[Europa Bulliversalis 3] Die Kastilischen Verwalter - Eine Familienchronik

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Littlesid80

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[Europa Bulliversalis 3] Die Kastilischen Verwalter - Eine Familienchronik

Beitrag von Littlesid80 » 17. Oktober 2018, 15:30

An die geneigten Leser.
Wir sehen bewegten und glorreichen Zeiten entgegen, die für die Nachwelt dokumentiert werden sollten. Diese Aufgabe wird die Familie der Littlesids zu ihren vielen verantwortungsvollen Aufgaben und Rollen hinzufügen und sie nach bestem Wissen und mit der dazugehörigen Portion Diplomatie und Zurückhaltung ausfüllen und umsetzen.

Zur Einführung , hier ein kurzer Abriß über unsere Familie.

Wir sind ein hessisches Verwaltergeschlecht, welches sich seine ersten Sporen im Erzbistum Köln verdiente und sich dort eine lange und erfolgreiche Zukunft erhoffte.
Diese Träume zerschlugen sich recht schnell, nachdem sich ein Onkel des Autors als Dombaumeister versuchte und durch eigene Gutgläubigkeit und politische Intrigen im Kölner Kerker wiederfand.
Sein Daumen stecken wahrscheinlich immer noch in den berühmten Kölner Daumenschrauben.

Um weiteren Ungemach zu entfliehen entschied sich mein Vater eine vakante Verwalterstelle am Hofe von Toledo anzunehmen.
Der gute Wein und das, dem Rheuma meines Vaters zuträgliche, warme Klima mögen diese Entscheidung natürlich bestärkt haben.

Zu dem jetzigen Zeitpunkt habe ich seine Stelle übernommen und werde die Geschichte des kastilischen Königreiches ab dem Zeitpunkt des 11. November 1444 begleiten, eventuell formen aber mit Sicherheit kommentieren.


Was bisher geschah.

Die ersten Jahre verliefen recht unspektakulär und ruhig. Der König schickte mich unablässig durch das Land auf das ich Missstände bekämpfen und Wohlstand, Frieden und Recht in seinem Namen bringen sollte.
Diesen Aufgaben kam ich mit Freude, Nachdruck und kleineren Erfolgen nach.

Die erste Herausforderung kam mit einer Beleidigung vom portugiesischem Hofe. Unser stolzer König forderte schäumend Genugtuung und befahl seinem Reich einen Krieg gegen unseren westlichen Nachbarn.
Sowohl Land wie auch Armee erwiesem ihm die Ehre eines erfolgreichen Krieges und eines befriedigenden Friedens, der seinen Wohlstand und seine Macht vergrößerte.

Die einzigen schwarzen Momente in dieser Zeit wurden lediglich durch die unmöglichen und ehrlosen Eskapaden des Thronfolgers (intern auch bekannt als "Die Weichbirne"; Anmerkung des Autors) hervorgerufen.
In einem Akt der Gnade seinem Land gegenüber verbannte der König diesen Tunichtgut, nach dem Friedensschluß mit Portugal, ins Kloster wo er hoffentlich einen besseren Weg einschlagen möge.

Nach kurzer Zeit wurde dem abtrünigem Vasall, der Emir von Granada, ebenfalls der Krieg erklärt und seine Gebiete unter die direkte Herrschaft der kastilischen Krone gestellt.

Wer nun denkt, daß damit goldene Zeiten angebrochen wären, muss enttäuscht werden. Bevor ein neuer Erbe aus dem Hause de Tastamara geboren wurde, verstarb unser geliebter König urplötzlich und unverhofft. Gerüchte kamen auf ob nicht eine ausländische Macht dahinter stecken könnte um dem Ruhm und dem Glanz Kastiliens zu schaden.
Zu diesen Gerüchten kann ich noch nichts schreiben aber wir haben Ermittler und Spitzel, gesand um dieser Frage nachzugehen.

Derzeit sitzt ein englischer Mann aus dem Hause Lancaster auf dem Thron und wir werden sehen was er und die Zeit uns bringen werden.

Littlesid80

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Re: Die Kastilischen Verwalter - Eine Familienchronik

Beitrag von Littlesid80 » 23. Oktober 2018, 21:16

Bewegte Zeiten Geschätzter Leser, leider war es mir längere Zeit nicht möglich meinen Pflichten als Chronist nachzukommen. Vielfältige Aufgaben und Situationen haben mich davon abgehalten.
Ich bitte dies zu entschuldigen.

Aber nun zu dem was geschehen ist. Es ist eine Geschichte von Familienzwist, Krieg, Liebe und Macht.

Nachdem ein englischer Adliger aus dem Geschlecht der Lancasters auf den kastilischen Thron gelangt ist wurde das Leben und Verwalten im beschaulichen Kastilien turbulent und nie langweilig.

Unser Land unterstützte aufgrund persönlicher Sympathie und gemeinsamer Handelsinteressen den Unabhängigkeitskrieg von Schweden gegen Dänemark. Unsere Armada besiegte, gemeinsam mit schwedischen Galeeren, die dänisch-norwegische Flotte und unsere heldenhaften Truppen belagerten erfolgreich die dänische Hauptstadt.
Auf beiden Seiten wurde tapfer und ehrenhaft gekämpft, geblutet und gestorben.
Doch gleichzeitig zogen die düsteren Wolken eines Bürgerkrieges über unserem geliebten und schönen Land auf.
Ich versuchte mit Hilfe von Überredungskunst,Staatsdiplomatie und örtlicher Entwicklung das Grauen eines Bruderkrieges zu vermeiden aber zu meiner Schande muss ich gestehen, daß ich den Starrsinn und die Unbelehrbarkeit der Rebellen unterschätzt hatte.
Kurze Zeit nachdem unsere heldenhaften Truppen aus Dänemark brach der fürchterliche Bürgerkrieg los.
Frauen, Kinder, Alte und Junge klagten und weinten aber unsere kompetenten Truppen besiegten die Rebllen und einigten unser Land wieder auf dass es blühen und gedeihen möge.
Sogar unser neuer König stürzte sich tapfer in die Schalchten und vernichtete seine Gegner.

Aber wie ich gerade höre ruft mich mein König zu sich. Wahrscheinlich ist er wieder hinter einer hübschen Senorina hinterher und beadrf meiner Hilfe.

So verbleibe ich bis auf weiteres Euer ergebener Littlesid.

Littlesid80

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Beitrag von Littlesid80 » 6. November 2018, 17:38

Das Leben tobt - Geburten, Heiraten, Tot - Der ewige Kreislauf auch in Kastilien Seid gegrüßt liebe Leser. Es ist eine geraume Zeit vergangen, seit dem Ihr was von mir zu lesen bekamt. Aber meine mannigfaltigen Aufgaben am kastilischen Hofe haben mich doch sehr arg in Anspruch genommen und mir fehlte die Muse um mich an mein Schreibpult zu stellen und das Geschehene auf Papier und in eine angemessene schriftliche Form zu bringen.
Aber nun da mein Sohn (gleichen Namens, wie es Familientradition will), mir im Alter anfängt Sorgen und Nöte abzunehmen, habe ich die Zeit gefunden mich unserer Familienchronik zu widmen.

Und so geht die Geschichte weiter.

Unser König , Sieger des Bürgerkrieges und Befrieder unseres Landes, zog alsbald wieder in einen Krieg und zwar gegen unseren Nachbarn Portugal. Es war ein kurzer und erfolgreicher Krieg, der mit der Übernahme aller portugiesischer Festlandsbesitzungen und der Vasallisierung von Restportugal endete. Mögen dies ein Warnung an alle Könige und Fürsten sein, die es wagen sollten, das kastilische Königshaus zu beleidigen.

Unser treuer und geschätzter Verbündeter Schweden konnte ebenfalls seine Macht und seinen Einfluß in der Nordsee ausbauen und machte seiner jungen Dynastie Ehre. Mögen unsere beiden Länder noch lange fest und einig nebeneinander stehen.

Neun Monate nach der Siegesfeier kam eine Prinzessin auf die Welt, obwohl unser König zu dieser Zeit keine offizielle Gemahlin hatte. Dieser etwas peinliche Umstand wurde allerdings durch die Freude über eine Thronfolgerin überdeckt.

Doch leider konnte sich unser geliebter König nicht all zu lange über sein Kinderglück freuen, denn er starb wenige Jahre später an einer Herzattacke in den Armen einer heißblütigen Senorina.
Aber immerhin gab er eine lächelnde Leiche ab, die bei der Aufbahrung in der Kathedrale von Santiago de Compostela, für mehr lachende als weinende Gesichter sorgte.

Kurz darauf starb allerdings auch der aragonesische König und durch vertragliche Absprachen mit dem aragonesischen Königshof gelang es mir eine Personalunion mit Aragon und Neapel zu schmieden.
Möge Gott der Allmächtige dieser Verbindung seinen Segen geben und möge es keine böswilligen Neider geben.

Littlesid80

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Beitrag von Littlesid80 » 6. November 2018, 17:47

Die Generationen wechseln Die obigen Worte waren die letzten die mein seliger Vater noch zu Papier bringen konnte. Seine diplomatischen Reisen und Gespräche im Vorfeld und im Nachgang zu der mittlerweile berühmten Iberischen Hochzeit hatten seiner Konstitution nicht gut getan und so verschied er allsbald im Kreise seiner Familie, Freunde und langjährigen Wegbegleiter.

Nun ist es an mir, seinem Sohn, sein begonnenes Werk fortzusetzen und auszubauen. Auf das ich ihm, der Familie und Kastilien Ehre mache und sie sogar mehre.

Was kann ich Dir, oh geneigtem Leser, berichten.

Die Verwaltung unserer Ländereien in Aragon, Kastilien, Neapel und Portugal stellt sich als große Aufgabe dar. So müssen doch die unterschiedlichsten Gebräuche , Traditionen und Befindlichkeiten beachtet werden.
Außerdem blickt das Ausland nun mit Argusaugen auf unser stolzes Königshaus.

Während ich an einem Glas Wein aus Rioja nippe und an einem Stück Seranoschinken nage, warte ich auf die Boten die ich zu unseren Nachbarländern geschickt habe.
Somit verbleibe ich bis demnächst auch weiterhin Euer ergebenster Chronist

LittleSid (zweiter diesen Namens)

Littlesid80

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Beitrag von Littlesid80 » 13. November 2018, 17:25

Noch eine Hochzeit und ein diplomatischer Exkurs

Und wieder sind Monate und Jahre im kastilischen Königreich vergangen, in denen sich Dinge entwickelten und Erkenntnisse reiften.
Zu aller erst lasst mich berichten, was es mit der Hochzeit auf sich hat.
Eine der letzten großen Handlungen meines Vaters, war ein Schreiben an den österreichischen Erzherzog und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
In diesem setzte er sich mit dem Verhältnis unserer beiden Reiche auseinander und schlug eine engere Kooperation vor.
Aufgrund von Verbindungsproblemen innerhalb des Brieftaubennetzwerkes blieb es meinem Vater leider verwehrt eine Antwort zu erhalten.
Eines Tages in den ersten Monaten meines Dienstes an der Krone erreichte mich dann eine Reiterbotschaft aus Wien, mit dem Vorschlag unseren Erbprinzen mit einer Prinzessin der Habsburger zu verloben, auf daß eine Staatsehe entstehen kann.
Kurze Zeit später wurde diese Verbindung durch ein gemeinsames Bündniss gestärkt.

Die Verlobungsfeier wurde mit einer Pracht und Schönheit begangen wie es dem hohen Rang der Habsburgerprinzessin gebührte und der Ehre unseres Thronfolgers geziehmte.
Die Feierlichkeiten zogen sich eine Woche dahin und waren angefüllt mit Speis und Trank für Volk und Adel und inspirierten mehrere Künstler zu hoffentlich zeitlosen Werken.

Doch komme ich nun wieder besser zu meinem Metier, der Realpolitik, zurück.
Derzeit sieht unsere diplomatische Lage wie folgt aus.
Im Norden ist der Franzose dabei weitere Ländereien in Westeuropa zu erobern. Wie ich finde nimmt er wenig Rücksicht auf die Verstimmung der Reichsfürsten und anderer Nachbarländer. Dies könnte zu einer massiven Destabilisierung der dortigen Beziehungen führen. Kastilien wünscht natürlich keinen schwachen bzw. ohnmächtigen Franzosen aber eine übermächtigen und aggresiv-expansiven Franzosen wünschen wir ebenso wenig. Aber noch besteht ein informeller Waffenstillstand und reger Handel zwischen unseren Ländern.
Im Süden hingegen ballen sich Wolken der Gefahr in Form der Afrikanischen Union zusammen. Zwar hat der Marrokaner seine Überfälle auf unsere Küsten eingestellt und durch unsere gemeinsamen finanziellen Transaktionen konnte sich ein Bank von Casablanca bilden aber sein Bündnissystem scheint sich offenbar aggresiv gegen Kastilien zu richten.
Neben einem uns noch unbekannten Land Mali, ist er mit dem mächtigen Mamelucken verbündet.
Dieses Bündnis mit unserem Rivalen sorgt für Spannungen und bereitet mir große Sorgen.
Demgegenüber sieht unser Verhältnis mit unserem langjährigen und treuen Verbündeten Schweden sehr gut aus. Der Handel zwischen unseren beiden Reichen wächst und floriert mit jedem Monat. Möge sich daran nie was ändern.

Gerade höre ich die Nachricht,daß ein Reiter aus Wien den Hof erreicht und ich werde eilen um zu erfahren, was unser neuer Verbündeter zu vermlelden hat.
Bis zum nächsten Eintrag wünsche ich Euch lieber Leser gutes Gelingen und frohes Lesen.

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Beitrag von Littlesid80 » 14. November 2018, 19:23

Krieg um Krieg - Nur für was?

Der österreichische Bote brachte uns einen Bündnisruf zu einem Krieg gegen Venedig.
Nach kurzer Beratung mit den Ministern schickten wir ihn mit einem positiven Bescheid auf seine lange Heimreise und mobilisierten unsere Flotte und Armee.
Nach einem kurzen Stop in Neapel setzte unsere erste Armee auf den Balkan über und unsere Flotte unterstützte die österreichische Flotte in der Seeschlacht vor Venedig.
Nach einer langen und glorrreichen Schlacht gaben unsere Großkampfschiffe den Ausschlag und die Venezianer zogen ab wie geprügelte Hunde.
Derweil belagerte unsere Armee venezianische Festungen.
Alles zum Ruhm unseres Reiches und für den Erfolg der Habsburger. Mögen sie unsere Hilfe erkennen und würdigen.
Derweil hielt mich die Ausbildung unserer Königin in Atem. Sie ist eine starke Person, wenn auch nicht weise und gelassen, so ist sie doch energisch und durchsetzungsstark.
Manchmal glaube ich, Sie streitet mit mir aus purer Freude und jugendlichem Leichtsinn.
Aber insgesamt achtet sie mich und schätzt meinen Rat.
Nach einem erfolgreichen Friedensschluß für Östrreich, marschierten unsere siegreichen Truppen durch halb Europa zurück nach Kastilien, wo ihnen ein euphorischer Empfang zu Teil wurde.
Da wir wenig Verluste zu beklagen hatten waren die trauernden Hinterbliebenden der gefallenen Heroen weit in der Minderheit.

Wer jedoch auf längeren Frieden hoffte wurde bald enttäuscht. Unser guter Verbündeter Schweden hatte seinen Blick auf Königsberg gerichtet und rief uns kurze Zeit später in einen Krieg gegen den Livonischen Orden, Litauen und Schottland.

Ich ließ auf ein Neues die Flotte herrichten, die Truppen mustern und schickte sie gen Schottland.

Ich befürchte die Welt erlangt langsam ein sehr falsches Bild von Kastilien obwohl wir doch selten die eigentlichen Eroberer sind. Die letzten Eroberungen tätigte mein Vater schon vor Jahrzehnten und sie betrafen nur unsere Grenzen.
Aber bevor mich der Schwermut des Herbstes übermannt gehe ich in mein Lieblingsgasthaus und werde einen Krug Wein genießen.

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