[WB-06] Jäger von Cygoli

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Corvus Congeries
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[WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 18. August 2018, 12:43

Das Volk der Cygoli hat seit tausenden von Jahren nur eines im Sinn: Plünderung. Jeder Stamm beneidete die anderen um deren Reichtümer und wollte sie sich unter den Nagel reißen. Gefangene wurden zur Arbeit in den Minen verdonnert, bis entweder die Mine leer oder die Sklaven vor Erschöpfung gestorben sind... Meist trat Zweiteres ein. Unter anderem deshalb wurden nie zu viele Stammesfeinde gefangen genommen. Man brauchte ja Nachschub für die unerschöpflichen Minen in den Weiten unserer Wüste. Auch die Cygoli haben ein wenig Moral und Achtung vor dem Leben.
Doch mit der Zeit wurden Raubzüge immer schwieriger: Die Waffen wurden moderner, die Befestigungen höher - ebenso wie Kollateralschäden. Man entwarf nukleare und chemische Waffen zur Abschreckung von Plünderern verfeindeter Stämme. Schließlich wurden Raubzüge zur Ausnahme und oft waren nur kleine Siedlungen das Ziel, die nicht sonderlich viel zu bieten hatten. Die Beziehungen zwischen den Stämmen blieb angespannt, bis vor ungefähr zwanzig Jahren Signale fremdem Lebens aus dem Weltall empfangen wurden. Da wurde uns klar, dass wir nicht alleine sind. Euphorie und Angst zugleich machten sich breit: Uns Cygoli wurde in Aussicht gestellt, in den unendlichen Weiten des Weltraums zu plündern und noch nie zuvor erlangte Reichtümer anzuhäufen, doch wie schwer würde es werden? Welche Gefahren lauern im Weltraum? Schnell waren Streitigkeiten zwischen den Stämmen vergessen und die Cygoli setzten sich das Ziel der galaktischen Plünderung. Captain Sperling setzte sich für die Bildung des Kapitänstischs ein, um keinen Stamm zu untergraben. Die erzielte Beute würde dabei fair zwischen den Kapitänen und damit auch den Stämmen aufgeteilt werden. Aufgrund der Überredungs- und Verhandlungskünste Sperlings konnte er eine Einigung zwischen den Stämmen erzielen und er wurde zum obersten Captain ernannt.

Nun ist es endlich so weit. Wir starten die Große Jagd. Auf dass die Jäger von Cygoli Ruhm und Reichtum erlangen!

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Cari

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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Cari » 23. August 2018, 08:14

Ab hier ist das Lesen für Mitspieler verboten!
Für die Gor Tiyal!

Zartonar und ich haben einen eigenen kleinen Kanal, wenn ihr mal schaun wollt. 2 Nerds 1000 Games Viel Spaß!

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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 27. August 2018, 18:34

Spoiler für 1. Auszug aus dem Logbuch des obersten Kapitäns:
[...]
Die 144. Sitzung des Kapitänstisches lief besser als erwartet.
Es war laut und chaotisch - wie üblich -, es floss viel Alkohol vor, während und nach der Runde - wie üblich -, aber immerhin konnten die wichtigsten Punkte geklärt werden. Auch wenn manche Captains noch nicht so ganz mit der Verteilung zukünftiger Credits einverstanden sind, sind wir uns wenigstens über unsere Ziele einig: Unruhe stiften, plündern, feiern - alles, was wir brauchen, um uns wohl zu fühlen.
Captain Rotbauch, mein treuer Vize, plant derzeit den Bau eines Raumschiffs. Er verlangt von Woche zu Woche mehr Ressourcen, Forscher und Arbeiter für das Schiff und Details behält er im Gegenzug selbstverständlich für sich, aber er versprach bei seiner Ehre, dass es eine "Perle" wird und er mir das Schiff widmen wird. Aufgrund des von uns festgelegten Kodex' bleibt mir und den anderen Kapitänen nichts anderes übrig, als seinen Forderungen nachzukommen. Zur "Sicherheit" beauftragten wir die Werften mit dem Bau kleinerer Raumschiffe, um halbwegs plünderungsfähig zu sein. [...]
Spoiler für Auszug aus dem Kodex, beschlossen vom Kapitänstisch:
§ 2 - Kodexeinhaltung
Jeder unterzeichnende Kapitän verpflichtet sich zur Einhaltung des Kodex. Bruch des Kodex' wird mit der Höchststrafe unter den Cygoli bestraft - der Entehrung des Kapitäns, seiner Familie und seinen Nachkommen, damit verbunden der ewigen Sklaverei in der dunkelsten Mine unseres Reiches.

§ 3 - "Bei meiner Ehre"
Kapitäne, die ein Versprechen bei ihrer Ehre abgeben, haben sich daran zu halten. Die Kapitäne des Kapitänstischs haben damit verbundenen Forderungen nachzukommen, wenn es den Cygoli im Gesamten dient und keinem Kapitän am Tisch oder seinem Stamm schadet.

§ 4 - Pflichten des obersten Kapitäns
1. Der oberste Kapitän hat in Streitfällen am Kapitänstisch zu schlichten.
2. Der oberste Kapitän hat Verhandlungen mit fremdem intelligentem Leben zu führen. Dies schließt Kriegserklärungen zum Zwecke der Plünderung mit ein.
3. Der oberste Kapitän ist Befehlshaber über die Flotte.
4. Der oberste Kapitän leitet die Forschungseinrichtungen an.
5. Der oberste Kapitän entscheidet über die Besetzung folgender Stellen: Leiter der Forschungsabteilungen für Physik, Biologie und Ingenieurswesen; Leiter der Forschungsschiffe; Flottenadmiräle; Armeegeneräle; Gouverneure der Sektoren.
6. Der oberste Kapitän entscheidet über die Verwendung neuer "Arbeiter".
7. Der oberste Kapitän kann die Aufgaben 1, 3, 4 und 6 dauerhaft an andere Kapitäne des Kapitänstischs abgeben. Alle weiteren Aufgaben können nur für einen vorher bestimmten Zeitraum an den Vize abgegeben werden und nur unter dem Versprechen bei seiner Ehre.

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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 6. September 2018, 18:38

Spoiler für Meuterei:
Captain Sperling ist auf dem Weg in sein Quartier. Der Abend war lang. Einer der Kapitäne hat seinen Geburtstag gefeiert und natürlich floss viel Alkohol. Der selbstgebrannte Schnaps von Rotbauch haut die meisten aus den Federn.
Eilige Schritte nähern sich von hinten. Leicht taumelnd dreht Sperling sich um und erblickt Schwarzfeder. Einen schmächtigen Kapitän. Nicht besonders trinkfest. Konnte auch nicht zur Feier wegen - weshalb noch gleich? Ach ja, irgendwas war irgendwo vorgefallen.
"Captain Sperling!", ruft er und wedelt mit den Flügeln. "Captain Sperling!"
"Isch bin zwar etwash betrunken, aber nischt taub, Schwarsfeder! Was habt Ihr?"
"Es ist schrecklich, Ca-"
"Rischtisch, Ihr habt nicht mit uns getrunggen! Das ist sehr unsoldi- undosi- nicht nett! Ich sperr euch in DIE Mine!"
Schwarzfeder rollt mit den Augen. "Macht doch, aber hört mi-"
"Wart Ihr je in DER Mine?! Da wollt ihr nischt hin! Ihr wissd nisch, wie -" Sperling verliert vor Rage sein Gleichgewicht, doch kann sich glücklicherweise mit der Schulter auf dem Asphalt abfangen. "Isch hab meinen Faden verloren, wo war ich?"
"Meuterei, Captain! In den Werften!"
Sperling schaut Schwarzfeder an. Er blinzelt ein paar mal, schüttelt seinen Kopf und merkt, wie der Alkohol weicht. "Wie bidde?"
"Ein paar Männer haben eine Meuterei angezettelt und die Architekten unserer Kampfschiffe gefangen genommen!"
"Nein. Nein nein nein nein nein. Nein. Nein! Das ist ein schleschter Scherz."
"Ohne die Architekten sind wir unfähig, weitere Schiffe dieser Kla-"
"Ja ich weiß, ich bin nicht blöd. Wir brauchen die Architekten. Lasst die Meuterer um keinen Preis die Werft verlassen, wir müssen unsere Truppen hinschicken."
Schwarzfeder senkt den Kopf und murmelt irgendwas.
"Wie war das, Captain?"
"Sie ... sind bereits mit einem Schiff und den Architekten entkommen..."
Sperling wirft seine Flasche Rum an die Hauswand auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Im gleichen Moment bereut er die Entscheidung ein wenig und schaut zu, wie sich der Rum auf der Straße verteilt.
"Wie viele Schiffe haben wir noch?"
"Neun, Captain."
Sperling seufzt. "Nun gut. Hoffen wir mal, dass wir damit fürs Erste auskommen. Um die Meuterer kümmern wir uns so bald wie möglich."

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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 15. September 2018, 22:55

Geschehnisse aus den Folgen 1-3
Spoiler für Notfallsitzung:
"Nun, ich muss erst mal dem Kapitänstisch von unserem Treffen berichten. Ich werde mich zu gegebener Zeit wieder bei Euch melden."
Mit diesen Worten beendet Captain Sperling die erste Kommunikation mit einer fremden Spezies. Es handelt sich um die Wurak Star Corp. Sie bezeichneten sich selbst als Händler - würde zumindest den Namen auch erklären.
Kaum ist die Kommunikation beendet, bricht ein heilloses Durcheinander am Kapitänstisch aus.
"Händler? HA! Einfache Beute, sage ich euch. Einfache Beute!"
"Wir sollten sie versklaven!"
"Als ob Händler in der Mine was taugen."
"Ausprobieren! Schmeißt sie für den Anfang in eine harmlose Mine!"
"Wir sollten ihre Planeten erobern und ausbeuten, so einfach ist das!"
"So lautet aber nicht unsere Devise."
"Na und, dann verbrauchen wir die natürlichen Ressourcen und geben sie danach zurück!"
"Und wie lange soll der Spaß bitte dauern?"
"Vielleicht sollten wir auch wirklich mit ihnen handeln."
"Ihr habt Nerven! Mit Händlern fair verhandeln? Euer Ernst?"
"Erst plündern, dann verhandeln. Das ist mein Motto!"
Sperling bereut aufgrund der Unruhe, dass er alle die Übertragung hat mithören lassen. Er wirft ein Messer quer über den Tisch in die Wand, knapp an den Köpfen von Schwarzfeder und Hammerkopf vorbei. Die beiden versteinern schlagartig, im Raum wird es still.
"Meine Herren, bitte -"
"Ähem." Quetzal macht auf sich aufmerksam.
Sperling rollt mit den Augen. In einem Klan gab es vor kurzem eine ... personelle Umstrukturierung. Daran muss er sich erst gewöhnen. "... Und meine Dame, verzeiht. Wo bleiben denn die Tischmanieren. Erst einmal kommt es nicht in Frage, irgendwas zu erobern... Noch nicht. Wir haben ja nicht mal Details über die Planeten. Was, wenn sie auf Eisplaneten wohnen? Na vielen Dank auch, da möchte keiner von uns hin."
Zustimmendes Gemurmel ist zu hören.
"Und geplündert wird schon noch, keine Sorge. Aber warum sollten wir es auf Händler absehen? Sie könnten unsere besten Verbündeten sein, ohne dass sie es wollen. Schaut doch nur, wie viele Credits wir zurzeit schon verdienen. Doch damit können wir keine Raumschiffe bauen. Händler im Gegenzug können Credits besser verprassen als Mineralien, klar soweit?"
"Ihr wollt also wirklich mit denen handeln? Seid Ihr ganz bei Trost, Sperling?", beklagt sich Rotbauch.
"Auch, ja. Aber vorher werden wir ein wenig Druck aufbauen. Der angebotene Kurs gefällt mir nicht. Ein kleiner Tribut sollte reichen. Sie sollen auch darauf eingehen."
"Erpressung, ja! Jetzt sprecht Ihr meine Sprache!", ruft Hammerkopf.
"Aber warum wollt Ihr nicht höher ansetzen?", fragt Quetzal den obersten Kapitän. "Wieso sollen sie mit Samthandschuhen angefasst werden? Das ist doch absurd und dumm!"
Sperling grinst. "Genau das ist der Punkt. Das sollen sie denken. Dass wir dumme Vögel sind, die sie leicht über's Ohr hauen können." Er richtet sich vor den anderen Kapitänen auf, die linke Hand hinter dem Rücken, die rechte Hand als Faust an der Brust. "Bei meiner Ehre, keinem Cygoli wird auf Dauer durch den Handel mit den Wurak Schaden entstehen. Im Gegenteil - damit finanzieren wir uns dauerhaft die Plünderungen in der Galaxie."
Zuletzt geändert von Corvus Congeries am 11. Oktober 2018, 08:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 20. September 2018, 15:06

Geschehnisse aus den Folgen 4-6
Spoiler für Statusberichte:
Der Schreibtisch im Quartier des obersten Kapitäns ist voll mit Bürokratie. Er hat von allen Kapitänen einen Statusbericht verlangt, um auf dem aktuellen Stand zu sein. Aber wer hätte gedacht, dass manch ein Kapitän bis zu 40 Seiten schreibt? Der Bericht von Lavendelflügel, Leiter der Ingenieursabteilung, strotzt nur so vor unnötigen Informationen. Als ob es irgendjemanden interessiert, welche Tests schiefgelaufen sind...
Quetzal ist mit dem Training der Bodentruppen beschäftigt und geht in der Rolle auf. Sie hat sehr schnell bewiesen, dass sie der eisernste Kapitän ist. Mit Sicherheit kann sie es kaum erwarten, die ersten Aliens zu köpfen.
Die Flotte lässt Schwarzfeder nach dem Verlust unserer Ingenieure mit schwächeren und kleineren Schiffen aufstocken, bis Lavendelflügel die Bauweise der Zerstörer analysieren konnte. Aufgrund der fortschrittlichen Waffensysteme - wie zum Geier haben die Architekten das geschafft? - wird das noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Schätzungsweise 30 Jahre, bis wir überhaupt das Grundgerüst nachbauen können. Die Physiker unterstützen die Arbeit von Lavendelflügel indirekt. Aktuell arbeiten sie an fortschrittlicheren Lasern.
Auch die Ausdehnung in der Galaxie geht gut voran. Ein Kolonieschiff ist gerade auf dem Weg, die "Schwarzfelsinsel" zu besiedeln.
Die Erkundungen der Forschungsschiffe scheint auch gut zu laufen. Hammerkopf berichtet von - Sperling lacht. Er hat tatsächlich eine primitive Spezies gefunden, die unter ähnlichen Bedingungen lebt wie wir. Perfekt. Damit wäre der erste Einsatz von Quetzals Truppe gesichert und zugleich hätten die Cygoli die ersten Skla- "Arbeiter".
In der Nähe des Fedeema-Systems hat ein weiterer Forscher von Hammerkopfs Truppe Signale einer weiteren fremden Spezies empfangen. Noch sind keine Details bekannt, aber unsere Flotte befindet sich in Bereitschaft - teils voller Vorfreude, teils aus Misstrauen.
Das Satramengas von den Wurak scheint auch seinen Zweck zu erfüllen. Die Streitigkeiten am Tisch lassen immer mehr nach, Sperling hat es immer leichter die anderen von seinen Plänen zu überzeugen.
Sperling verlangte von den Wurak Star Corp. 300 Tonnen an Mineralien - eine wirklich geringe Menge - und würde sie dafür bis 2220 nicht weiter mit (leeren) Drohungen behelligen. Dafür haben sie sogar direkt den Kurs nach unten korrigiert und uns das Satramengas günstig angeboten. Damit hat sich bestätigt: Die Wurak sind wertvolle Verbündete. Doch scheint Sperling mit der Unfreiwilligkeit Unrecht zu haben.
Spoiler für Auszug aus dem Kodex des Kapitänstischs:
§ 1 - Die Cygoli
Der oberste Kapitän sowie die Kapitäne des Kapitänstischs vertreten das Volk der Cygoli. Die Vertreter handeln stets im Sinne der Cygoli.
Weder Rechenschaft noch die Wahrheit schulden die Kapitäne anderen Lebewesen. Einen Grund zur Plünderung haben die Kapitäne stets zu suchen.
Zuletzt geändert von Corvus Congeries am 11. Oktober 2018, 08:41, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 24. September 2018, 11:42

Geschehnisse aus den Folgen 7-8
Spoiler für Was ist das?!:
Die Flotte der Jäger von Cygoli erreicht das zweite System der Hüter der Erkenntnis. Sie setzt gerade zum Angriff auf die Sternenbasis an.
Im Kommandoschiff sitzt Schwarzfeder, welcher so viel Spaß hat wie noch nie. Auch die Moral der Flotte ist im Unermesslichen, da die kriegerischen Handlungen gegen die Hüter der Erkenntnis die ersten in der Raumfahrt-Geschichte der Cygoli ist.
"Wir machen es wie beim Training, Männer!", funkt Schwarzfeder an alle Schiffe. "Die Schiffe der Brigg-Klasse schwärmen als erstes aus und nehmen die Basis in die Mangel. Die Jong-Klassen konzentrieren die Raketen auf die Kommandobrücke. Unsere Zerstörer feuern auf die Waffensysteme."
"Aye, Captain!", schallt es auf der Frequenz.
Der Angriff startet. Die Zerstörer können aufgrund der Reichweite der Waffen als erstes auf die Basis feuern und kann einige Geschütze ausschalten, bevor zu großer Schaden an den Briggs entsteht. Dank den Architekten, die die Schiffe entworfen haben und verflucht seien die Piraten, die sie entführten!
Die Basis ist fast vernichtet. Dem Navigator des Kommandoschiffs weicht auf einmal jegliche Farbe aus dem Gefieder. "Ca-Ca-Captain..." Er stammelt und deutet auf das Radar. "Hinter uns..."
Schwarzfeder blickt über die Schulter des Navigators. Und erstarrt kurz zur Salzsäule. Ein Objekt nähert sich der Flotte, ungefähr sechsmal so groß wie ein Zerstörer.
"Auf den Bildschirm. Sofort."
Der Navigator drückt hastig ein paar Tasten und Knöpfe, dann sieht die Crew ... ein Ungeheuer. Ein Weltraum-Drache, allein in das Maul des Tiers passt eine Brigg hinein.
"Scannt es sofort!", weist der Admiral an. Er rennt zum Kommunikator. "Alle Schiffe: Rückzug vorbereiten!"
Von einigen Schiffen regt sich Widerwilligkeit. "Aber Captain, wir -"
"Ich sagte: Rückzug vorbereiten! Und sofort um 180 Grad wenden und neu formieren! Das ist ein Befehl!"
Dadurch wird auch den Besatzungen klar, was auf sie zukommt. Es ist inzwischen fast in Reichweite der Geschütze der Zerstörer. Doch das Wesen selbst feuert - oder speit - bereits undefinierbare Kugeln auf die Zerstörer. Eine fliegt hunderte Meter an dem Kommandoschiff vorbei, trifft den vierten Zerstörer der Flotte - und vernichtet ihn sofort. Nicht mal ein letzter Funkspruch von der Crew ist zu vernehmen.
"Vergesst die Neuformierung, bringt euch in Sicherheit!", funkt Schwarzfeder. "Schließt den Scan ab, dann verschwinden wir ebenfalls. Haltet den Sprung bereit.
"Wir können noch nicht, Captain!"
"Ich habe den Scan fast abgeschlossen, noch wenige Sekunden!"
Die Briggs und Jongs konnten den Rückzug aufgrund der geringen Größe recht schnell eintreten. Die Zerstörer hingegen hängen länger im System fest. Währenddessen wird ein weiteres Schiff von einer Kugel gnadenlos zerfetzt. Schwarzfeder rauft sich die Federn.
"Scan abgeschlossen!"
"Dann raus hier, sofort!"

Einige Wochen später.

Der Kapitänstisch hat sich versammelt. Schwarzfeder hat gerade von dem Drachen berichtet. Auch die gesammelten Daten über das Unwesen belegen, dass die Flotte der Cygoli mehr als verdreifacht werden müsste, um eventuell eine Chance zu haben es zu besiegen.
Am Tisch ist es ruhig. Nicht ein Kapitän gibt seinen Senf dazu. Alle warten mit Spannung darauf, was Sperling zu sagen hat. Ob das die Wirkung des Satramengases der Wurak ist oder die Ernüchterung, die in jedem (sonst alles andere als nüchternen) Kapitänen ankommt?
"Ich habe bereits mit den Hütern gesprochen", verkündet Sperling, "auf Grundlage der eilig zugesandten Informationen von Euch, Schwarzfeder. Wir werden wohl den Status Quo verhängen müssen.
Das Wesen, das Ihr gesehen habt, beschützt die Hüter der Erkenntnis. Es ist quasi der einzige Schutz, von dem wir vorher nichts wussten oder wissen konnten. Da wir nur über eine Hyperraum-Route Zugang zu den Systemen der Hüter haben, können wir mit dem Tier nicht mal Katz' und Maus spielen. Die opportunistische Plünderung wegen der Kriegserklärung durch die Free Sthian League gegen die Hüter ist an dem Punkt leider gescheitert. "
Er blickt Rotbauch an, welcher immer noch mit dem Bau des Flaggschiffes beschäftigt ist. Er hat seine Pläne inzwischen offenbart und das Einverständnis des Kapitänstisches, scheint sich jetzt aber dafür zu schämen, dass die Konstruktion des Flaggschiffes mehr Zeit in Anspruch nimmt als gewollt. Schließlich liegt der Termin noch circa 40 Jahre N.I.Z. (Nach Intergalaktischer Zeitrechnung) in der Zukunft.
"Dieses Tier hat unsere Männer getötet und uns an der Plünderung gehindert. Wir werden es erlegen, sobald wir können. Jedoch müssen wir uns nun weiter umsehen."
Zuletzt geändert von Corvus Congeries am 11. Oktober 2018, 08:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 24. September 2018, 15:03

Geschehnisse aus den Folgen 9-10
Spoiler für Ein kleiner Sperling:
"Er war ein guter Kapitän. Zu schade."
Rotbauch und Sperling sind unter sich. Sie sitzen im Quartier des obersten Kapitäns. Die Wände des Quartiers erzählen Geschichten aus unterschiedlichen Epochen. Da die Cygoli stolz auf ihre kriegerische Vergangenheit sind, sind die Sammlungen sehr umfangreich. Eine Wand stellt Knüppel, einfache Bögen und Langstöcke zur Schau, eine weitere Hieb- und Stichwaffen aus Metall. An der dritten Wand befinden sich überwiegend Schusswaffen. Doch auch andere dekorative Gegenstände hat Sperling sammeln können, unter anderem Modelle von Wüstenschiffen. Große Teile der Sammlungen hat er geerbt, manches haben ihm Kapitäne oder Bürger als Zeichen der Treue geschenkt. Im Hintergrund läuft Sperlings liebste Platte. Sie ist mit den Initialen K.B. und H.F.Z. signiert, mehr ist über die Autoren leider nicht bekannt.
Die Trauerfeier aufgrund des Verlusts von Hammerkopf ist eine halbe Stunde her. Sein letzter Funkspruch kam aus dem Vijimar-System und lautete: "Diese Festung ist gigantisch. Ich würde sie gerne erforschen, aber dazu werde ich wohl keine Gelegenheit mehr ha-". Es gibt keine eindeutige Bestätigung seines Todes, doch nur dieser ist leider naheliegend. Kurz nach dem Funkspruch ist sein Schiff von unserem Radar verschwunden und es gab selbst jetzt, einen Monat später, keine Spuren auf seinen Verbleib. Wenn die Festung das Schiff vernichtet hat, war sie dabei sehr gründlich, was Anlass genug ist die Erforschung dieses Systems ruhen zu lassen, bis die Flotte stark genug ist sie auszuschalten.
Sperling dreht sein Glas auf der Stelle. "Sein Interesse für die Fremde da draußen hat uns gut vorangetrieben. Die ersten bewohnbaren Planeten außerhalb unseres Heimatsystems sowie die ersten Arbeiter haben wir ihm zu verdanken. Doch vergesst nicht, Rotbauch, ich wollte wegen etwas anderes mit Euch sprechen."
"Richtig, die Sthian", erwidert Rotbauch. "Wie ich hörte, haben wir einige Sternenbasen bereits räumen können?"
"Sechs, um genau zu sein. Darunter das Heimatsystem mit der Schiffswerft, was sie vorübergehend lähmen sollte. Die Flotte weicht unserer aus. Ich werde nun den Befehl geben die Planeten zu überfallen, was uns neue Arbeiter einbringen wird."
Gute Neuigkeiten, das freut mich."
"Als erstes wird Brakma Prime überfallen. Der Planet wurde von den Hütern der Erkenntnis, den Bothra, kolonisiert. Die pazifistischen Narren haben ihn freiwillig den Sthian überlassen. Eine Kolonie der Sthian werden wir noch überfallen und dann die Flotte Richtung Heimatwelt der Sthian senden - so ist zumindest mein Plan, aber wer soll den jetzt noch durchkreuzen. Quetzal wird ebenfalls ihren Spaß haben."
"Ihr wollt die Planeten besetzen? So weit ich weiß ist Brakma Prime für uns unbrauchbar!"
"Nur um die Liga unter Druck zu setzen. Ihnen zu zeigen, wozu wir fähig sind. Und den Heimatplaneten werden wir auch vorerst verschonen, sofern sie unseren Forderungen nachkommen."
"Seid Ihr weich geworden, Sperling?"
"Wir haben einfach noch nicht genug Planeten, auf die wir so viele Arbeiter verteilen könnten", antwortet Sperling. "Oder wollt Ihr einen Aufstand riskieren?"
Rotbauch verzieht eine Miene. "Das wäre das Letzte, was wir gebrauchen könnten. Es würde unsere Wirtschaft unnötig aufhalten."
Die Tür geht einen kleinen Spalt weit auf. Ein kleiner Cygoli tapst herein und läuft strahlend auf Sperling zu.
"Opa spieln?"
Sperling hat für einen Moment vergessen, dass seine Tochter mit ihrem Mann plus Kind derzeit in der Hauptstadt sind. Natürlich durften sie sich dafür in Sperlings Quartier mit einnisten. Nicht nur aus familiärer Verpflichtung, sondern auch weil der Enkel eine großartige Ablenkung von den aktuellen Problemen ist. Sperling lächelt seinen Enkel an. "Was möchtest du denn spielen, Sperling?"
"Schießn!" Er deutet auf die Waffen an der Wand.
Sperling dreht seinen Kopf zu Rotbauch und flüstert aus dem Mundwinkel: "Was auch sonst." Er dreht sich wieder zu Sperling Jr. "Und womit möchtest du schießen?"
Der kleine Fratz überlegt. Die Bedenkzeit nutzt Rotbauch, um sich zu verabschieden und das Zimmer zu verlassen. Dann zeigt Sperling Jr. auf ein Gewehr. Am vielsagenden Blick von seinem Großvater erkennt er aber, dass das wohl nichts wird. Er überlegt erneut und deutet dann auf eine kleine Handfeuerwaffe, welche als die meistbegehrte Waffe der Wüstenpiraten in die Geschichte eingegangen ist. Zweiläufig, sehr präzise und leicht nachzuladen.
"Was haben Mama und Papa dir gesagt?"
Sperling Jr. senkt den Kopf, wirkt schon leicht betrübt. "Kein Bumbum?"
"Richtig. Und was sage ich dir immer?"
Die Miene des Jungen erhellt sich schlagartig wieder. "Ohrmütze!"
Sperling kann nur immer wieder über die Bezeichnung für den Gehörschutz lachen. "Ganz genau, mit den Ohrmützen ist es nicht laut."
Zuletzt geändert von Corvus Congeries am 11. Oktober 2018, 08:44, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 7. Oktober 2018, 11:34

Geschehnisse aus den Folgen 11-12
Spoiler für Erste Erfolge:
Die Cygoli sind in Feierstimmung. Dazu gibt es auch guten Anlass.
Der letzte Erfolg, die Plünderung der Sthian und die damit verbundene Erwerbung neuer Arbeiter ist schon einige Zeit her. Nun trafen die Cygoli auf die Zurückgelassenen - die erste künstliche Intelligenz. Das Schlechte: Sie sind miteinander vernetzt. Trennt man einen Roboter von dem Schwarm, ist der unbrauchbar. Damit sind sie für den Einsatz in den Minen vollkommen nutzlos. Plündern könnte man sie dennoch, aber Sperling hatte vorerst eine andere Idee, womit wir zur guten Nachricht kommen: Im Besitz der Zurückgelassenen befand sich ein System von großem Wert für die Cygoli. Das System wurde durch einen ungewöhnlichen Pakt in den Besitz der Cygoli übertragen, aus welchem wir nun unter anderem 24 Tonnen Mineralien pro intergalaktischem Monat schöpfen können. Die Zurückgelassenen forderten dafür fünf verschiedene Xenos zum Untersuchen bis 2300 n.I.Z., wovon bisher - wenn man die Cygoli mitrechnet - vier ausliefern könnten.
In der Hauptstadt wurde für die kommende Woche eine große Partymeile organisiert. Es gibt zahlreiche Stände mit alkoholischen Getränken, auch die Speisen werden mit Alkohol zubereitet oder mariniert oder abgelöscht oder oder oder. Ein Getränk wird diese Woche aber die Hauptattraktion sein, denn beim "persönlichen" Zusammentreffen zwischen den Zurückgelassenen und Sperling erhielt er ein interessantes Gebräu. Er bat um das Rezept und brachte auch in Erfahrung, dass es ursprünglich mit Alkohol zubereitet wurde. Natürlich wird da die alkoholische Variante bevorzugt.
Zur Eröffnung sind alle Kapitäne versammelt sowie ihre Nachfolger, wenn es welche gibt. In Sperlings Falle ist es Sperling Junior, der mit seinen 15 Jahren inzwischen als Erwachsener gilt. Der größte Vorteil des Erwachsenendaseins als Cygoli muss nicht erwähnt werden. Er hat schon vor der Eröffnungszeremonie drei Grog getrunken, um seinen Standardpegel zu erreichen.
Sperling spricht einige Worte zur Bevölkerung, welche völlig außer sich ist. Auch Rotbauch lässt sich die Gelegenheit nicht nehmen. Danach stoßen die Kapitäne noch auf der Bühne an, bevor sie sich wortwörtlich unter das Volk mischen. Sie wollen heute nicht besonders behandelt werden und in einem abgegrenzten Bereich in der üblichen Konstellation miteinander saufen, nein - das Volk darf mit ihnen feiern, trinken und lachen. Dies steigert die Moral natürlich.
Sperling wird auf unterschiedliche Sachen angesprochen, unter anderem auf die Begegnung mit den Maschinen. Er erzählt von den zahlreichen Drohnen, die lediglich auf ihren Zweck konzentriert waren und um ihn herum navigierten, sowie von der metallisch klingenden, stockenden Stimme der Maschine, mit der er verhandelte. Auch unangenehmere Gespräche kamen zustande, für die er sich rechtfertigen musste. Fehlentscheidungen beziehungsweise Entscheidungen, die er getroffen und zu hoch gepokert hat. Auch der Drache der Hüter der Erkenntnis wurde abermals erwähnt. Das Thema wird wohl erst erledigt sein, wenn dessen Kopf an der Fassade seines Quartiers hängt. Weiteres interessantes Thema waren die "Exilanten" - Raumschiffe umliegender Xeno-Reiche haben den Kontakt mit den Jägern gesucht. Die ersten Schiffe wurden sehr misstrauisch behandelt, die gesamte Besatzung wurde vorerst festgenommen und unabhängig voneinander befragt, während deren Schiffe auf den Kopf gestellt wurden. Die Beweggründe aller sind leicht zusammenzufassen. Die meisten sind Kriminelle oder Vertriebene und haben von unserer Flotte gehört, die sie mit bereichern wollen. Einige wenige sind unehrenhaft entlassen worden, weshalb ihre Perspektiven in der Heimat trostlos sind. Außerdem haben die Cygoli viel Alkohol.
Später am Abend spricht auch Rotbauch mit ihn. Er möchte in Erfahrung bringen, wie sein Plan zur Erfüllung des Deals mit den Zurückgelassenen lautet. Seine Antwort:
"Erfüllung?"

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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 11. Oktober 2018, 16:30

Geschehnisse aus den Folgen 13-15
Spoiler für Der neue Kapitän:
Es ist der 26.02.2258. Der oberste Kapitän der Cygoli, Captain Sperling, wird aufgrund seiner anhaltenden Krankheit morgen in den Kryo-Schlaf versetzt. Er nahm bereits eine mehrjährige Auszeit, um sich erholen zu können, doch lassen sich (aktuell) die Gene von lebenden Cygoli nicht anpassen, wodurch die Vogelgrippe, an der Sperling leidet, nicht heilbar ist. In der Hoffnung, dass sich dies ändert, wird er eingefroren.
Die Kapitäne sind versammelt, heute mit einem Kapitän mehr am Tisch als üblich, denn der Enkel von Sperling wird die Geschäfte übernehmen. Glücklicherweise hatte Sperling mitgedacht und über die letzten Jahre hinweg Sperling Jr. über seine Schulter schauen lassen, ihm alles gelehrt und erklärt. Während Sperlings Pause assistierte Junior Rotbauch.
Bei der Wahl des Nachfolgers für Sperling kam nur eine Gegenstimme auf. Schwarzfeder hielt nichts davon, dass der Posten des obersten Kapitäns zur Familientradition wird. Doch als er seinen Unmut geäußert hat, war bereits alles zu spät. Sperling hatte die Zügel fest in der Hand, wodurch es ein Leichtes war, den Flottenadmiral über einen längeren Zeitraum während der Sitzungen durch die Getränke zu vergiften, doch der Tod trat so plötzlich ein, dass keine Maßnahmen mehr ergriffen werden konnten. Ironischerweise ist sein Enkel Schwarzschnabel nun in seine Klauenstapfen getreten und als guter Freund Sperling Juniors auch auf dessen Seite.

Manche Aktionen seines Großvaters konnte Junior nicht nachvollziehen, weil sie ihm zu vorhersehbar erschienen. Zuerst erklärte er das Gebiet der Hüter der Erkenntnis als Plünderweide, scheiterte, und schickte die Flotte dann in das Gebiet der Sthian. Warum hatte er sich nicht mit den Sthian abgesprochen, das Vieh erlegt, die schutzlosen Hüter ausgeraubt und danach die Sthian überfallen? Den Fehler muss er selbst erkannt haben, als er viel zu spät die Sthian um Unterstützung gegen den Drachen bat.
Andere kann er sehr wohl nachvollziehen. Der Deal mit den Zurückgelassenen war genial. Er hat es geschafft, eine künstliche Intelligenz auszutricksen - trotz Vorwarnung, dass er Pirat ist!
Aufgrund der geplanten Übernahme von Sperling Junior konnte er schon zuvor seine ersten Ideen mit einfließen lassen. Ihm fielen Dinge auf, die sein Großvater entweder ignorierte oder übersah. Beispielsweise die Amöben im Amastes-System, deren Bekämpfung sich doppelt ausgezahlt hatte: Einerseits konnte unsere Flotte so wertvolle Kampferfahrungen sammeln, andererseits bestätigten sich die Ergebnisse unserer Teleskope, denn in dem System befindet sich ein riesiger habitabler Planet, nach ersten Schätzungen könnten dort über 20 Milliarden Cygoli und Sklaven leben. Die Vorarbeiten zur Kolonisierung laufen bereits und damit hätten die Jäger den sechsten Planeten außerhalb ihres Systems für sich beansprucht.
Weiterhin möchte er etwas am Umgang mit anderen Lebensformen ändern. Die xenophile Partei, die sich vor 30 Jahren gebildet hat, wird zwar nach wie vor vom Kapitänstisch unterdrückt und jedes Parteimitglied wird auf die Nahrungsfelder zum Arbeiten geschickt, aber einen Ansatz hat kein Kapitän in Erwägung gezogen, nicht mal Sperling Senior: Wir könnten so viel mehr mit dem Willen von fremden Xenos, die sich uns anschließen wollen, erreichen als nur die Flotte aufzustocken. Was ist, wenn sich mehrere Milliarden uns anschließen, einen Beitrag zur Piraterie leisten und für uns arbeiten wollen - freiwillig? Zumindest sollten die Vorbereitungen dafür getroffen werden. Schließlich wissen wir jetzt schon, dass es Xenos gibt, die mit dem trockenen Klima unserer Planeten nicht umgehen können, somit müssten wir Kolonien auf für uns unbewohnbare Planeten einrichten, was uns die Verwaltung erschwert.
Seiner Meinung nach wird es auch Zeit den Kapitänstisch abzuspecken. Einige Posten könnten zumindest verlagert werden. Natürlich dient das nur dem Wohl der einzelnen Kapitäne, schließlich müssen sie dann nicht mehr so viel Zeit für die Sitzungen aufbringen und können sich besser auf ihre Arbeit konzentrieren - Bla, bla, bla.

Sperling Senior hält seine letzte Rede vor den Kapitänen. Er beginnt mit den Worten: "Es fühlt sich so an, als wäre ich bei meiner eigenen Beerdigung." Grob zusammengefasst lobt er die Zusammenarbeit zwischen allen Stämmen, hätte nie gedacht, dass die Cygoli trotz geschichtlicher Differenzen untereinander eine so starke Gemeinschaft bilden würden usw. Viele Worte, wenig Inhalt, denkt sich der Junior und schaut in die betagte Runde.
Sein Blick fällt zuerst auf seinen künftigen Vize. Rotbauch wird es nicht mehr lange machen und hat keinen Nachfolger. Sein einziger Sohn ist tragischerweise im Kampf gegen Möchtegern-Piraten umgekommen. Junior wird auf die Nachfolge Einfluss nehmen wollen und ihm einen ihm wohlgesonnenen Cygoli aufquatschen. Kein Ersatz wäre natürlich auch eine Alternative.
Daneben sitzt Schwarzschnabel. Junior winkt gedanklich ab, er stellt kein Problem dar.
Die drei Forschungsspezialisten Lavendelflügel, haben am Kapitänstisch ganz schön an Bedeutung verloren. Sie geben zwar ab und an ihren Senf dazu, aber sollten die Schnäbel lieber in ihren Büchern stecken lassen. An der Stelle hat Sperling Senior zu Beginn großartige Arbeit geleistet. Er hat sie aufgrund der Entwicklung neuer Waffensysteme so sehr unter Druck gesetzt, dass sie keine Zeit mehr hatten sich mit der Tagesordnung der Sitzungen zu beschäftigen. Jetzt wird wenig Geld in die Forschung gesteckt, da die Flotte Priorität hat, doch die drei wissen inzwischen, wo ihr Platz ist: Ganz unten.
Der Gouverneur des Kernsektors ist gefühlt hunderte von Jahren alt. Er wirkt wie ein zerstreuter Professor und scheint mit der Organisation der "Arbeiter" überfordert zu sein. Auch er gehört zu den (für Junior) angenehmeren Kapitänen, da er selten Widerworte gibt.
Quetzal hingegen wird von Sperling Junior respektiert. Im Kampf ist sie unerbitterlich und sie zählt zu den stärksten Cygoli - sowohl physisch als auch psychisch. Ihre Worte sind genauso scharf wie ihre Waffen, und beides ist für die Cygoli sehr wertvoll. Quetzal erzieht ihre zweieiigen Zwillinge entsprechend, welche ihre Fähigkeiten auch schon unter Beweis stellen konnten. Tukan ist eher der Großschnabel, Hokko hat wie ihre Mutter das Kämpfen im Blut. Wer von den beiden die Nachfolge von Quetzal antreten wird, ist Sperling unklar. Er hofft jedoch darauf, dass es Hokko sein wird. Aus ... gewissen Gründen.
Der Stuhl von Hammerkopf wurde wegrationalisiert. Der Stamm untersteht seit seinem Tod dem Kapitänstisch, de facto also dem obersten Kapitän.
Nach der Rede begleiten die Kapitäne ihn zur Kapsel. Ein paar Tränen fließen, es werden noch Abschiedsworte gesprochen. Sperling Junior wird seinen Großvater sehr vermissen, da er ihm so viel beigebracht hat und auch als er klein war immer für ihn da war. Dennoch ist er sehr gefasst, er hat gerade nicht viel Zeit zum Trauern. Vor ihm stehen vorerst harte Zeiten.

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