oder dein Spiel in etwas anderes transferierst.
Allerdings macht es nicht wirklich Sinn auf mehrere Siege gleichzeitig zu spielen, vor allem wenn sie viel Aufwand trennt. Zb. Etwas Kultur ist gut für Dominanz, aber das Investition in einen Kultursieg ist viel zu hoch um beides effizient parallel zu machen
8) Du hast nichts übersehen, Köster oder Kolossalköpfe können sehr gut für Glauben gebraucht werden, die KI Befreunden ist eine valide Taktik (Vor allem für Religion) und Japan spawnt gerne an Vulkanen/Bergen. Außerdem können Handel und Aleazen dich heftig boosten. Andererseits wenn du auf Gottheit spielst braucht früher Krieg viel Investment und du bist einfach froh wenn dich die KI für die ersten 80 Runden in Ruhe lässt.
Zuletzt geändert von Bumblesheep am 30. Oktober 2019, 13:19, insgesamt 4-mal geändert.

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Re: CiV 6 für blutige Anfänger

Beitrag von Bumblesheep » 30. Oktober 2019, 13:01

hm Zweimal ist besser als einmal danke ich, hatte das Textfeld wohl 4 Stunden offen.

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Re: CiV 6 für blutige Anfänger

Beitrag von Kniggebogge » 30. Oktober 2019, 23:26

Einen schönen Abend Euch und vielen Dank für die ausführlichen Antworten, haben mir wirklich sehr weiter geholfen!
Und weil es so schön war, kommen gleich noch ein paar Fragen hinterher:
  1. Annehmlichkeit: Also die Formel lautet nach Zivilopädia (auf meinem Handy) 1 Annehmlichkeit pro 2 Bürger, wobei die 1. Annehmlichkeit bei 3 Bürgern fällig wird. Also nach Adam Riese 2 Annehmlichkeiten bei 5 Bürgern. Hat eine Stadt also 5 Bürger, wollen die 2 unterschiedliche Annehmlichkeiten haben. 1 Luxusgut zählt immer für 4 Städte aber nicht doppelt. Also wenn eine Stadt mit 5 Einwohnern 2 Annehmlichkeit will, brauche ich 2 unterschiedliche Luxusgüter. Stimmt das soweit? Außerdem verteilt das Programm die Luxusgüter automatisch. Frage: Müssen die Grenzen der Städte miteinander verbunden sein, damit der Austausch stattfindet? Weil ich hatte eine komische Situation (hab keinen Webspace, kann also keine Bilder hier anhängen, obwohl ich extra nen Screenshot gemacht habe): 7 Städte, die Annehmlichkeitsverteilung sieht wie folgt aus (erste Zahl Annehmlichkeit, zweite Zahl wie viel benötigt wird): 6/5, 3/2, 3/2, 3/2, 3/2, 0/1, 3/2. Die Stadt, die 0/1 hat war mit seinen Grenzen isoliert und hatte selbst kein Luxusgut. Ich hätte jetzt gedacht, dass das Programm nun von einen der Städte 1 Luxusgut abzieht, um es der 0/1 Stadt zu geben. Dann wären alle zumindest Glücklich. Was sagt ihr dazu?
  2. Des weiteren habe ich gerade die Situation, dass ich mit meinen Bauarbeiten irgendwie keine Chemamüll bauen kann. Zumindest nicht auf Wüstenfelder, obwohl das laut Beschreibung eigentlich gehen müsste. Brauchen die ne bestimmte Anzahl an Ladungen oder so? Hab auch hier wieder nen Screenshot gemacht
  3. Wieso stellt WB in seinen LPs gerne mal Bauaufträge in die Liste, platziert den Baustelle nur um se dann wieder aus der Liste zu nehmen? Oder baut Dinge an, wählt dann etwas anderes aus und wirft das Vorherige wieder aus der Liste. Könnt das doch einfach in der Liste lassen. Oder will er neu entscheiden, sobald das erste Gebäude fertig ist -falls es in der Liste bleiben sollte, geht es ja ungefragt weiter.
  4. Kann man sich irgendwo anzeigen lassen, wie viel Kultur es in einer Stadt braucht um ein neues Hexfeld zu bekommen?
  5. Wieso baut WB in Folge 32 bei Minute 14:36 den Steinbruch aus? Dank seiner Marae sind seine Wälder viel Produktionsstärker UND die Bürger sind auch gar nicht auf dem Steinbruch unterwegs. Da könnt er sich die Ladungen doch eigentlich sparen, oder?
  6. Müsste Reyna für die Maori nicht eigentlich perfekt sein, da sie Geld für jedes unausgebaute Geländefeld gibt. Also die Wälder und Jungle werden eh nicht gerodet -da würde es doch nen netten Boost geben. Oder habe ich da was falsch verstanden?
  7. Unter dem Vid. 32 hat Prof_ den Kommentar geschrieben, den ich so verstehe, dass Spione einen Stadtstaat infiltrieren können. Geht das??
  8. Wohnraum bekommen Städte wirklich nur über Kornspeicher, Aquädukt, Wohnviertel und Weiden (oder andere Verbesserungen), oder? (Abgesehen von Wundern oder so)
So, das soll es erst einmal gewesen sein.
Schon einmal vielen Dank im Voraus!!

Bzgl. Tourismus muss ich mal gucken, ob es da ein hübsches Video gibt, dass das genau erklärt.

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Re: CiV 6 für blutige Anfänger

Beitrag von Bumblesheep » 31. Oktober 2019, 00:35

1)Ja da habe ich Schwachsinn geredet, irgendwie habe ich das mit der Bezirksregelung verwechselt. Wie genau Luxusgüter verteilt werden weiß ich auch nicht. Annehmlichkeiten solltest du nur nicht "zu" wichtig nehmen, so dass du dich gezwungen siehst viel zu früh Unterhaltungsbezirke zu bauen. Spielerfahungsgemäß lohnen sich Unterhaltungsbezirke erst dann, wenn deine Städte großflächig an oder über die 6-8 Bev. wachsen.
2)Ich habe keine Ahnung, wäre mir aber neu, dass man die Dinger in die Wüste stellen könnte. Ich denke einfach Schlurheit beim Eintag schreiben/übersetzen?
3)Die Baukosten von Bezirken werden im Verlaufe des Spieles in der Regel teurer (gekoppelt an schon erbauter Anzahl dies Typ und genereller Technologiefortschritts) weswegen es sich lohnt zumindest die Bezirke und somit den Baupreis einzulocken, die du sicher haben willst. Bei der Gründung von zB. einer neuen Handelsstadt siedeln würde ich zuerst den Handelsbezirk setzen, dann in ein Monument oder andere Infrastruktur wechseln. Ohne Setzen würde der Preis des Bezirks über den Monometbau steigen. Ansonsten deke ich WB spielt etwas usselig und baut auch mal ein par Dinge an, die weniger Sinn ergeben.
4)Nicht meines Wissens nach, müsste aber theoretisch errechenbar sein. Ich sollte mich mal auf die Suche nach einer Tabelle machen. Immer Monumente bauen!
5)Also ein Ausbau gäbe evt. das Heureka für Steinmetzkunst, das wäre es wert oder einfach um das Feld für die Zukunft zu erschießen. WB ist machmal etwas usselig
6)Nein hast du nicht, ich denk das wäre sogar ein ziemlich guter Kommentar. Braucht allerdings auch zwei Gouverneurstitel.
7)Ja können sie. Leider habe ich die Mechanik zu selten genutzt um dir genauers sagen zu können. Probiers doch mal aus.
8)Karten, Karten, Kanalisation und Gouverneure mit Audienzsaal. Allerdings habe ich kaum Wohnraum Probleme in Süßwasserstädten mit Kornspeicher, Modernisierungen, evt. Aqueduct und später Kanalisation.

Ansonsten noch ein Tip: Anfänger bauen oftmals ihre Städte viel zu weit auseinander. Es loht sich in der Regel mehr sie enger aneinander zu bauen, weil sie A: wohl kaum so riesig werden, dass sie alle Felder bewirtschaften können, B: du besser Bezirkscluster bauen kannst, C sie in den ersten 50 Runden besser gegen KI zu verteidigen sind und D Deutlich mehr Nutzen bei wenig Platz gewonnen werden kann. Außerdem kannst du dann echt tolle Aquädukt-Industie Cluster bauen zwischen zwei oder drei Städten.

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Re: CiV 6 für blutige Anfänger

Beitrag von Kniggebogge » 8. November 2019, 10:54

Ein weiteres Mal vielen Dank für die ausführliche Antwort! Direkte Frage: was ist ein Aquädukt-Industrie-Cluster? Also welchen besonderen Vorteil bringt der?

Generelle Frage: ich habe das Gefühl, dass ich irgendwie "falsch" Spiele. Mein aktuelles spiel ist mit den Cree (in meinen Augen super stark mit dem Landgewinn durch die Handelswege und der Modernisierung) und da das Volk keinen gewinnorientierten Bonus hat (wie mehr Kultur oder so) weiß ich gerade gar nicht so recht, worauf ich meinen Fokus setzen soll. Ich habe mit allen KI's eine Allianz (und hoffe, dass es keinen Krieg geben wird) und baue in erster Instanz in jeder Stadt ein Handwerkszentrum (wenn an Land) oder sowohl Hafen und Handwerkszentrum (wenn an der Küste und nebeneinander wegen dem Bonus). Danach baue ich die Bezirke für Wissenschaft, Kultur und Religion (in der Reihenfolge) immer so, dass ich den max. Bonus raus bekomme.... Aber mehr geht nicht. Platz ist komplett weg, Krieg führe ich keinen und somit bleibt mir ja nicht viel mehr über, oder? Forschen tue ich zwar fokussiert, aber trotzdem habe ich bis jetzt nur 1 oder 2 Forschungen ausgelassen -irgendwie finde ich alles wichtig außer so Dinger, die nur reine Militäreinheiten und sonst nichts bringen.

Wie macht ihr das?

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Re: CiV 6 für blutige Anfänger

Beitrag von luxi68 » 8. November 2019, 23:42

Kniggebogge hat geschrieben:
8. November 2019, 10:54
Ein weiteres Mal vielen Dank für die ausführliche Antwort! Direkte Frage: was ist ein Aquädukt-Industrie-Cluster? Also welchen besonderen Vorteil bringt der?
Ein Cluster besteht aus mehreren Aquädukten und Industriegebieten und der Vorteil ist natürlich, dass jedes Aquädukt einem benachbarten Industriebezirk den Bonus gibt. Also wenn Du es z.B. schaffst, ein Industriegebiet zwischen drei Aquädukte zu setzen, dann bekommt es 3x2 Bonuspunkte an Produktion.

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Re: CiV 6 für blutige Anfänger

Beitrag von Bumblesheep » 9. November 2019, 17:35

Besserwiss: Es nicht möglich ist 3 Aquädukte an ein ein Idustiegebiet zu packen, dafür wären aber Dämme da. Wenn du mal mit Industieclustern experimentieren möchtest, suche dir mal ein Flusscluster, hole deine Pins raus, plaziere ein paar Industiegebiete und dann versuche Aquedukte möglichst gut daran zu plazieren, setzte diene Städte dahingehend aus. Vieleicht kiegst du ja sogar das 3 Industiegebeit Super Dreieck Cluster raus.

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