[Europa Bulliversalis 3] Die Kastilischen Verwalter - Eine Familienchronik

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Littlesid80

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[Europa Bulliversalis 3] Die Kastilischen Verwalter - Eine Familienchronik

Beitrag von Littlesid80 » 17. Oktober 2018, 15:30

An die geneigten Leser.
Wir sehen bewegten und glorreichen Zeiten entgegen, die für die Nachwelt dokumentiert werden sollten. Diese Aufgabe wird die Familie der Littlesids zu ihren vielen verantwortungsvollen Aufgaben und Rollen hinzufügen und sie nach bestem Wissen und mit der dazugehörigen Portion Diplomatie und Zurückhaltung ausfüllen und umsetzen.

Zur Einführung , hier ein kurzer Abriß über unsere Familie.

Wir sind ein hessisches Verwaltergeschlecht, welches sich seine ersten Sporen im Erzbistum Köln verdiente und sich dort eine lange und erfolgreiche Zukunft erhoffte.
Diese Träume zerschlugen sich recht schnell, nachdem sich ein Onkel des Autors als Dombaumeister versuchte und durch eigene Gutgläubigkeit und politische Intrigen im Kölner Kerker wiederfand.
Sein Daumen stecken wahrscheinlich immer noch in den berühmten Kölner Daumenschrauben.

Um weiteren Ungemach zu entfliehen entschied sich mein Vater eine vakante Verwalterstelle am Hofe von Toledo anzunehmen.
Der gute Wein und das, dem Rheuma meines Vaters zuträgliche, warme Klima mögen diese Entscheidung natürlich bestärkt haben.

Zu dem jetzigen Zeitpunkt habe ich seine Stelle übernommen und werde die Geschichte des kastilischen Königreiches ab dem Zeitpunkt des 11. November 1444 begleiten, eventuell formen aber mit Sicherheit kommentieren.


Was bisher geschah.

Die ersten Jahre verliefen recht unspektakulär und ruhig. Der König schickte mich unablässig durch das Land auf das ich Missstände bekämpfen und Wohlstand, Frieden und Recht in seinem Namen bringen sollte.
Diesen Aufgaben kam ich mit Freude, Nachdruck und kleineren Erfolgen nach.

Die erste Herausforderung kam mit einer Beleidigung vom portugiesischem Hofe. Unser stolzer König forderte schäumend Genugtuung und befahl seinem Reich einen Krieg gegen unseren westlichen Nachbarn.
Sowohl Land wie auch Armee erwiesem ihm die Ehre eines erfolgreichen Krieges und eines befriedigenden Friedens, der seinen Wohlstand und seine Macht vergrößerte.

Die einzigen schwarzen Momente in dieser Zeit wurden lediglich durch die unmöglichen und ehrlosen Eskapaden des Thronfolgers (intern auch bekannt als "Die Weichbirne"; Anmerkung des Autors) hervorgerufen.
In einem Akt der Gnade seinem Land gegenüber verbannte der König diesen Tunichtgut, nach dem Friedensschluß mit Portugal, ins Kloster wo er hoffentlich einen besseren Weg einschlagen möge.

Nach kurzer Zeit wurde dem abtrünigem Vasall, der Emir von Granada, ebenfalls der Krieg erklärt und seine Gebiete unter die direkte Herrschaft der kastilischen Krone gestellt.

Wer nun denkt, daß damit goldene Zeiten angebrochen wären, muss enttäuscht werden. Bevor ein neuer Erbe aus dem Hause de Tastamara geboren wurde, verstarb unser geliebter König urplötzlich und unverhofft. Gerüchte kamen auf ob nicht eine ausländische Macht dahinter stecken könnte um dem Ruhm und dem Glanz Kastiliens zu schaden.
Zu diesen Gerüchten kann ich noch nichts schreiben aber wir haben Ermittler und Spitzel, gesand um dieser Frage nachzugehen.

Derzeit sitzt ein englischer Mann aus dem Hause Lancaster auf dem Thron und wir werden sehen was er und die Zeit uns bringen werden.

Littlesid80

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Re: Die Kastilischen Verwalter - Eine Familienchronik

Beitrag von Littlesid80 » 23. Oktober 2018, 21:16

Bewegte Zeiten Geschätzter Leser, leider war es mir längere Zeit nicht möglich meinen Pflichten als Chronist nachzukommen. Vielfältige Aufgaben und Situationen haben mich davon abgehalten.
Ich bitte dies zu entschuldigen.

Aber nun zu dem was geschehen ist. Es ist eine Geschichte von Familienzwist, Krieg, Liebe und Macht.

Nachdem ein englischer Adliger aus dem Geschlecht der Lancasters auf den kastilischen Thron gelangt ist wurde das Leben und Verwalten im beschaulichen Kastilien turbulent und nie langweilig.

Unser Land unterstützte aufgrund persönlicher Sympathie und gemeinsamer Handelsinteressen den Unabhängigkeitskrieg von Schweden gegen Dänemark. Unsere Armada besiegte, gemeinsam mit schwedischen Galeeren, die dänisch-norwegische Flotte und unsere heldenhaften Truppen belagerten erfolgreich die dänische Hauptstadt.
Auf beiden Seiten wurde tapfer und ehrenhaft gekämpft, geblutet und gestorben.
Doch gleichzeitig zogen die düsteren Wolken eines Bürgerkrieges über unserem geliebten und schönen Land auf.
Ich versuchte mit Hilfe von Überredungskunst,Staatsdiplomatie und örtlicher Entwicklung das Grauen eines Bruderkrieges zu vermeiden aber zu meiner Schande muss ich gestehen, daß ich den Starrsinn und die Unbelehrbarkeit der Rebellen unterschätzt hatte.
Kurze Zeit nachdem unsere heldenhaften Truppen aus Dänemark brach der fürchterliche Bürgerkrieg los.
Frauen, Kinder, Alte und Junge klagten und weinten aber unsere kompetenten Truppen besiegten die Rebllen und einigten unser Land wieder auf dass es blühen und gedeihen möge.
Sogar unser neuer König stürzte sich tapfer in die Schalchten und vernichtete seine Gegner.

Aber wie ich gerade höre ruft mich mein König zu sich. Wahrscheinlich ist er wieder hinter einer hübschen Senorina hinterher und beadrf meiner Hilfe.

So verbleibe ich bis auf weiteres Euer ergebener Littlesid.

Littlesid80

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Beitrag von Littlesid80 » 6. November 2018, 17:38

Das Leben tobt - Geburten, Heiraten, Tot - Der ewige Kreislauf auch in Kastilien Seid gegrüßt liebe Leser. Es ist eine geraume Zeit vergangen, seit dem Ihr was von mir zu lesen bekamt. Aber meine mannigfaltigen Aufgaben am kastilischen Hofe haben mich doch sehr arg in Anspruch genommen und mir fehlte die Muse um mich an mein Schreibpult zu stellen und das Geschehene auf Papier und in eine angemessene schriftliche Form zu bringen.
Aber nun da mein Sohn (gleichen Namens, wie es Familientradition will), mir im Alter anfängt Sorgen und Nöte abzunehmen, habe ich die Zeit gefunden mich unserer Familienchronik zu widmen.

Und so geht die Geschichte weiter.

Unser König , Sieger des Bürgerkrieges und Befrieder unseres Landes, zog alsbald wieder in einen Krieg und zwar gegen unseren Nachbarn Portugal. Es war ein kurzer und erfolgreicher Krieg, der mit der Übernahme aller portugiesischer Festlandsbesitzungen und der Vasallisierung von Restportugal endete. Mögen dies ein Warnung an alle Könige und Fürsten sein, die es wagen sollten, das kastilische Königshaus zu beleidigen.

Unser treuer und geschätzter Verbündeter Schweden konnte ebenfalls seine Macht und seinen Einfluß in der Nordsee ausbauen und machte seiner jungen Dynastie Ehre. Mögen unsere beiden Länder noch lange fest und einig nebeneinander stehen.

Neun Monate nach der Siegesfeier kam eine Prinzessin auf die Welt, obwohl unser König zu dieser Zeit keine offizielle Gemahlin hatte. Dieser etwas peinliche Umstand wurde allerdings durch die Freude über eine Thronfolgerin überdeckt.

Doch leider konnte sich unser geliebter König nicht all zu lange über sein Kinderglück freuen, denn er starb wenige Jahre später an einer Herzattacke in den Armen einer heißblütigen Senorina.
Aber immerhin gab er eine lächelnde Leiche ab, die bei der Aufbahrung in der Kathedrale von Santiago de Compostela, für mehr lachende als weinende Gesichter sorgte.

Kurz darauf starb allerdings auch der aragonesische König und durch vertragliche Absprachen mit dem aragonesischen Königshof gelang es mir eine Personalunion mit Aragon und Neapel zu schmieden.
Möge Gott der Allmächtige dieser Verbindung seinen Segen geben und möge es keine böswilligen Neider geben.

Littlesid80

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Beitrag von Littlesid80 » 6. November 2018, 17:47

Die Generationen wechseln Die obigen Worte waren die letzten die mein seliger Vater noch zu Papier bringen konnte. Seine diplomatischen Reisen und Gespräche im Vorfeld und im Nachgang zu der mittlerweile berühmten Iberischen Hochzeit hatten seiner Konstitution nicht gut getan und so verschied er allsbald im Kreise seiner Familie, Freunde und langjährigen Wegbegleiter.

Nun ist es an mir, seinem Sohn, sein begonnenes Werk fortzusetzen und auszubauen. Auf das ich ihm, der Familie und Kastilien Ehre mache und sie sogar mehre.

Was kann ich Dir, oh geneigtem Leser, berichten.

Die Verwaltung unserer Ländereien in Aragon, Kastilien, Neapel und Portugal stellt sich als große Aufgabe dar. So müssen doch die unterschiedlichsten Gebräuche , Traditionen und Befindlichkeiten beachtet werden.
Außerdem blickt das Ausland nun mit Argusaugen auf unser stolzes Königshaus.

Während ich an einem Glas Wein aus Rioja nippe und an einem Stück Seranoschinken nage, warte ich auf die Boten die ich zu unseren Nachbarländern geschickt habe.
Somit verbleibe ich bis demnächst auch weiterhin Euer ergebenster Chronist

LittleSid (zweiter diesen Namens)

Littlesid80

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Beitrag von Littlesid80 » 13. November 2018, 17:25

Noch eine Hochzeit und ein diplomatischer Exkurs

Und wieder sind Monate und Jahre im kastilischen Königreich vergangen, in denen sich Dinge entwickelten und Erkenntnisse reiften.
Zu aller erst lasst mich berichten, was es mit der Hochzeit auf sich hat.
Eine der letzten großen Handlungen meines Vaters, war ein Schreiben an den österreichischen Erzherzog und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
In diesem setzte er sich mit dem Verhältnis unserer beiden Reiche auseinander und schlug eine engere Kooperation vor.
Aufgrund von Verbindungsproblemen innerhalb des Brieftaubennetzwerkes blieb es meinem Vater leider verwehrt eine Antwort zu erhalten.
Eines Tages in den ersten Monaten meines Dienstes an der Krone erreichte mich dann eine Reiterbotschaft aus Wien, mit dem Vorschlag unseren Erbprinzen mit einer Prinzessin der Habsburger zu verloben, auf daß eine Staatsehe entstehen kann.
Kurze Zeit später wurde diese Verbindung durch ein gemeinsames Bündniss gestärkt.

Die Verlobungsfeier wurde mit einer Pracht und Schönheit begangen wie es dem hohen Rang der Habsburgerprinzessin gebührte und der Ehre unseres Thronfolgers geziehmte.
Die Feierlichkeiten zogen sich eine Woche dahin und waren angefüllt mit Speis und Trank für Volk und Adel und inspirierten mehrere Künstler zu hoffentlich zeitlosen Werken.

Doch komme ich nun wieder besser zu meinem Metier, der Realpolitik, zurück.
Derzeit sieht unsere diplomatische Lage wie folgt aus.
Im Norden ist der Franzose dabei weitere Ländereien in Westeuropa zu erobern. Wie ich finde nimmt er wenig Rücksicht auf die Verstimmung der Reichsfürsten und anderer Nachbarländer. Dies könnte zu einer massiven Destabilisierung der dortigen Beziehungen führen. Kastilien wünscht natürlich keinen schwachen bzw. ohnmächtigen Franzosen aber eine übermächtigen und aggresiv-expansiven Franzosen wünschen wir ebenso wenig. Aber noch besteht ein informeller Waffenstillstand und reger Handel zwischen unseren Ländern.
Im Süden hingegen ballen sich Wolken der Gefahr in Form der Afrikanischen Union zusammen. Zwar hat der Marrokaner seine Überfälle auf unsere Küsten eingestellt und durch unsere gemeinsamen finanziellen Transaktionen konnte sich ein Bank von Casablanca bilden aber sein Bündnissystem scheint sich offenbar aggresiv gegen Kastilien zu richten.
Neben einem uns noch unbekannten Land Mali, ist er mit dem mächtigen Mamelucken verbündet.
Dieses Bündnis mit unserem Rivalen sorgt für Spannungen und bereitet mir große Sorgen.
Demgegenüber sieht unser Verhältnis mit unserem langjährigen und treuen Verbündeten Schweden sehr gut aus. Der Handel zwischen unseren beiden Reichen wächst und floriert mit jedem Monat. Möge sich daran nie was ändern.

Gerade höre ich die Nachricht,daß ein Reiter aus Wien den Hof erreicht und ich werde eilen um zu erfahren, was unser neuer Verbündeter zu vermlelden hat.
Bis zum nächsten Eintrag wünsche ich Euch lieber Leser gutes Gelingen und frohes Lesen.

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Beitrag von Littlesid80 » 14. November 2018, 19:23

Krieg um Krieg - Nur für was?

Der österreichische Bote brachte uns einen Bündnisruf zu einem Krieg gegen Venedig.
Nach kurzer Beratung mit den Ministern schickten wir ihn mit einem positiven Bescheid auf seine lange Heimreise und mobilisierten unsere Flotte und Armee.
Nach einem kurzen Stop in Neapel setzte unsere erste Armee auf den Balkan über und unsere Flotte unterstützte die österreichische Flotte in der Seeschlacht vor Venedig.
Nach einer langen und glorrreichen Schlacht gaben unsere Großkampfschiffe den Ausschlag und die Venezianer zogen ab wie geprügelte Hunde.
Derweil belagerte unsere Armee venezianische Festungen.
Alles zum Ruhm unseres Reiches und für den Erfolg der Habsburger. Mögen sie unsere Hilfe erkennen und würdigen.
Derweil hielt mich die Ausbildung unserer Königin in Atem. Sie ist eine starke Person, wenn auch nicht weise und gelassen, so ist sie doch energisch und durchsetzungsstark.
Manchmal glaube ich, Sie streitet mit mir aus purer Freude und jugendlichem Leichtsinn.
Aber insgesamt achtet sie mich und schätzt meinen Rat.
Nach einem erfolgreichen Friedensschluß für Östrreich, marschierten unsere siegreichen Truppen durch halb Europa zurück nach Kastilien, wo ihnen ein euphorischer Empfang zu Teil wurde.
Da wir wenig Verluste zu beklagen hatten waren die trauernden Hinterbliebenden der gefallenen Heroen weit in der Minderheit.

Wer jedoch auf längeren Frieden hoffte wurde bald enttäuscht. Unser guter Verbündeter Schweden hatte seinen Blick auf Königsberg gerichtet und rief uns kurze Zeit später in einen Krieg gegen den Livonischen Orden, Litauen und Schottland.

Ich ließ auf ein Neues die Flotte herrichten, die Truppen mustern und schickte sie gen Schottland.

Ich befürchte die Welt erlangt langsam ein sehr falsches Bild von Kastilien obwohl wir doch selten die eigentlichen Eroberer sind. Die letzten Eroberungen tätigte mein Vater schon vor Jahrzehnten und sie betrafen nur unsere Grenzen.
Aber bevor mich der Schwermut des Herbstes übermannt gehe ich in mein Lieblingsgasthaus und werde einen Krug Wein genießen.

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Beitrag von Littlesid80 » 20. November 2018, 16:41

Post Bellum - Ante Bellum Nach dieser etwas freien lateinischen Überschrift wird euer treuer Chronist Littlesid Secundus gleich konkreter.
Aber wieso überschreibe ich diesen Abschnitt auf Latein? Nun, nachdem sich die Renaissance auch in Kastilien durchgesetzt hat, ist es Mode und chic geworden ab und an in lateinischen Floskeln zu parlieren und dieser Mode konnte ich mich auch nicht verschließen.

Also verzeiht mir diesen Kratzfuss vor dem Zeitgeist und lest weiter.

Während meines letzten Berichtes war unsere Flotte mit einer Armee auf dem Weg nach Schottland um unseren teuren, treuen und geschätzten Verbündeten in Schweden zu unterstützen. Dort kam es zu einem Wettrennen um stratgeische Belagerungen mit den Engländern. So manches Mal kam es fast zu Gefechten als sich unsere Truppen begegneten, weil sowohl wir als auch die Engländer im jeweils annderen die Schotten vermuteten. Doch die schottische Armee stand vollzählig in Schweden und kümmerte sich nicht um ihr Heimatland.
Während dieses merkwürdigen Kriegseinsatzes ballten sich düstere Wolken eines großen Krieges über dem europäischen Kontinent zusammen.
Der franzöische König hatte es geschafft, dass sich drei gegnerische Koaltionen zusammen fanden. Eine unter der Ägidie unseres Verbündeten Österreichs.
Leider unterlief dem franzöischem König ein diplomatischer Fauxpass und der Erzherzog erklärte ihm infolge dessen sofort den Bestrafungskrieg.
Gleichzeitig rief er uns zu den Waffen und auf einmal kämpfte Kastilien in zwei Kriegen gleichzeitig.
Glücklicherweise fand der Krieg in Schottland ein schnelles Ende, sodaß wir all unsere Truppen in gen Pyrenäen schicken konnten. Die französischen Truppen belagerten schon die Festung in Navarra obwohl ihr Kernland schon von Westen aufgerollt wurde.
Vor den Toren der Festung kam es zu einer großen und blutigen Schlacht, die hin und her wogte und so manches Mal stand unser Sieg auf Messersschneide. Auf beiden Seiten wurde tapfer und ehrenvoll gekämpft und gestorben. Am Ende entschied ein gewagte Reiterattacke auf der linken Flanke die SChlacht zu unseren Gunsten.
Nach diesem Gemetzel zogen unsere Truppen über die Berge und belagerten die dortige Festung.
Und obwohl wir keine weiteren Festungen oder Provinzen belagerten und West- und Zentralfrankreich von Truppen aus mittlerweile drei Koalitionen überrannt wurde, fand sich die französische Armee wieder bei uns ein.
Und ein weiteres Mal wiederholte sich der Ablauf, wie in der vorangegangen Schlacht. Tausende starben tapfer, die Göttin Fortuna neigte ihr Haupt mal der einen und mal der anderen Seite zu. Aber als sich die Kämpfe dem Ende näherten, erreichte Verstärkung für unsere Truppen den Ort des Geschehens und wir konnten auch diesen Kampf gegen einen ehrenhaften und tapferen Gegner für uns entscheiden.
Diese zwei großen Schlachten und die vielen Belagerungen der Verbündeten sorgten dafür, dass der Krieg dann relativ schnell mit einem schmerzhaften Frieden für Frankreich beendet wurde. Mehrere Provinzen mussten an neue und alte Staaten abgegeben werden und der franzöische Staatsschatz wurde gefordert. Unseren Anteil daran nutzte ich umgehend zur Schuldentilgung und für den Bau einiger Gebäude.

Gerade höre ich , dass ein Gesandter des marrokanischen Königshauses im Hof eingeritten ist. Ich habe vorsorglich unsere Armee in den Süden gesandt gehabt. Aber warten wir ab was geschehen mag.
Bis dahin verbleibe ich wiedermal lieber, treuer Leser mit guten Wünschen.

Littlesid

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Beitrag von Littlesid80 » 21. November 2018, 14:12

Ein Pferd + Ein Hund + Ein Zettel = Ein Krieg?!
Lieber Leser manchmal diktiert uns das Leben Geschichten, die einem selbst niemals einfallen würden.
Wieso komme ich auf diese Aussage?
Am Ende meines letzten Eintrages erreichte ein Bote des marokkanischen Königshauses den Schloßhof und ich eilte ihm entgegen. Als ich den Hof betrat um ihn in Empfang zu nehmen sah ich den Schoßhund der Königin an mir vorbeisausen und am Pferd des Botens heraufspringen. Das Pferd schüttelte leicht sein Bein aber der Hund (es war ein sehr kleiner) wurde unglücklich getroffen und schlitterte tot vor meine Füsse.
Vom Balkon der königlichen Gemächer erklang ein wütender und zugleich schmerzerfüllter Schrei über den Schloßhof. Die Königin hatte das Geschehen also mit eigenen Augen beobachtet. Das sollte leider harte Folgen nach sich ziehen.
Ich versuchte den Boten auf dem Weg in den Beratungssaal zu beruhigen als mir ein Briefchen von einer Hofdame meiner Königin überreicht wurde in dem sie mir unmissverständlich klar machte, daß nur eine Kriegserklärung an Marokko ihre Trauer und ihren Zorn beruhigen bzw. besänftigen könnten.
Also musste ich dem höflichen aber erschütterten Gesandten quasi noch auf der Türschwelle den Krieg erklären.
Da sich unsere Truppen schon in Südkastilien auf Erholungsurlaub, nach dem Krieg gegen den Franzosen, befanden setzten sie schnell über die Straße von Gibraltar und belagerten zügig die zwei dortigen Festungen.
Kurze Zeit später erschien die marokkanische Armee und nach einer kurzen aber heftigen Schlacht wurde sie, trotz heldenhaften Kampfes, völlig vernichtet.
Auch die marokkanischen Seeleute und ihre malinesischen Verbündeten kämpften wacker und anerkennenswert. An unserer Seite erwies uns Schweden die Ehre unser gemeinsames Bündnis zu wahren und folgte tapfer in den Krieg. Unser Dank wird sie begleiten.
Eine Folge der totalen Vernichtung der gegnerischen Armee war, daß der Zorn der Königin verrauchte und ich sie von einem schnellen und nicht ganz so schmerzhaften Friedensschluß überzeugen konnte.
Wir gewannen lediglich die drei nordafrikanischen Provinzen, die zu unserem Handelsplatz Sevilla gehören, dazu und die Berber konnten ihr Gesicht und ihren Stolz wahren.
Eine weitere Folge ergab sich aus dem Entdecken des malinesischen Königreiches. E gelang uns, trotz des vorhergehenden Krieges mit ihnen (sie sind Verbündete der Marokkaner), eine Gesandtschaft zu Ihnen zu schicken und wir konnten ein sehr kluges und produktives Gespräch mit einem diplomatischen und fähigen Herrscher führen. Dies diente dazu unsere zukünftigen Expansionen (kolonialer Natur) an der westafrikanischen Küste abzusprechen.

Als denn geschätzter Leser , so ist die derzeitige Lage.
Ich hoffe die nächsten Centarien verlaufen friedlicher da wir unser Auge auf eine neue Welt im Westen richten wollen, die von unseren Erkundern entdeckt wurde. Soviel zum Seeweg nach Indien.

Buen dia.

Littlesid Secundus

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Re: [Europa Bulliversalis 3] Die Kastilischen Verwalter - Eine Familienchronik

Beitrag von Littlesid80 » 26. November 2018, 19:04

Abenddämmerung auf einer Terrasse "Ein wunderschöner iberischer Sonnenuntergang schickt sich an die Welt in ein warmes Licht zu tauchen, während ein rüstiger älterer Mann mit einem Glas schimmernden Rotweins auf der Terrasse seines Anwesens erscheint und sinnend in die dämmrige Landschaft hinausschaut. Kurze Zeit später taucht ein jüngerer Mann auf, welcher dem alten Herren sehr ähnlich sieht. Nach einem kurzem Moment des Schweigens beginnen die Beiden ein vertrautes Gespräch"........

Mein Sohn, wie war Deine Reise in den Norden zu unserem treuen Freund auf dem schwedischen Thron? Waren unsere Truppen eine Unterstützung für ihn , in seinem erneuten Krieg gegen die Schwächlinge aus Dänemark?

Ja Vater, sie haben unserem Land und der Krone Ehre gemacht und in schnellen Belagerungen den Feind zermürbt. Und ich soll Euch herzlichst vom König grüßen. Er war traurig das Ihr euch wohl in dieser Welt nicht wieder begegnen werdet.

So ist das nunmal Littlesid, in meinem Alter sollte man nicht mehr so weite und lange Reisen unternehmen. Aber ich denke unser Verhältnis zu den wackeren Schweden wird auch unter deiner Arbeit nicht leiden sondern weiter stark und fest bleiben. Hast Du auf dem Wege hier her noch die Depeschen an den Königshof gebracht und der Königin deine Aufwartung gemacht und ihr Meldung erstattet?

Aber natürlich, nebenbei habe ich auch meine Verlobte besucht und sie lässt euch grüßen. Auch die Königin erkundigte sich eingehend nach eurem Befinden und drückte ihre Hoffnung aus, daß ihr ihr noch lange mit gutem Rat dienen werdet.

Ach weißt Du mein Sohn, ich habe nun 40 Jahre diesem Land gedient, es ist größer und mächtiger geworden. Ich habe viele Kriege erleben müssen. Nachbarn wurden zu Feinden. Kriege wurden wegen toter Hunde geführt, glaub mir ich bin es leid und müde. Ich hoffe ich werde noch ein paar Jahre hier auf meinem Anwesen haben, um alljährlich den Wein beim wachsen und reifen zuzusehen. Und vielleicht schenkst du deiner Mutter und mir noch ein paar Enkel. Aber von der Politik werde ich mich fern halten. Vielleicht reise ich nochmal nach Marrokko und besuche den alten Admiral der unsere Flotte damals so übel gerupft hat und trinke mit ihm auf den Frieden. Für mehr fehlt mir dann aber doch mittlerweile der Elan und die Kraft.

Nun denn verehrter Vater ihr könnt aber auf wesentlich mehr Leistungen zurückblicken. Ihr habt die Macht des Adels gebrochen, unser Königshaus steht fest und sicher. Der Handel und das Handwerk blühen. Wir werden vielleicht nicht geliebt in der Welt aber auch nicht gefürchtet. Respekt beherrscht unsere Diplomatie in alle Richtungen und unser Prestige ist groß. Nebenbei wurde während eures Wirkens durch unsere Erkunder ein neuer Kontinent entdeckt und wir begannen ihn zu besiedeln. Ihr habt Euch einen respektablen Platz in den iberischen Geschichtsbüchern verdient.

Wenn du das sagst. Aber bedenke das, wenn du mich auf solch hohen Sockel stellst wirst du ein schweres Erbe antreten müssen. Gehe deinen Weg konsequent und ehrenhaft. Sei großzügig zu deinen Freunden und großmütig gegenüber deinen Feinden. Schütze das Königshaus und erweitere seine Macht. Und wenn du nebenbei noch ab und an Zeit für einen Besuch bei deiner Mutter und mir hast würde mich das sehr glücklich machen.

".....und während die Sonne entschwindet und sich eine angenehme Kühle ausbreitet schauen die beiden Männer versonnen und friedlich in die Dunkelheit"

Littlesid80

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Beitrag von Littlesid80 » 27. November 2018, 17:14

Eine königliche Audienz

Der königliche Hof in Toledo vibriert und summt , wie ein Bienenstock, vor Geschäftigkeit. Ein ständiges Kommen und Gehen herrscht auf den Gängen, Fluren und Höfen. Dienstboten, Emissäre, Bittsteller, Zofen, stolze und aufbrausende Adlige wimmeln in farbenfrohen Gewändern und Bekleidungen um einander herum.
Vor dem königlichen Audienzsaal sticht eine großgewachsene, aufrechte Person in schlichter, schwarzer Gewandung durch ihre Ruhe und Gelassenheit hervor. In ruhigem aber bestimmten Ton erteilt er Anweisungen an Beamte, beantwortet präzise und angemessen Fragen von Botschaftern, Gildenvertretern, Seeleuten, Kaufmännern und Militärs.
Neben ihm stehen mehrere Schreiber die mit Pergamentrollen und Büchern beladen sind. Alles in allem umgibt diesen Mann ein Aura der bescheidenen und kontrollierten Macht und umfassenden Wissens.
Als sich die Türen öffnen ertönt der Ruf des Zeremonienmeisters der Königin.

"Verwalter Littlesid Tertius bittet tretet ein.Eure Königin wünscht sich mit Euch zu besprechen und zu beraten."

Gemessenen Schrittes nähert sich der Gerufene dem Thron und beugt ehrerbietig sein Knie vor der Königin. Nachdem sie ihre Zofen und anderen Begleiter des Saales verwiesen hat und die beiden , bis auf zwei Schreiber, alleine sind beginnt folgendes Gespräch.

"Seid mir gegrüßt junger Littlesid. Wie geht es eurem geschätzten Herrn Vater? Er ließ MIR vor zwei Monaten zwei rote Kater als Geschenk zukommen. Mit einem Brief in dem stand, daß dies majestätischere Haustiere seien, die auch zu klug wären ein Pferd anzufallen und dabei zu sterben. Hat euer Vater auf sein alten Tage den Humor für sich entdeckt?"

Ein kurzes Schmunzeln zuckt über das Gesicht von Littlesid.

"Nun ja, meine Königin, ich stimme sowohl Euch als auch meinem Vater zu. Diese beiden Kater rennen sicherlich nicht in einen wütenden Pferdehuf und ja auf seine alten Tage hat mein Vater seinen Humor wieder hervorgeholt, den er in Eurem Dienste leider so manches Mal dem Ernst der Pflicht opfern musste."

Die Stirn der Königin umwölkte sich kurz vor Zorn (sie ist aber auch eine stolze Person, diese Dame) aber nach einem kurzen Moment verflüchtigten sich die Wolken und ein herzliche Lachen perlte aus ihrem Mund.

"Ihr habt recht junger Freund. Es sei eurem Vater auch gegönnt. Kastilien ist durch seinen unermüdlichen und pflichtbewussten Dienst mächtig und stark geworden. Und er war MIR ein guter Lehrer. Und nun belassen wir es bei diesem Geplänkel. ICH habe Euch heute zu mir rufen lassen, um MICH zu erkundigen ob ihr euch gut eingearbeitet habt und wie der Stand der Dinge in MEINEM Reich ist?"

Nach kurzem Nachdenken beginnt Littlesid zu berichten.

"Ich danke euch für euer Interesse. Ja meine Einarbeitung ist abgeschlossen. Eure Kanzlei läuft wie eine gut trainierte Einheit. Unsere Steuern und Zölle ermöglichen uns den Ausbau eures Landes, der Flotte und der Armee. An unseren Grenzen herrscht bislang Frieden und wir haben Botschafter in viele Länder Europas und Afrikas gesandt."
"Ich war so frei unseren ehrenvollen Verbündeten in Schweden und Österreich kurze diplomatische Noten zu schicken um sie über die Übergabe der Ämter an mich zu informieren. Nebenbei versicherte ich in Eurem Namen, daß wir weiterhin enge und geschätzte Partner bleiben wollen."

Zufrieden neigte die Königin ihr Haupt ihrem Verwalter zu. Unterdessen schnürte einer der Kater schnurrend um des Verwalters Stiefel und wurde von diesem kurz gekrault. Zufrieden mit dieser kleinen Aufmerksamkeit trollte sich das majestätische Tier und rollte sich auf einem Sessel neben der Königin zusammen und schlief ein.

"Diese Katzen sind schon eigensinnige Tiere, sie machen was sie wollen und wann sie es wollen. Erst neulich hat einer von ihnen MEIN Lieblingsschmuckkästchen umgeworfen und mit unbezahlbaren Schmuck gespielt als wären es Kiesel." entfuhr es der Königin.

"Manchmal erinnern sie MICH an MEINE Jugend in der ICH sehr stolz und wild war und euer Vater seine liebe Mühe hatte MICH zur Räson zu bringen. So manches Mal habe ICH getobt und geschrieen. Aber irgendwann gewann seine Ruhe und wir konnten weiterarbeiten. Nun zu Euren Vorhaben. Wie wollt ihr MIR dienen und helfen?"

"Meine Königin. Ich würde unsere Kolonialbemühungen ausbauen um unseren Handel zu stärken und das Wort der Kirche in fremde Länder zu tragen. Unser Verhältnis zum Papst ist leider nicht das allerbeste aber das sind vorübergehende Kalamitäten. Ich denke der alte Mann in Rom wird sich beruhigen. Allzu alt werden die Bischöfe von Rom ja nun auch nicht. Weiterhin sollten wir auf die Wünsche unserer Verbündeten achten und sie ggf. unterstützen. Die Flotte muss ausgebaut und modernisiert werden und die anderen Krondomänen von Euch dürfen auch nicht vernachlässigt werden. Außerdem rechne ich demnächst mit einem neuen Krieg aber das wird sich noch zeigen."

Während dieser Ausführungen hatte es sich der zweite Kater auf dem Schoß der Königin gemütlich gemacht und ließ sich hingebungsvoll von ihr streicheln.

"Was Krieg? Aber doch nicht jetzt?" sagte die Königin sichtlich abgelenkt.

"Nein, nein meine Königin. Aber man sollte sich im Frieden immer für den nächsten Krieg wappnen auch wenn man ihn nicht wünscht."

"Da habt ihr recht. Nun gut dann dürft Ihr euch entfernen und weiter in unserem Namen regieren"

Mit diesen Worten und einem huldvollen Nicken entlässt die Königin die große Gestalt und widmet sich ihren Katern.

Nach einer knappen aber respektvollen Verbeugung verlässt unser Littlesid den Saal und taucht wieder in das Gewimmel und Gewusel des Palastes ein.

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