[Europa Bulliversalis 3] Doktor Vitzliputzli und das Reich der Azteken

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Zak0r

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[Europa Bulliversalis 3] Doktor Vitzliputzli und das Reich der Azteken

Beitrag von Zak0r » 10. Oktober 2018, 21:57

Folge 1

Als Urian nach der augenscheinlich missglückten Zeitreise und seiner Flucht in den Dschungel verschnaufen und seine Gedanken ordnen konnte, kam er nicht darum herum sich einzugestehen, dass er in eine extrem gefährliche Lage geraten war. Noch stand zwar die Sonne hoch am Himmel, doch bald würde es dunkel werden und er hatte kein Dach über dem Kopf. Gottseidank hatte er beim letzten Zeitsprung noch Feuerstein und Feuereisen in der Hosentasche gehabt ... und auch eine Kartoffel. Von denen hatte er aber die Nase gestrichen voll. Er nahm sie in die Hand und wollte sie gerade tief ins Gestrüpp werfen, hielt aber inne, als hätte er eine Idee und steckte sie wieder in die Tasche. Er lies seinen Blick streifen und erblickte einen langen abgebrochenen Ast ...
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"Schon etwas steinzeitlich", dachte Urian als er den mit seinem Feuerstein fertig geschnitzten Speer begutachtete. Doch er hatte keine Zeit zu vergeuden, die Sonne stand schon tief und der Feuerstein sollte noch eine weitere wichtige Aufgabe erfüllen. Etwas Zunder hatte er nach der Bratkartoffelorgie im Sumpf bei Princeton noch übrig. Er steckte den Speer neben sich in den weichen Dschungelboden und begann, sich nach trockenem Gestrüpp umzusehen ... nicht wissend, dass er dabei von einem wachsamen paar Augen beobachtet wurde.
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Zak0r

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Re: [Europa Bulliversalis 3] Doktor Vitzliputzli und das Reich der Azteken

Beitrag von Zak0r » 20. Oktober 2018, 08:51

Folge 2

Es war praktisch mehr Glück als Verstand, das Urian vor dem Jaguar rettete. Oder man könnte sagen, göttliche Intervention, wenn man wollte. Er war am Lagerfeuer auf seinen Speer gestützt eingenickt. Als das Feuer fast ausgebrannt war, sah sein nächtlicher Beobachter wohl die Zeit gekommen und griff an. Durch das Geraschel aufgeschreckt, griff Urian reflexartig nach dem Speer, verlor aber das Gleichgewicht und fiel neben die Feuerstelle. Bevor er die Situation verstand, setzte der Jaguar bereits zum Sprung an. Hätte Urian nicht durch den Fall zufällig den Speer in seine Richtung gerichtet, wäre das wohl das Ende seiner Geschichte gewesen. Stattdessen spießte sich der Jaguar durch den kraftvollen Sprung in den Speer praktisch selbst auf und Urian hatte nun nicht nur etwas zum Essen, sondern war auch stolzer Besitzer eines makellosen Jaguarpelzes, der ihm später noch nützlich werden sollte.
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Nachdem er das Jaguarfleisch aufbereitet und in Blättern zu Transport gebündelt hatte und den Jaguarpelz als Regenmantel und Tarnung über seine Kopf gezogen hatte, wanderte Urian weiter in den Süden. Er traf auf eine Handelsstraße, die von Süden nach Norden führte. Doch neben den Handelskaravanen sah er auch lange Züge von aztekischen Kriegern, die in den Süden zogen. Er wandte sich nach Osten, tiefer in den Dschungel. Noch war er nicht bereit. Nach einiger Zeit traf er auf eine einsame Hütte im Dschungel, vor der ein alter Mann saß. Er schien eine Figur zu schnitzen, doch sie war sehr grob, fast hässlich. Entweder fehlte dem Mann jegliches Talent oder er hatte etwas mit den Augen. Urian wollte gerade umkehren, als er auf einen Ast trat. Das Knackgeräusch lies den Einsiedler aufhorchen, doch obwohl er sofort in Urians Richtung sah, schien er ihn nicht genau zu erkennen. Stattdessen sprach er einige unverständliche Worte zu Urian und winkte ihn zu sich herüber. Urian zögerte ... doch sein Instinkt sagte ihm seltsamerweise, dass er dem Mann vertrauen konnte. Irgendwie schien sie ein geheimnisvolles Band zu verbinden. Urian würde es nie erfahren, da er noch kein Nahuatl sprach. Doch der Mann hatte gesagt: "Hab keine Furcht, Huitzilopochtli, ich habe bereits auf dich gewartet. Komm, setz dich zu mir und erzähle von deinen Reisen."
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Nachdem Urian einige Monate beim Einsiedler verbracht hatte und seine Sprache, Nahuatl erlernt hatte, konnte er sich allmählich ein Bild davon machen, in welcher geographischen und politischen Lage er sich befand. Und natürlich auch darüber, wer der Einsiedler war, der sich selbst Huitzilopochtli nannte. Er war einst ein großer Krieger gewesen und wurde nach einem fehlgeschlagenen Blumenkrieg aus Tenochtlitlan, der Hauptstadt der Azteken verbannt, weil er sein eigenes Opfer verweigerte. Seit der Verbannung lebte er nun abseits im Dschungel.

Nach einigen Wochen meldete sich plötzlich ein gewisser Johann von Waldstein, ein Assistent von Professor Einstein über eine Zeitspalte. So war der Kontakt wiederhergestellt und die Wissenschaftler konnten sich austauschen und begannen, an einem Plan zu arbeiten, Urian wieder in die richtige Zeitlinie zu bekommen ... obwohl sich doch allmählich die Anzeichen häuften, dass sich die Zeitlinien zu vermischen begannen. So war es beispielsweise bisher unerklärlich, dass der aztekische Krieger denselben Namen trug, wie auch Urians Familie, natürlich in eingedeutschter Form.
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Das Band, das Urian instinktiv gespürt hatte, als er auf Huitzilopochtli traf, wirkte offenbar in beide Richtungen. So war der Krieger unglaublich offen mit ihm und teilte seine Lebenserfahrungen und sein Wissen mit Urian. Er brachte ihm sogar den aztekischen Schwertkampf bei, den er - inzwischen sogar völlig erblindet - weiter perfekt beherrschte. Am Ende vermachte er Urian sogar sein kunstvolles Obsidianschwert, ein aztekisches Macuahuitl. Auf dem Sterbebett erklärte er ihm, dass er mit dem Schwert und dem Jaguarpelz nach Tenochtitlan ziehen müsse, um die Prophezeiung zu erfüllen. "Welche Prophezeiung?", fragte Urian. Doch Huitzilopochtli antwortete nur: "Ich weiß, du wirst deinen Weg finden, denn er ist der meine."
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Re: [Europa Bulliversalis 3] Doktor Vitzliputzli und das Reich der Azteken

Beitrag von Zak0r » 20. Oktober 2018, 11:36

Folge 3

Nach dem Tode Huitzilopochtlis entschloss sich Urian, nach Tenochtitlan zu ziehen, so wie es der letzte Wunsch seines Mentors gewesen war. Er ging nach Westen zur Handelsstraße und folge dieser in das Tal von Mexiko bis zum auf einem See gelegenen Tenochtitlan. Unterwegs zog er bereits viele neugierige Blicke der Händler und Reisenden auf sich. Manche verbeugten sich sogar ehrführtig vor der Gestalt in Jaguarpelz, mit Obsidianschwert und langem Bart. Keiner hatte jemals mit eigenen Augen so eine Gestalt erblickt und doch erkannten sie sie anscheinend sofort. In der Nähe der Hauptstadt schloss sich ihm eine Gruppe Krieger an und bot ihm Eskorte zum Tlatoani, zum Sprecher. Urian nam dankend an und stellte sich vor als Huitzilopochtli. Den Kriegern blitzten die Augen auf und sich sahen sich gegenseitig an, als wäre gerade ihre Vermutung bestätigt worden. Sie fragten Urian, wie sie ihn ansprechen dürften. Etwas perplex über diese Frage stammelte er undeutlich: "Äh ... Urian", und die Krieger wiederholten, was sie gehört hatten: "Huitzilan".
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F.A.T.H.E.R.
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Re: [Europa Bulliversalis 3] Doktor Vitzliputzli und das Reich der Azteken

Beitrag von F.A.T.H.E.R. » 20. Oktober 2018, 18:13

Zak0r kannst du eigentlich selbst Nahualt?
Streik! Mehr Gehalt für Signaturen!

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Re: [Europa Bulliversalis 3] Doktor Vitzliputzli und das Reich der Azteken

Beitrag von Zak0r » 20. Oktober 2018, 19:01

Neee, ich hab mich nur oberflächlich informiert, damit ich es nicht komplett verunstalte beim Lesen. :mrgreen:

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Re: [Europa Bulliversalis 3] Doktor Vitzliputzli und das Reich der Azteken

Beitrag von Zak0r » 21. Oktober 2018, 10:02

Folge 4

Totecujoe oricmjhiohuilti oricmociahuilti, otlaltitech tammaxitico, oitech tommopachihuiltico in matzin, in motepetzin mexico, o ipan tommohuethitico in mopetlatzin in mocpaltzin, in huachitzinka nimitzonnopielili, in onimitzonnotlapielili.
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Herr, du bist müde. Die Reise hat dich erschöpft, aber nun bist du auf der Erde angekommen, du bist hier hergekommen, um auf deiner Matte, deinem Thron zu sitzen, den ich nur eine kleine Weile für dich gehütet habe. Besuche deinen Palast! Du mögest über mein Reich nach Gefallen verfügen.
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So begrüßte Motēcuhzōma Ilhuicamīna den zur Audienz eingetroffenen Urian Vitzliputzli, bzw. Huitzilan Huitzilopochtli. Nach späterer Rücksprache mit Johann von Waldstein hatte offenbar Urian mehr oder weniger unabsichtlich eine Art alte Prophezeiung erfüllt, die in der ursprünglichen Zeitlinie erst 70 Jahre später der Spanier Hernán Cortés de Monroy i Pizarro Altamirano erfüllt hatte. Aber welche Bedeutung die Bezeichnung ursprüngliche Zeitlinie nun noch hatte, war sowieso fraglich.

So gelang es Urian überraschend schnell in der Aztekenhauptstadt Fuß zu fassen. Nachdem er sein Geschick in einem freundlichen Schaukampf bewiesen hatte, wurde er vom Tlatoani zum Berater in Kriegsfragen erhoben und sollte in den kommenden inzwischen sehr regelmäßigen Blumenkriegen eine wichtige Rolle spielen. So konnte er durch eine List den Belagerungsring der Colima und Totonaken um Tenochtitlan durchbrechen und die Belagerer vertreiben. Dies gelang ihm, indem er die Stadtbewohner anwies, große hölzerne Pferde auf Rädern zu bauen und dann in der Nacht vor den Stadtmauern Schienen aus Holz zu legen, auf denen die Pferde mit einem langen Seil gezogen entlangrollen konnten. Als dann am nächsten Morgen die Colima und Totonaken wieder einen Angriff wagten, rollten einige erfahrene Krieger auf den Holzpferden gefolgt vom Rest der Stadtgarnison auf den Gegner zu. Solch riesiges Getier war in Mittelamerika nicht bekannt und der Anblick versetzte den Gegner in Angst und Schrecken. Zugegeben, hatte darauf sicherlich auch Einfluss, dass Urian den Holzpferden glühende Kohlen in die leeren Augenhöhlen einsetzen ließ. Durch den Fahrtwind leuchteten sie grell auf und gaben den Pferden ein alptraumhaftes Aussehen.
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Nach diesem Erfolg und dem später gewonnenen Blumenkrieg wurde Huitzilan Huitzilopochtli nicht nur zum Stadtpatron Tenochtlitlans, sondern Motēcuhzōma Ilhuicamīna - selbst ohne Nachkommen und anscheinend unfruchtbar - ernannte ihn sogar zu seinem Nachfolger. Dies traf jedoch auf einigen Widerstand bei den anderen verbündeten Altepetls. Doch die Azteken waren inzwischen so erstarkt, da sie auf Anraten Urians in mehren Kriegen die wichtigen Handelszentren in Sayultecas im Westen, Tlapanec im Süden und Cuetaxtlan im Osten samt Handelswege unter Kontrolle genommen hatten. Das führte zwar zu Spannungen, aber keiner der schwächeren Stämme wagte es, aufzubegehren und durch geschickte Intrige der Azteken blieben sie entzweit.
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