[WB-06] Imperium des Lichts

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Oruun

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[WB-06] Imperium des Lichts

Beitrag von Oruun » 26. August 2018, 18:57

Du betrittst einen sparsam und indirekt beleuchteten Raum mit einer kleinen Anzahl hochentwickelter VR-Kammern. Nachdem das Portal wieder geschlossen ist, fällt dir auf, dass der Raum angenehm still ist. Dennoch kannst du eine Luftbewegung wahrnehmen. Funktional und schlicht sind die Eigenschaften, welche dir in erster Linie durch den Kopf gehen. Doch etwas verwirrt dich.

"Seid willkommen, Fremder." spricht dich eine eher kleine Jakan an. Du bemerkst ihre Anwesenheit erst jetzt. Ihre Kleidung ist ebenso funktional und schlicht wie der Raum. Das Geschlecht müsstest du erraten, aber du gehst von einem Weibchen aus. "Ihr müsst der Gast sein, welchen der Hochexarch angekündigt hat. Ich habe bereits eine Kammer für euch fertig gemacht." Sie führt dich zu einer Kammer, öffnet diese und dreht sich dann noch einmal zu dir um. "Seid ihr mit einer VI als primärer Assistentin während eurer Recherchen einverstanden oder möchtet ihr immer direkt mit mir in Kontakt stehen? Es würde mich zwar mehr Zeit und Aufmerksamkeit kosten, aber wenn ihr darauf bestehen möchtet ..."

"Eine VI wäre in Ordnung." sagst du und bist nicht sicher ob es die höflichere Alternative war.

Sie macht den Weg frei und bedeutet dir mit einer Armbewegung einzutreten. Als sich die Kammer hinter dir schließt, begrüßt dich eine neutrale Stimme. "Bitte entspannt in die Mitte der Kammer stellen." Du folgst der Aufforderung. "Danke. Scanne nun die physischen Parameter." Es folgen mehrere Fragen, welche du beantwortest. Als schließlich alles eingerichtet ist, verkündet die VI: "VR-Simulation wird eingeleitet." Nach einem Moment nicht klar wahrnehmbarer Eindrücke findest du dich auf einer Ebene, bedeckt mit rotem Gras, wieder. Im Grunde wie die Wiese vor dem Archiv. Nur ohne Spuren von Zivilisation. Die Ebene wird in jeder Richtung etwa hundert Schritt entfernt von dir von gelben Felsklippen begrenzt und über dir ist der orange Himmel von Helios. Allerdings ohne Wolken. "Es kann mit der Recherche begonnen werden." verkündet die VI "Mit welchem Thema wollen wir beginnen?"

Der letzte Satz hatte anders geklungen. Angenehm. Daran könntest du dich gewöhnen. Und du weißt auch schon welches Thema du zuerst angehen willst. "Geschichte der Jakan." lautet deine Antwort.

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Oruun

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Re: [WB-06] Imperium des Lichts

Beitrag von Oruun » 26. August 2018, 18:57

Nachdem du dich mehrere Tage mit der Geschichte der Jakan beschäftigt hast (eine Zusammenfassung deiner Einsichten kannst du immer noch später in deinen ersten Bericht schreiben), stößt du auf das persönliche Tagebuch des letzten Hochexarchen. Einige besonders interessante Abschnitte kopierst du zur späteren Verwendung ...

< Seit mehreren Wechseln lese ich nun diese neueste Abhandlung unserer Wissenden und komme trotz all meiner Aufgaben nie ganz von ihr los. Obwohl ich nie sehr spirituell war, suche ich inzwischen Rat bei Oruun, dem Bruder des Lichts. Für Viele meines Volkes ist er ein Symbol der Hoffnung und Klarheit. Auf einem Planeten wo die Dunkelheit so viel Raum und Zeit einnimmt, ist das wohl auch kein Wunder. Speziell jetzt, wo wir immer tiefer in den großen Raum hinter dem Himmel vordringen. Und tatsächlich glaube ich, dass Oruun mir eine klare Erkenntnis gegeben hat. Wir müssen einen Weg finden, wie unser Volk in Zukunft im großen Raum hinter dem Himmel bestehen kann. Welche Bestimmung wir in den Sternen haben oder ob wir uns selbst ein Schicksal schmieden sollen und wollen? Eine schwerwiegende Überlegung. >

< Vor ein paar Wechseln kam mir spontan eine Idee. Ein moosjunger Assistent der Exarchen, Neophyt Wynne, war wieder bei mir und informierte mich, dass die Sucher einen neuen Weg gefunden hätten zwischen Sternensystemen zu reisen. Als er sich schon entfernen wollte um ihnen auszurichten ich würde gleich erscheinen, kam mir die Einsicht. Ich bat ihn die Abhandlung zu lesen und mir seine Meinung dazu zu sagen. Er bedankte sich für die Gelegenheit, nahm das Buch entgegen und empfahl sich. Diese jungen Jakan haben einfach eine andere Energie und Sicht auf die Welt. Ich bin gespannt ob sich die Idee entfalten wird. >

< Wynne war bei mir. Er berichtete mir er habe jede freie Minute mit dem Lesen des Buches verbracht. Ich konnte meine Belustigung über seinen Elan kam zurückhalten. Er sagte, je mehr er über die anderen Welten und Völker dort draußen im großen Raum hinter dem Himmel gelesen hätte, desto mehr wäre ihm klar geworden, dass es eine Konstante zu geben schien. Jede Welt und jedes Volk waren irgendwann untergegangen. Und dieser Gedanke beunruhigte ihn ebenso wie mich. Doch wo ich trotz allen Grübelns nicht wirklich weitergekommen war, da glaubte er zu wissen warum es immer so gekommen war. Denn immer war der Untergang in Gestalt eines anderen Imperiums, Volkes oder Wesens der Galaxis gekommen. Könnte man jedoch die gesamte Galaxis vereinen, so meinte er, wäre niemand da, der den Untergang noch herbeiführen könnte. Und selbst wenn von außerhalb eine Bedrohung erscheinen würde, so könnte wohl nichts einer ganzen Galaxis standhalten. Obwohl mir seine Überlegungen einleuchteten, so gefiel mir nicht was das heißen würde. Denn seiner Meinung nach mussten wir Jakan einen Weg finden alle Völker zu vereinen. Eventuell sogar gegen ihren Willen. Als ich ihm sagte das das zu weit ginge, lenkte er schnell ein und sah den Schatten in seinem Plan. Ich denke er ist noch zu jung um es ihm übel zu nehmen so zu entflammen bei einem solch schweren Thema, das sogar mich so lang beschäftigt hat. >

< Meine körperlichen und geistigen Kräfte verlassen mich und ich muss bestimmen wie es weiter geht. Exarchin Dariana soll das Reich leiten bis Wynne seine Ausbildung abgeschlossen und die nötigen Prüfungen bestanden hat. Dann soll er Hochexarch sein. Sollte er versagen, wird Exarchin Dariana mit dem Rat erläutern wie es weitergeht. >

Eine interessante Entwicklung, welche vieles erklärt, denkst du so bei dir. Dein erster Bericht wird sehr interessant werden.

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Cari

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Re: [WB-06] Imperium des Lichts

Beitrag von Cari » 27. August 2018, 19:06

Ab hier ist das Lesen für Mitspieler verboten!
Für die Gor Tiyal!

Zartonar und ich haben einen eigenen kleinen Kanal, wenn ihr mal schaun wollt. 2 Nerds 1000 Games Viel Spaß!

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Oruun

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Re: [WB-06] Imperium des Lichts

Beitrag von Oruun » 15. September 2018, 20:21

Bericht #0 (Basiswissen)
Zyklus 37229 / Spanne 22 / Wechsel 4
(1 Zyklus = 1 Jahr = 36 Spannen / 1 Spanne = 10 Wechsel / 1 Wechsel = 1 Tag)

Die ersten Spuren der Jakan konnten auf Helios vor etwa 100.000 Zyklen als intelligente Rudeljäger mit primitiven Werkzeugen und Geräuschkommunikation archäologisch nachgewiesen werden. Die ersten bestätigten Funde einer sesshaften Kultur sind etwa 37229 Zyklen alt. Schon früh in ihrer Entwicklung zu einer aufstrebenden Zivilisation bildete sich die heute noch übliche Methode der Festlegung von Autorität aus. Ein bestimmtes Territorium wird von einem einzelnen Individuum beherrscht, welches seine Nachfolge selbst bestimmt, wobei es gewisse Voraussetzungen gibt um diese überhaupt antreten zu dürfen. Ohne Nachfolge waren Kämpfe darum der Regelfall. Das bremste ihre Entwicklung. Mit größeren souveränen Territorien kam dann das System hinzu bestimmte Aufgaben an Mitglieder eines Rates zu delegieren.
Die Entwicklung der Zivilisation der Jakan hatte mehr dunkle Zeitalter und kulturelle und technologische Rückschritte, als es bei den meisten Völkern der Fall ist. Deswegen ist es allerdings umso erstaunlicher, dass sich vor etwa 500 Zyklen ihre Entwicklung rasant beschleunigte. Drei Faktoren waren wohl entscheidend dafür:

1. die Vereinheitlichung ihrer verschiedenen spirituellen Strömungen (erkläre das System weiter unten)

2. ein enormer Weltkrieg ohne dokumentierte Sieger mit anschließendem Friedensvertrag, welcher später erst zu einem Gesellschaftsabkommen und dann zu einer heute in ihrem gesamten Volk akzeptierten Verfassung wurde (welche die Grundlage für die Herrschaft des Hochexachen und des Exarchenrates bildet)

3. die allmähliche Durchsetzung des durchlässigen Kastensystems, welches jedem Individuum gleiches Geburtsrecht, aber auch ein recht kompromissloses Schicksal auferlegt (erkläre das System weiter unten)

So entstand schließlich das seit 113 Zyklen andauernde Imperium des Lichts.

Die aktuelle Gesellschaft der Jakan und des Imperiums ruht auf zwei klaren Säulen:

1. Der durchgehenden Hierarchie und dem Kastensystem
Angefangen beim Hochexarchen als oberstem Anführer des Imperiums und seinem Rat von Exarchen, welche die erste Stufe des Systems darstellen, gibt es 29 klar definierte Kasten.
Drei Kasten durchläuft dabei jeder Jakan am Anfang seines Lebens. Von der Geburt bis zur ersten Wahl mit 17 Zyklen bekommen die 'Kin-da' eine allgemeine Bildung und können sich frei informieren und orientieren um schließlich die Wahl zu treffen, welchen der Wege um dem Imperium zu dienen sie gehen wollen. Als 'Azu-bi' bekommen sie dann 6 Zyklen lang eine fundierte Ausbildung in ihrem gewählten Weg. Vor ihrer ersten Zuordnung müssen sie schließlich im Laufe von 2-5 Zyklen als 'Ka-det' einige Pflicht- und Wahlprüfungen absolvieren, deren Ergebnisse und der gewählte Weg ihre Zuordnung zu einer Kaste bestimmen. Im Laufe ihres restlichen Lebens können sie weiterhin in andere Kasten auf- und absteigen, allerdings nach wesentlich strikteren Mustern und Regeln als zuvor.

2. Das spirituelle Dreieck von Licht, Dämmerung und Schatten
Im Laufe ihrer langen Geschichte glaubten die Jakan an viele verschiedene Dinge und man findet im Imperium eine Unzahl an Religionen und Philosophien.
All diese spirituellen Strömungen ordnen die Jakan den drei elementaren Aspekten des Universums zu: Licht, Dämmerung und Schatten. Der Gott Rayan zum Beispiel ist der Urvater des Schattens. Die Philosophie des Bullismus wird so auch Zweite Lehre der Dämmerung genannt. und als letztes Beispiel nennen die Jakan den Propheten Oruun auch Bruder des Lichts. So findet theoretisch alles seinen Platz in diesem System. Und auch wenn die Mystiker, Priester und Geweihten natürlich stets über diese Zuordnungen und die Beziehungen diskutieren, so hat das spirituelle Dreieck zu einer seltsam absurden Form von Religionsfreiheit im Imperium geführt wo alles hinterfragt, aber nichts verboten oder generell abgelehnt wird.

Zuletzt muss man selbstverständlich betonen, dass die Kultur der Jakan immer von einem unterschwelligen paramilitärischen Grundton durchzogen ist, welcher auf ihrer Natur als Rudeljäger beruht.

(Der Bericht geht noch weiter und wird zunehmend detaillierter ...)

In meinem nächsten Bericht komme ich dann zu den jüngsten Entwicklungen und schließe zum aktuellen Geschehen auf.
Wie mir heute mitgeteilt wurde, werde ich wohl außerdem bald andere Teile des Imperiums bereisen dürfen.


Außerhalb des RP: Bei Fragen einfach eine PN an mich und ich werde versuchen die Antwort einzuflechten :-B

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Re: [WB-06] Imperium des Lichts

Beitrag von Oruun » 23. September 2018, 12:38

Bericht #1 (Folgen 1-6)
Zyklus 37229 / Spanne 23 / Wechsel 6
(1 Zyklus = 1 Jahr = 36 Spannen / 1 Spanne = 10 Wechsel / 1 Wechsel = 1 Tag)

Morgen ist die Ernennung von Wynne zum neuen Hochexarchen. Viele Jakan empfinden das, so habe ich den Eindruck, mit gespalten Gedanken und Gefühlen.

Der eine Grund dafür ist mit Sicherheit die Entwicklung des Imperiums in den letzten Zyklen des alten Hochexarchen und dann speziell unter Exarchin Dariana.
In den letzten fast dreißig Zyklen fand die erste Expansionswelle in den großen Raum hinter dem Himmel statt. Angestoßen vom alten Hochexarchen, hatten die Jakan bei seinem Tod bereits zwei Kolonien etablieren können und verfügten über mehrere erschlossene Systeme. Und Exarchin Dariana machte nahtlos weiter. Die Erschließung und Erforschung der nahen Systeme wurde rasch, aber nie übereilt vorgenommen. So entstanden für die Jakan nur sehr überschaubare Probleme. Zum Beispiel fanden sie heraus, dass es Wesen gab welche im großen Raum selbst lebten und über die Anwesenheit der Jakan nicht glücklich waren. Aber die Exarchin befahl die Forschung nach Schwachstellen dieser Wesen, welche nun Amöben genannt wurden, und nutze diese in einer Befreiungskampagne gezielt aus. Den Kontakt mit den inzwischen 4 bekannten raumfahrenden Spezies begrenzte sie auf ein Minimum um die Bürger des Imperiums erstmal darauf vorzubereiten irgendwann mit diesen Völkern konfrontiert zu werden. Vermutlich war ihr auch klar, das die Aufgabe des ersten ausführlichen Kontakts eher Wynne zustand, aber das ist Spekulation meinerseits. Auch ein primitives Volk wurde gefunden und es wird noch über den Umgang mit ihm nachgedacht. Jedenfalls steht das Imperium durch diese sichere Führung zum jetzigen Zeitpunkt wirklich sehr gut da und erfreut sich wirtschaftlich, technologisch und sozial einer steten Entwicklung bei gleichzeitiger Stabilität.

Und exakt an diesem Grundton rüttelt der andere Grund. Die Rede von Wynne zu seinem Amtsantritt.
Er machte klar wie dankbar er für die Arbeit seiner Vorgänger wäre und wie stolz sein Volk sein könne, diese erste Expansionswelle geschafft zu haben. Doch im Laufe seiner Rede wurde auch klar, dass er in Zukunft eine große Menge an Plänen habe, welche er auf diesem 'unerschütterlichen' Fundament umzusetzen gedenke. Vor allem die jungen Jakan freuten sich, wie auch in diesem Fall, über die neuen Herausforderungen die der neue Hochexarch versprach. Doch viele Jakan empfinden eine Änderung der Vorgehensweise, welche Wynne eindeutig vorschwebt, als unnötig. Die Jakan haben wohl eine passende Weisheit dafür: "Wenn die Jagd läuft und nichts Neues passiert, dann tue auch nichts Neues. Anpassung bedeutet Reaktion, nicht Aktion."

Es wird wohl von den exakten Plänen des neuen Hochexarchen abhängen, wie richtig oder falsch diese Wahrnehmungen sind. Ich jedenfalls hoffe auf eine interessante Entwicklung, denn so schön es auch ist, wenn Pläne funktionieren, so aufschlussreich wird es für meine Berichte werden die Jakan und das Imperium in Reaktion auf Unerwartetes zu erleben.


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Re: [WB-06] Imperium des Lichts

Beitrag von Oruun » 4. Oktober 2018, 21:03

Bericht #2 (Folgen 7-9)
Zyklus 37239 / Spanne 25 / Wechsel 2
(1 Zyklus = 1 Jahr = 36 Spannen / 1 Spanne = 10 Wechsel / 1 Wechsel = 1 Tag)

Dieser Bericht beginnt gleich mit einer sehr besorgniserregenden Feststellung. Denn die vergangenen zehn Zyklen, welche den Beginn der Herrschaft von Hochexarch Wynne darstellen, waren eine schreckliche Erleuchtung für die Jakan .. und für mich. Alle Bewohner des Imperiums kennen inzwischen die Ansichten und Pläne die der Hochexarch verfolgt. Vor seiner Zeit, als Dariana noch das Imperium führte, gingen bereits Gerüchte darüber um, dass Wynne der Meinung sei alle intelligenten Spezies der Galaxis hätten sich irgendwann selbst in den Untergang geführt und er wüsste wie das verhindert werden könne.
Als er damals vor zehn Zyklen zum Hochexarchen wurde, klärte er all diese konfusen Halbwahrheiten über ihn und seine Pläne auf. Er sei zu der Erkenntnis gelangt, so sagte er, dass alle Völker, Spezies und Reiche früherer Zyklen irgendwann zu einem Punkt gekommen wären, an dem ihr Untergang gewiss und unabwendbar geworden wäre.
Sein Plan um zu verhindern dass das den Jakan passiert war dann eben, dass die Jakan mit dem Imperium des Lichts als Speerspitze und ihrer Kultur als Leitfaden voraus gehen würden, um die Völker der Galaxis zu vereinen. Im Sinne des Wohls aller Völker eventuell sogar gegen Widerstand. Schließlich müsste wie im Imperium selbst, immer jemand das Szepter in die Hand nehmen und sich der Dunkelheit entgegen stellen.

Damals verunsicherte diese Eröffnung viele Jakan. Doch die letzten zehn Zyklen haben uns, wie schon erwähnt, eines besseren belehrt und erleuchtet ...

Gleich zu Beginn von Wynne's Herrschaft wurde etwa das Volk der Furati vollständig ausgelöscht. Sie haben sich selbst mit einer biologischen Technologie gründlich aus der Galaxis getilgt.
Angespornt durch dieses erschütternde Ereignis wurden seine Pläne nur noch rascher umgesetzt. So wurden diplomatische Missionen zu den benachbarten Reichen entsandt um Botschaften zu etablieren und zu ergründen wie zugänglich diese Völker für die Bestrebungen des Hochexarchen sind. Außerdem wurde so schnell wie möglich eine Aufklärung des primitiven Volkes der Huvidu-Zaan vorbereitet. An dieser Stelle kam dann der zweite Schlag. Mitten in den Vorbereitungen meldeten die Forscher, das die Huvidu-Zaan kurz vor einem Krieg stünden, welcher das Volk und den Planeten ernsthaft gefährden könnte.
Der Hochexarch reagierte sofort und befahl der Jägergarde sofort mit den schnellsten Schiffen auszurücken und die Huvidu-Zaan zu konfrontieren, bevor sie sich selbst vernichten könnten. Ihre eigene Vernichtung konnte verhindert werden, doch auch das nur knapp und zu einem hohen Preis. Denn seit der Invasion befindet sich das ganze Volk in einem kulturellen Schock, welchen das Imperium durch verschiedene Maßnahmen zu lindern versucht.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde vielen Jakan klar, dass der Hochexarch recht hatte. Das Imperium musste handeln. Doch die Berichte der Botschafter legten nahe, dass die Pläne des Imperiums mit reiner Diplomatie nur schwer umzusetzen sein würden. Bei vielen der Völker da draußen wäre es wohl nötig, sie tatsächlich zu unterwerfen um zu einer Kooperation zu gelangen.
In seiner Rede zum Beginn der zweiten Expansionswelle vor drei Zyklen sagte er, dass das Volk der Jakan und das Imperium deswegen alles daran setzen müssten so stark wie nur irgend-möglich zu werden. Denn nur so könnten sie hoffen die Galaxis gegen die Dunkelheit vereinen zu können.

Die Rede endete mit einer Formel, welche wohl kein Jakan jemals vergessen können wird:

Wir sind das Licht in der Dunkelheit der Galaxis.
Wir sind der Speer der die Dämmerung bringen wird.
Die Feinde des Lebens werden vor uns fliehen, wie der Schatten vor dem Licht.
Und wir werden erst dann ruhen, wenn die Galaxis vereint ist im Licht.
Ob es nun hundert oder tausend Zyklen dauern wird.


Und so arbeitet jeder Jakan seit diesem Tag auf ein noch höheres Ziel hin. Auch wenn die nächste Prüfung nicht fern ist ...


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Re: [WB-06] Imperium des Lichts

Beitrag von Oruun » 7. Oktober 2018, 14:43

Bericht #3 (Folgen 10-12)
Zyklus 37249 / Spanne 17 / Wechsel 6
(1 Zyklus = 1 Jahr = 36 Spannen / 1 Spanne = 10 Wechsel / 1 Wechsel = 1 Tag)

(Ein großer Teil des Berichtes beschäftigt sich mit der zweiten Expansionswelle und ist deswegen von Zahlen und Fakten über die neu erschlossenen Systeme geprägt)

Zum Schluss möchte ich noch etwas zu dem vor kurzem ausgebrochenen Krieg sagen. Vor allem möchte ich aufzeigen wie es dazu kam, dass die Jünger der Kralle das Imperium angegriffen haben.
Im Zuge der diplomatischen Missionen, welche ich in meinem letzten Bericht erwähnt habe, gab es bei den Jünger der Kralle eine Besonderheit. Relativ kurz nach Erreichen des Astralraumes ihrer Systeme, meldete der Kapitän des Botschafterschiffes eine Flotte auf Abfangkurs und der Kontakt brach ab. Einige Zeit später nahmen die Jünger der Kralle selbst Kontakt zu den Jakan auf und wollten direkt mit dem Hochexarchen sprechen. Er akzeptierte den direkten Kontakt und berichtete später die Jünger hätten ihn aufgefordert sich der Kralle zu öffnen. Er erklärte ihnen die Jakan seien offen für jede Art von Philosophie oder Religion und bei ihnen würden alle spirituellen Strömungen nach den drei elementaren Aspekten des Universums geordnet: Licht, Dämmerung und Schatten. Doch die Jünger hätten weiter darauf gedrängt das das Imperium sich öffnen solle.

Misstrauisch geworden durch diese Vehemenz hatte er nachgefragt was es mit der Kralle auf sich habe. Die Jünger erklärten ihm daraufhin wie die Kralle zu ihnen gekommen war und von dem Schwarm in ihr. Diese Naniten, wie die Jünger sie nennen, hätten ihnen ermöglicht sich über sich selbst hinaus weiter zu entwickeln. Und nun wollten die Jünger der ganzen Galaxis die Kralle und ihre Naniten bringen. Obwohl diese Idee durchaus vernünftig klang, hatte die Art wie die Jünger dieses Recht einforderten etwas Fanatisches an sich. Er sage ihnen er brauche Bedenkzeit und müsse sich mit dem Rat der Exachen beraten. Dann stellten sie ihm ein Ultimatum bis zu dem er ihnen die Entscheidung mitteilen sollte.

Als er dem Rat vom Kontakt erzählt hatte, begann die Beratung.
Die Entscheidung fiel schneller als üblich oder erwartet. Das Imperium des Lichts würde sich der Kralle nicht öffnen. Zum einen verstanden die Jakan noch immer nicht wirklich was die Kralle und die Naniten waren. Auf der anderen Seite wollten die Jakan keine fanatischen spirituellen Kräfte in ihre Gesellschaft vordringen lassen. Der Hochexarch lehnte ihre Forderung also ab und es folgte eine Kriegserklärung.

Wir dachte wir wären auf diese gewaltsame Durchsetzung vorbereitet gewesen, doch sie nahmen innerhalb kürzester Zeit vom Raum der Wurak aus unsere Randkolonie ein und besetzten das System so effektiv, dass eine Rückeroberung kaum möglich wäre. Die Moral im Imperium ist natürlich gebrochen.


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Re: [WB-06] Imperium des Lichts

Beitrag von Oruun » 13. Oktober 2018, 23:50

Bericht #4 (Folgen 13-15)
Zyklus 37258 / Spanne 36 / Wechsel 10
(1 Zyklus = 1 Jahr = 36 Spannen / 1 Spanne = 10 Wechsel / 1 Wechsel = 1 Tag)

Drei Zyklen und mehrere Spannen der Besetzung sollte der Krieg des Imperiums gegen die Kralle noch andauern nach meinem letzten Bericht.
Die Jünger der Kralle besetzten zwei Systeme, Talandra und Ancastar, und vernichteten drei komplette Flottenverbände der Jakan mit jeweils 70-80 Schiffen, bevor der Exarchenrat den Hochexarchen drängte die Niederlage einzugestehen. Dieser beauftragte den Exarchen Lothaar mit den Verhandlungen und nach seinem ersten Gespräch mit den Jüngern kam er mit einem persönlichen Log eines Jakanbeschützers zurück, welcher als Verteidiger bei der letzten Schlacht von Ancastar Prime dabei gewesen war. Es wurde mir erlaubt einen Ausschnitt in meinen Bericht aufzunehmen:
Spoiler für ILog des Beschützers Ureel:
Der Himmel weinte, als die Jünger Reekanu belagerten.

Viele Spannen war es her, seit das Land um Reekanu zuletzt mit Regen gesegnet wurde, doch nun zogen düstere Wolken herauf, als wollten sie sich gegen die drohende Schlacht auflehnen. Sanfte Schauer nieselten auf die Stadt und die Armee außerhalb nieder und wurden langsam zu einem gleichmäßigen Regenguss. Beide Seiten beobachteten und warteten.

Es müssen mehrere Zehntausend sein, schätzte ich von meinem Platz hoch oben auf dem inneren Ring. Jenseits des äußeren Parameters tanzten Schatten zwischen den mit Strahlern erleuchteten Bäumen der Wälder von Zulfoon. Wenn die Jünger sich mehr Zeit mit der Planung gelassen hätten, hätten sie vielleicht das umliegende Gebiet für ihren Angriff gerodet, doch die Jünger machten sich in diesen Zeiten nicht viel aus Strategie. Ihre schiere Überzeugung von der Kralle trieb sie an, so wie Tiere vom Hunger angetrieben werden.

So war Tellmor gefallen, genauso wie Karadbor und Faralon. So viele der einst so majestätischen Städte der Jakan lagen nun in Schutt und Asche. Nur noch Reekanu war übrig.

Langsam nahmen die versammelten Jünger Stellung ein. Sie weckten in mir das Bild einer großen, mit Fangkrallen bewehrten Rattikar, die sich in Vorbereitung auf den Angriff schüttelt … ein Angriff, der mit Sicherheit das Ende der Verteidiger von Reekanu bedeuten würde.

Als wäre unser Tod nicht ohnehin schon vorbestimmt.

Ich war mir sehr wohl bewusst, dass ich und die anderen, die sich heute Nacht hier versammelt hatten, als taktische Verzögerung gedacht waren. Wir hatten uns freiwillig gemeldet, um zurückzubleiben und die letzte Schlacht zu schlagen. Unsere Niederlage würde die Jünger so sehr zufrieden stellen, dass sie die Jakan als quasi gebrochen betrachten und die Verfolgung der anderen aufgeben würden. Denn jene die Zuflucht gefunden hatten, würden überleben und eines Tages, wenn die Bedingungen besser und vor allem unsere Flotte wieder am Himmel wäre, zurückschlagen.

So sei es denn. Mein Geist wird weiterleben und mit dem Licht verschmelzen.

Doch ich werde nicht leise gehen.

Ich und die anderen Verteidiger würden bis zum Letzten kämpfen. Wir waren in regelmäßigen Abständen auf dem Ring postiert worden. Und wie ich standen sie gelassen und entschlossen in ihren Kampfanzügen da. Wir waren im Frieden mit dem Schicksal, das uns erwartete.

Über der Stadt ging die Flotte der Jünger hinter den Wolken in Position.
Dann ging ein dunkles Grollen durch die finsteren Wolken am Himmel und riesige Geschosse durchschlugen so schnell wie Meteore den äußeren Schild. Als ob sie nur auf dieses Signal gewartet hätte, stürmte die Menge draußen nach vorne. Ohrenbetäubende Kampfschreie donnerten über der Stadt, als sie sich mit einem einzigen Ziel vorschoben: alle, die ihnen in den Weg kamen, zu vernichten.

Meine Brüder und Schwestern starteten sofort mehrere Konterangriffe auf den Feind. Doch immer, wenn ein Jakan einen der Eindringlinge niedergestreckt hatte, nahmen zwei neue seinen Platz ein. Der Schild begann nun, vollständig in sich zusammenzufallen und bald würde er kollabieren. Bei meinem nächsten Ausfall gegen den Feind traf ein Plasmaspeer die Verteidigerin neben mir und die Welt verschwand in rotem Licht.

Ich weiß nicht wie lang es dauerte, aber ich wachte schließlich in einer Zuflucht auf. Ein anderer Beschützer hatte mich nach der Schlacht in den Trümmern gefunden. Blind, taub und kaum noch am Leben gehalten von meinem Kampfanzug. Er brachte mich her und ich wurde geheilt.

Ich denke, das Licht hat mich gerettet. Es will, dass ich bei der Befreiung kämpfe. Wenn die Flotte zurückkehrt werden wir bereit sein.

Die Hoffnungen des Beschützers Ureel sind bisher leider vergebens gewesen. Der Rat wiederum wurde von der Lage gespalten. Die Einen resignierten und schlugen Unterwerfung vor, während die Anderen argumentierten, wir sollten der Kralle anbieten uns zu öffnen, wenn sie abziehen würden. Jetzt wüssten wir schließlich womit wir es zutun hätten und könnten uns für das nächste Mal vorbereiten.

Bei den anschließenden Verhandlungen erreichte Exarch Lothaar, dass die Jünger der Kralle sich zurückzogen. Allerdings war der Rat beunruhigt über die Aussage der Jünger sie hätten ihre Mission erfüllt und wären nun zufrieden. Die Systeme und Planeten jedenfalls wurden zurück gegeben. Auch wenn die nicht bewohnten Planeten jetzt alle mit einem grauen Ozean überzogen waren. Vermutlich handelte es sich um die von den Jüngern erwähnten Naniten. Deswegen wurden die Bewohner auch strengen Untersuchungen und Quarantäne unterworfen. Gefunden haben die Jakan allerdings nichts und so erklärten sie Sicherheitszonen um die befallenen Himmelskörper und beließen es dabei.

Seitdem läuft alles wieder in normalen Bahnen und die Jakan scheinen immer noch überzeugt ihr Ziel erreichen zu können.

Mir bereitet diese ganze Sache ab und zu dennoch schlaflose Nächte, aber da sonst nichts mehr passiert ist, werden wir wohl abwarten müssen ...


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Re: [WB-06] Imperium des Lichts

Beitrag von Oruun » 21. Oktober 2018, 13:56

Bericht #5 (Folgen 16/17)
Zyklus 37264 / Spanne 10 / Wechsel 5
(1 Zyklus = 1 Jahr = 36 Spannen / 1 Spanne = 10 Wechsel / 1 Wechsel = 1 Tag)

Nach meinem letzten Bericht wurde mir endlich die Erlaubnis gegeben, das Imperium zu bereisen.

Auf meine dabei gemachten Beobachtungen und Erfahrungen werde ich später eingehen. Zu allererst möchte ich erzählen was ich im Ancastar-System sah.
Zur Erinnerung, das System wurde im Krieg gegen die 'Jünger der Kralle' von diesen eingenommen und über Jahre besetzt. Die Jakan haben seid dem Ende des Krieges dessen Spuren fast vollständig beseitigt. Nur die 'grauen Himmelskörper' sind geblieben und werden konsequent gemieden. Ich konnte den Kapitän des Schiffes auf dem ich das Imperium bereise überreden sehr nah an so einen 'grauen Himmelskörper' zu fliegen. Es sah tatsächlich wie ein Ozean metallisch silbergrauen dickflüssigen Wassers aus. Und obwohl es mir unlogisch vorkommt, bin ich mir sicher er habe sich in komplexen Mustern bewegt, welche mehr als nur intelligent wirkten. Lange wollte sich die Besatzung jedenfalls nicht dort aufhalten - vielleicht weil auch die Jakan unterbewusst etwas wahrnahmen.


(Anmerkung von SI9-Agent Nuuro: Die nächste Passage ist wohl durch einen Fehler im Subraumtransfersystem zu Zeichensalat geworden)
Spoiler für Unleserliche Daten:
kls5nachunxlverlassenx8bmvonl3m0ancastarpöjdmeineäwhcimplantate4hlönanitenem7mincuaymirmdu3gefundenüv2s sjkzkonnten9ck6isolierenoasjaberlk7aanalysesidnnichtaih1möglichdnhs sh8tforderekaa6hilfe5bhfanfjkh äaifdateniw3dinemj6störsignal7xcvdesh7vksubraumtransferscmhesuchenfggf
Alle weiteren Passagen sind wieder fehlerfrei und beschreiben die Reise durch das Imperium.
...

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