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Hearts of Iron IV - Meine Erfahrungen

Übernimm das Kommando und führe deine Nation durch die turbulente Zeit des Zweiten Weltkriegs.
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Skydiver
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Hearts of Iron IV - Meine Erfahrungen

Beitrag von Skydiver » 8. Juni 2016, 17:03

Servus liebe Strategen,

ich hatte bis gestern Urlaub und konnte darum HoI 4 mal ordentlich zocken. Ich möchte euch hier mal meine Eindrücke schildern:

Es ist ein Paradox-Spiel. Darum sollte man kein simpel gestricktes Spiel erwarten, was man mal so nebenbei für ne halbe Stunde für zwischendurch zocken kann. Im Vergleich zu HoI3 ist der Nachfolger Einsteigerfreundlicher, weil bestimmte Spielmechaniken simpler gehalten sind. Ob das jedem Fan der HoI-Reihe gefällt, muss jeder für sich selbst beantworten.
Fangen wir von vorne an. Zuerst wählt man den Startzeitpunkt des Spiels. Wer direkt in den Krieg einsteigen will, beginnt 1939. Wer sich auch mit der Kriegsvorbereitung beschäftigen möchte, darf 1936 beginnen und seine Kriegswirtschaft erst in Gang bringen. Ich rate generell zu letzterem, da man 1939 mit den Gebäuden und Forschungen auskommen muss, die einem das Spiel ausgesucht hat. Ich wähle meine Forschungen nach meiner geplanten Strategie. Außerdem muss man nicht bis 1939 warten, sondern kann (zumindest als Faschist oder Kommunist) sofort loslegen, während man als neutrales oder demokratisches Land erst ab einer gewissen Weltspannung einen Krieg anzetteln darf. Die Spannung auf der Welt erhöht sich mit jedem kriegerischen Akt. Zur Auswahl stehen neben den großen bzw. wichtigen Nationen, USA, England, Frankreich, Deutsches Reich, Italien, Japan und Sowjetunion kann man jedes beliebige Land spielen. Sogar Luxemburg. Die deutsche Version ist zwar Zensiert, keine 2 Stunden nach Release gab es bereits eine „Uncut-Mod“ wo Adolfs Schatten vom Gesicht wich.

Jetzt kommen wir zur ersten Vereinfachung im Spiel: Die Armeeerstellung.
In HoI 3 musste man seinen Divisionen einen Befehlshaber zuweisen, dieser hatte dann wieder einen Oberbefehlshaber usw. bis hin zum HQ. Der Grund war die Versorgung und Organisation der Armeen im Gefecht. Bei einer großen Anzahl an eigenen Divisionen war das schon mal ein großes rumgefummel, bis man alles so eingerichtet hatte, dass es passt. Im 4. Teil funktioniert das folgendermaßen: Man wählt die Divisionen aus und klickt auf den Button für einen neuen General. Die Divisionen sind nun eine Armee und man wählt noch einen General, welche unterschiedliche Fähigkeiten haben, die verschiedene Boni geben. In HoI 3 zu komplex und in HoI 4 meiner Meinung nach zu simpel.
Die 2. Vereinfachung ist der Kampf an sich. Musste man beim Vorgänger seine Truppen noch manuell umherziehen, so übernimmt das im 4. Teil die KI mit Hilfe eines Schlachtplans. Man weist einer Armee eine Front zu, erstellt einen Angriffsplan, die Truppen stellen sich automatisch an der Front auf und als Spieler drückt man nur noch auf Go und schon geht’s los. Bei kleinen Gefechten mache ich das persönlich noch alles manuell, sobald man aber eine oder sogar mehrere große Fronten hat, ist das sehr hilfreich. Es soll das Gefühl vermitteln, man kümmert sich um „das große Ganze“ erteilt seine Befehle als Anführer einer Nation und die Generäle kümmern sich um die Umsetzung. Ich persönlich finde das eine sehr positive Erleichterung, da man trotz allem den Plan nicht aktivieren muss und kann jede einzelne Division selbst Befehle geben.
Fummelig wird es bei der Infanterie-Erstellung. Möchte man z. B. eine Division ausbilden mit Fußsoldaten und Artillerie, so braucht man zum Einen Männer und zum Anderen Ausrüstung. Diese Ausrüstung muss separat produziert werden. Zum einen Waffen, Ausrüstung und die Artillerie in der Stückzahl, die diese Division braucht. Auch bei Verschleiß benötigt man diese um seine Truppen im Feld zu versorgen. Anders bei Flugzeugen und Schiffe, welche direkt Produziert und eingesetzt werden als 1 Einheit, die man einem Geschwader / einer Flotte zuweisen kann.
Eine wichtige Neuerung ist der Fokustree. Bei den großen Ländern hat jeder seinen eigenen Tree, in dem mit Einflusspunkten Events gestartet werden können und andere Boni auf Forschung und Konstruktion freigeschaltet werden können. Dies können z. B. sein: Fokus auf Infanterie, das gibt einen Bonus auf die Erforschung von Infanteriewaffen, oder einen größeren Fokus auf Fabriken. Für Nationen einzigartige Dinge, wie z. B. in Deutschland der sogenannte „Anschluss.“ Das bewirkt, dass Österreich Teil des Deutschen Reichs wird, ohne Kampf und Kriegsgrund. Wählt man zu Beginn des Spiels, dass sich die KI möglichst historisch verhalten soll, so wählt die KI von Deutschland immer den Anschluss Österreichs in ihrem Fokustree.
Generell funktioniert die historische KI wunderbar, es sei denn, der Spieler macht etwas entscheidendes A-Hitorisches, wo die KI entsprechend darauf reagieren muss.
Interessante Dinge kommen dabei heraus, wenn man die KI auf -nicht historisch- einstellt. Als Deutschland das Rheinland re-militarisierte, erklärte Frankreich Deutschland den Krieg und Polen hatte seine Ruhe, da Frankreich es schaffte, Deutschland zu besiegen.

Zum Technischen:
Bugs und Abstürze konnte ich (bis jetzt) nicht feststellen. Am Anfang läuft das Spiel butterweich. Um 1940 rum wenn auf der Weltkarte die ganzen Armeen rumwuseln, gabs bei mir bei maximaler Grafikeinstellung viele Ruckler. Auch bei mittleren Einstellungen waren sie noch vorhanden und mein System ist jetzt nicht das Schwächste. Ich hoffe, da wird noch was gepatcht.


Mein Fazit:
Deutlich Einsteigerfreundlicher als der Vorgänger, aber jedem sollte klar sein, dass man hier kein simples Spiel für zwischendurch spielt. Immerhin ist Paradox der Entwickler. Das „was wäre wenn…“ was man sich als Spieler fragt, kann man hier erleben. Was wäre, wenn Deutschland nie Polen angegriffen hätte? Was wäre, wenn Japan die USA nie den Krieg erklärt hätte? Was wäre, wenn Italien niemals der Achse beigetreten wäre? Was wäre, wenn China den Krieg gegen Japan gewonnen hätte?
Es ist Einsteigerfreundlicher als der 3. Teil und jeder, der sich vor der Komplexität es 3. Teils „fürchtet“ könnte es hier nochmal versuchen. Hardcore-Fans des 3. Teils könnte dieser Titel allerdings zu simpel sein. Ich persönlich finde HoI 4 einen sehr gelungenen Titel und die Mod-Freundlichkeit sorgt dafür, dass genügend Input seitens der Community kommt.

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Re: Hearts of Iron IV - Meine Erfahrungen

Beitrag von Ahlon » 9. Juni 2016, 11:52

Irgendwie habe ich trotzdem schiss das ich das Spiel nicht raffe. Mit HOI 3 und Crusader Kings 2 komme ich gar nicht zurecht. Die lets Plays, selbst wenn es Tutorials sind,richten sich eher an erfahrene Spieler. Stellaris ist das erste Spiel von Paradox mit dem ich gut klar komme. Das Tutorial von HOI 4 soll ja auch nicht wirklich weiter helfen. Stimmt das?

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Re: Hearts of Iron IV - Meine Erfahrungen

Beitrag von Skydiver » 9. Juni 2016, 12:46

Ich habe das Tutorial nicht gespielt, allerdings habe ich gehört, dass es wie bei Paradox üblich, nur oberflächlich kratzt. Mir persönlich haben die Livestreams von Paradox und diverse Preview LPs geholfen, zu verstehen, warum man jetzt in diesem Menü das auswählt usw.

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Re: Hearts of Iron IV - Meine Erfahrungen

Beitrag von Bomm3l » 9. Juni 2016, 16:39

Ahlon hat geschrieben:Irgendwie habe ich trotzdem schiss das ich das Spiel nicht raffe. Mit HOI 3 und Crusader Kings 2 komme ich gar nicht zurecht. Die lets Plays, selbst wenn es Tutorials sind,richten sich eher an erfahrene Spieler. Stellaris ist das erste Spiel von Paradox mit dem ich gut klar komme. Das Tutorial von HOI 4 soll ja auch nicht wirklich weiter helfen. Stimmt das?
Das bekommt man hin, definitiv. Paradox hat sehr vieles entfernt (leider halt auch massiv Spieltiefe) was Paradox selbst nur begrenzt kapiert hatte :lol:
Du musst dich aber auf viel Fummelarbeit einstellen da die Schlachtpläne dir zwar klicken abnehmen, deine Verluste aber massiv in die Höhe schnellen lassen.

Wie erwähnt dürften ein paar Videos hilfreicher sein, glaube Marvin hatte welche gemacht. Ansonsten bei Marbozir mal reingucken (englisch), der zeigt weiß ebenfalls wovon er redet. (Kein Tutorial, aber nachvollziehbare Klicks und Erzählungen)

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Re: Hearts of Iron IV - Meine Erfahrungen

Beitrag von Ahlon » 10. Juni 2016, 14:53

Ich hab es mir gekauft und ich scheitere schon am Tutorial. Schade,bei Stellaris war das alles verständlicher.
Die Videos von Marvin meinte ich. Die richten sich nicht an blutige Anfänger. Da wird alles viel zu schnell angeklickt und zu viel Fachschinesich
geredet. Mein englisch reicht zwar um mal ne englische Serie zu schauen, aber nicht um so komplexe Tutorials zu verstehen. Da muss ich mal weiter gucken. Eigentlich wollte doch WB mal was zu diesem Spiel machen. Der hat genau das richtige Tempo :-)

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Re: Hearts of Iron IV - Meine Erfahrungen

Beitrag von General Feierabend » 10. Juni 2016, 15:02

Hast du das Spiel denn nicht auf deutsch gestellt ?

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Re: Hearts of Iron IV - Meine Erfahrungen

Beitrag von Marvin » 10. Juni 2016, 18:58

Der Marvin hat auch ne Tutorial-Reihe, in der er mehrere Sachen erklärt.
Wenn einem was spezielles fehlt, einfach melden (;
https://youtube.com/Legendarymarvin Mein YT Kanal mit Videos zu Strategiespielen (z.Z. EU4, HoI4 & Civ6)

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Re: Hearts of Iron IV - Meine Erfahrungen

Beitrag von Ahlon » 10. Juni 2016, 19:07

General Feierabend hat geschrieben:Hast du das Spiel denn nicht auf deutsch gestellt ?
Doch,wieso? Ich meinte doch die Tutorial Videos die mir vorgeschlagen wurden. Da halte ich mich lieber an die deutschen, aber da habe ich noch keins gefunden das praktisch bei Null Vorwissen anfängt.

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Re: Hearts of Iron IV - Meine Erfahrungen

Beitrag von Ahlon » 10. Juni 2016, 22:37

Das Tutorial habe ich jetzt zwar geschafft, aber das bereitet ja so gar nicht auf das Spiel vor. Es wird nicht auf den Handel eingegangen oder auf sonst irgendwas. Schade das Paradox das Tutorial nicht weiter geführt hat.
Als welches Land könnte ich denn mal Testweise spielen ohne das ich angegriffen werde? Ich denke so könnte man in Ruhe ein bisschen üben. Eine Armee aufstellen und wie man die Versorgung auf die Beine stellt usw.

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Re: Hearts of Iron IV - Meine Erfahrungen

Beitrag von Skydiver » 11. Juni 2016, 00:41

Starte mal mit Brasilien. In Südamerika hast du im Normalfall deine Ruhe. Baue in Ruhe deine Fabriken und forsche auf Inf, Artillerie und Flugzeuge (mit Panzern schlecht, weil viel Jungel) und warte bis genug Weltspannung da ist, dass du gegen die kleinen Nachbarländer kireg führen kannst. Wichtig: Nimm keine faschistische oder kommunistische Haltung an, sonst könnten die Alliierten dir die Suppe versalzen.
Achte auch darauf, dass du genug Infrastruktur aufbaust, um deine Truppen im Regenwald zu versorgen.
Nur zur Sicherheit solltest du nebenbei auch ein paar leichte Kreuzer bauen um dich im Notfall besser von Übersee verteidigen zu können.

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