[WB-05] Vergessene Kinder

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[WB-05] Vergessene Kinder

Beitrag von Azenth » 5. März 2018, 19:19

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"Jeder von uns ist ein Gott. Jeder von uns ist allwissend. Wir müssen lediglich unser Bewusstsein öffnen, um unserer eigenen Weisheit zu lauschen." - spricht der weise Supremus zu seinen Anhängern.
Aurora Bruccius, eine hübsche junge Novizin, schließt daraufhin ihre Augen und öffnet ihren Geist. Sie tastet sich durch die Dunkelheit bis ihr Kopf von Bildern durchflutet wird.
Sie sieht Bilder von Konflikten und Krisen die den Beginn des 21. Jahrhunderts auf Terra, der einstigen Heimat der Terraner, prägten. – Sie sieht die großen Terroranschläge dieser Zeit, die wiederum mit militärischen Einsätzen vergolten wurden. – Ihr Geist erfasst, wie durch die Zunahme sozialer Spannungen und der immer größer werdenden Zahl Arbeits- und Obdachloser, diese in Schutzzonen eingesperrt wurden. Anstatt Unterkunft, Verpflegung und medizinische Betreuung zu erhalten, wurden die Bedürftigen dort vergessen und der Skrupellosigkeit krimineller Banden überlassen. Bilder kollabierten Schutzzonen, die bis dahin stetig gewachsen sind, und ausbreitenden Unruhen, die sich wie ein Flächenbrand den Planeten erfassen, manifestieren sich ebenfalls in ihren Gedanken. Doch sind es nicht die Bilder dieser sozialen Unruhen, die ihren Körper zittern lassen und ihr Tränen entlocken. Bildeten doch diese Unruhen den Anfang des Zusammenbruchs der Vereinigten Staaten und markierten damit den Beginn des Dritten Weltkriegs. Ein viertel Jahrhundert tobte dieser Krieg auf der alten Heimat, welcher die Grausamkeiten aller vorrangegangen Kriege komplett in den Schatten stellte. Und jeden einzelnen Augenblick dieser Apokalypse durchlebte Aurora. Dieser Konflikt kostete insgesamt 2 Milliarden Menschenleben. Die Städte des Planeten lagen in Trümmern und die Atmosphäre wurde durch radioaktive Isotope kontaminiert. Noch lange halten die Folgen des Krieges nach. Lange nach dem Krieg beherrschten Anarchie und Chaos den Planeten.
Tränen der Ohnmacht, der Verzweiflung und der Wut laufen Aurora über ihre Wangen. Die Bilder, die ihr offenbart wurden, sind Beweise einer stattgefundenen Katastrophe auf Terra. Doch selbst in dieser dunkelsten Stunde, spürte die Novizin noch immer das Licht der Hoffnung leuchten.
Die Novizin sah, dass trotz der größten Tragödie der Menschheit die Überlebenden ihr Schicksal nicht aus der Hand gaben und voller Hoffnung und Tatendrang für die Zukunft der menschlichen Spezies kämpften. Ihre Vision der Vergangenheit offenbarte ihr, wie die neu gegründete UN am Ende des 21. Jahrhunderts die Ulysses –Initiative ins Leben rief. Binnen weniger Jahre wurden im Erdorbit sechs riesige Archenschiffe errichtet, welche Schlafkapseln für eine Viertelmillion Kolonisten an Bord hatten. Alle sechs Archenschiffe wurden durch ein kürzlich entdecktes Subraumphänomen, ein kleines, instabiles Wurmloch geschickt. Sie wurde nie wieder gesehen und das instabile Wurmloch verschwand. Auf der Erde wusste man allerdings nicht, dass eines der Archenschiffe die Durchreise überlebte und auf einer üppigen Welt eine Kolonie errichtete. Nachdem Aurora erkannte, welch Strapazen ihre Vorfahren auf sich nahmen, um ihr und allen Nachfahren eine bessere Zukunft zu ermöglichen verflogen die Tränen und wichen einem zufriedenem Lächeln. Sie erkannte in diesem Augenblick die Weisheit von der der Supremus sprach. „Du kannst dich in ein Loch verkriechen oder im Haus einsperren, aber die Sonne geht doch auf.“

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Re: [WB-05] Vergessene Kinder

Beitrag von Araius » 5. März 2018, 20:43

Ab hier ist das Lesen für Mitspieler untersagt!!!
"Es braucht nichts, als einen einzelnen mächtigen Gegner um ein Imperium zu stürzen...und pinke Lamas...VIELE pinke Lamas"
Zitat eines Freundes bei einer Multiplayer Partie von Age of Mythology

Azenth

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Re: [WB-05] Vergessene Kinder

Beitrag von Azenth » 8. März 2018, 18:19

tempel.jpg
Müde schleppt Aurora Bruccius sich die Treppe zu ihrer Wohnung im zweiten Stock hoch. Sie wohnt zusammen mit vier anderen Novizen im heiligen Tempel des ersten Supremus, in einem abgeschotteten Komplex für fünf Parteien. Der Tag zerrte an ihren Kräften. In der Wohnung, welche ihr Kraft und Frieden geben sollte, fühlt sie sich auch nicht besser, im Gegenteil. Sie schläft nicht gut, wacht ständig auf und ist überhaupt viel zu aufgedreht, um der Müdigkeit in ihr nachzugeben. Im Kopf der jungen Frau schweben Gedanken, die der Supremus in ihr geweckt hat, und die dort ihr Werk tun. "Wisset um die Vergangenheit und ihr werdet die Zukunft erkennen!", sprach er zu den Novizen ohne auf die Worte weiter einzugehen. Instinktiv wusste Aurora, dass sich mehr hinter dem Satz verbirgt, als nur ein paar Worte.
Die zarte Frau steht gewandt auf, holt einige Kerzen aus einem Fach und stellt sie in einem Kreis um sie herum auf, zündet sie an und beginnt zu meditieren. Es dauert nicht lange, bis ihre Lippen anfangen leicht zu beben, sie zittert, sie spürt etwas, als sie plötzlich von einer Vision erfasst wird. Sie sieht wie das Archenschiff Kassiopeia unsanft aus einer Raumverzerrung austrat und in ein Asteroidenfeld geschleudert wurde. Unverzüglich trafen hunderte Felsbrocken unterschiedlichster Größe das Raumschiff und beschädigten es schwer. Nach unzähligen Treffern entkam schließlich das Schiff dem Asteroidenfeld und trieb manövrierlos und schwer beschädigt langsam einem Planeten entgegen, den Aurora als ihre Heimat Terra Nova erkennt. Fünfzehn Jahre trieb die Kassiopeia der neuen Heimat entgegen bis die Arche endlich in die Umlaufbahn des Planeten eintrat. Trotz widrigster Umstände und großer Schäden an der Kassiopeia zündeten die Landetriebwerke und das Archenschiff landete sanft auf dem südlichen Kontinent.
Schon kurz nach der Landung erwachten die ersten Kolonisten, verließen ihre Schlafkapseln und beäugten neugierig ihre neue Heimat. Enthusiastisch begannen die Terraner, so wie die Menschen sich von nun an nannten, damit ihre neue Heimat aufzubauen. Doch stellte es sich als schwieriger heraus als gedacht. Der lange Aufenthalt in den Schlafkapseln verlangte seinen Tribut und die daraus resultierende körperliche Schwäche der Neuankömmlinge verlangte ihnen beim Aufbau der ersten Stadt Primus alles ab. Doch sollte dies nicht so bleiben. Schon kurz nach ihrer Ankunft stießen die Siedler auf eine auf dem Planeten beheimatete Humanoide Spezies, die Aruk'Nor. Eine religiöse Gruppe, die sich vergessene Kinder nannten, unter der Führung des ersten Supremus Maximus Crassus versklavten die Aruk'Nor und nutzen ihre Kraft für den Bau riesiger Tempel und Anlagen. Trotz aller Vorbehalte erkannten bald auch die letzten Skeptiker die Vorteile der Versklavung der Aruk'Nor und legten alle Ressentiments gegenüber der Sklavenhaltung ab.
In nur drei Jahrzehnten entwickelten die Terraner zu einer industriell hoch entwickelten, prosperierenden und wohlhabenden Gesellschaft. Neue Städte entstanden fast von alleine und alte wurden immer größer und größer. Diese rasche Expansion der Städte auf Terra Nova führte zu einem immer größer werdenden Bedarf an Arbeitern. Um den riesigen Bedarf an Arbeitskräften zu decken, führte der weise Supremus das Kastensystem auf Terra Nova ein. Das Kastensystem bestand aus vier Kasten, der religiösen Kaste, welche die höchste Kaste war, der Kriegerkaste, welche die zweite Stelle der Hierarchie einnahm, der Händlerkaste und der Unberührbaren, der Arbeiterkaste. Jede der Kasten wurde mit einer Farbe verbunden. So trugen von nun an alle Mitglieder der religiösen Kaste weiße Kleidung, die Mitglieder der Kriegerkaste trugen rot, die Mitglieder der Händlerkaste gelb und die Mitglieder der Unberührbaren trugen schwarz. Während Menschen ab dem Alter von sieben Jahren auf ihre Talente mehrere Jahre lang getestet wurden bis sie einer Kaste anhand ihrer Fähigkeiten zugeordnet wurden (Kaste 1 bis 3), waren die Aruk'Nor von Geburt an den Unberührbaren zugeordnet ohne eine Möglichkeit eines Aufstiegs. -Frei lebende Aruk'Nor gab es zu dieser Zeit nicht mehr. Binnen weniger Jahre entwickelte sich das Kastensystem zu einem Erfolgsmodell. Die Lebensqualität der Terraner erreichte immer neue Höhen. Doch führte dieser Lebensstil zu einem immer größer werdenden Bedarf an Arbeitern und vor allem Hausdienern, denn mit den Jahren war es Mode geworden, dass terranische Familien mindestens einen oder sogar mehrere Hausdiener aus der Kaste der Unberührbaren besaßen. Um den gestiegenen Bedarf an Arbeitskräften zu decken entwickelte man das 'Fetura'-Projekt. Dies war der Startschuss für das bis heute laufende Zuchtprojekt der Aruk'Nor. Statt sich natürlich geborener Aruk'Nor zu bedienen und diese zu versklaven, begannen die Menschen damit Aruk'Nor mit ausgewählten Gensträngen für spezifische Arbeiten zu züchten. Dies führte schnell dazu, dass die Terraner die Aruk'Nor immer mehr als Sache ansahen und diese Nummern bekamen, anstelle von Namen. Der Erfolg des 'Fetura'-Projekts führte bereits wenige Jahre dazu, dass sich die Kriegerkaste für die Aruk'Nor öffnete. Diese Entwicklung führte dazu, dass binnen weniger Jahre die Kriegerkaste fast ausschließlich von den Aruk'Nor repräsentiert wurde. Nur das Offizierspatent blieb in terranischer Hand.
Doch trotz der großen Gräuel, welche die Terraner den Aruk'Nor täglich antaten, sahen sie sich ethisch und moralisch im Recht, denn in der heiligen Schrift heißt es, "Du kannst ein Tier (Aruk'Nor) kleiden wie einen Mensch, du kannst ihm vielleicht auch beibringen wie ein Mensch zu sprechen und sich wie ein Mensch zu verhalten, doch letztendlich bleibt es immer ein Tier (Aruk'Nor).
Während die junge Novizin gefangen in ihrer Vision im Lotussitz verharrt, erlöschen nach und nach die Kerzen, die um sie herum stehen, und Dunkelheit erobert den Raum. Doch als die letzte Kerze vor Aurora erlischt kippt diese nach vorn und fällt in einen tiefen und erholsamen Schlaf.

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Re: [WB-05] Vergessene Kinder

Beitrag von Azenth » 13. März 2018, 23:44

Viel Spaß beim lesen!

Der Frühling ist auf Terra Nova eingezogen. Die Sonne scheint angenehm warm und das Gras ist noch feucht von morgendlichem Tau. Eine Tür öffnet sich und eine gut aussehende Frau mittleren Alters, adrett gekleidet mit schulterlangen blonden Haaren, betritt den riesigen Raum. „Ave Gaia!“, begrüßt Aurora Bruccius Linnaeus ihren persönlichen Assistenten. Gaia, ein gute entwickelter Computer erwidert Auroras Gruß: „Guten Morgen Aurora. Es ist 6:24, der 26. April des Jahres 2232. Die Außentemperatur beträgt …“ „Schon gut!“, wird Gaia von der Frau unterbrochen. „Wir haben heute viel zu tun. Die Suprema Decima Egnatius erwartet einen ausführlichen Bericht über die Entwicklung der vergessenen Kinder von dem Tag an von dem wir die Sterne bereisen." Die mittlerweile zur Erzpriesterin aufgestiegene Frau eilt daraufhin zu ihrem Bürotisch, drückt auf eine im Tisch integrierte Schaltfläche und spricht: „Einheit 737. Bringe mir einen Tee Earl Grey! – Heiß, mit zwei Stücken Zucker.“
Nur einen Augenblick später wendet Aurora ihren Blick zur Wand. „Gaia! Zeige mir alle die von uns erkundeten Systeme. Reichere die Sternenkarte mit einem Zeitindex an, wann die jeweiligen Systeme erkundet worden sind.“ Nur ein Bruchteil einer Sekunde später erscheint auf der eins weißen Wand eine Sternenkarte. „Markiere nun alle Systeme blau, die das Forschungsschiff Pomponius Mela erkundet hat. Und markiere die restlichen Systeme, die von der Dionysius erkundet worden sind, rot.
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Die Erzpriesterin betrachtete sorgfältig die Sternenkarte, als Einheit 737 in den Raum eintritt und ihr ihren Tee bringt. Ohne dem Aruk’Nor auch nur weitere Beachtung zu schenken spricht Aurora. „Großartig Gaia! Liste mir nun die gefundenen Anomalien auf.
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Ausgezeichnet!“, freut sich Aurora, während sie sich von der Wand wegdreht, zu ihrem Schreibtisch rüber geht und genüsslich von ihrem Tee trinkt. Nach einer kurzen Auszeit wendet sie sich wieder ihrer Arbeit zu. „Gaia, was haben unsere Wissenschaftlicher über die Anomalien in Erfahrung gebracht? Zeige mir ihre Berichte!“ Einen Wimpernschlag später erscheinend die Berichte der Wissenschaftler an der Wand. Gaia ergänzt, „Ich habe die Liste um drei weitere außergewöhnliche Funde ergänzt. Diese könnten von großer Bedeutung von unsere Nation werden.“ Aurora lächelt. Sie genießt Gaias Aufmerksamkeit.
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Sichere die erarbeiteten Daten. Wir werden uns nun unseren technologischen Errungenschaften während der letzten drei Jahrzehnte zuwenden. Zeige mir alle Forschungsfortschritte in chronologischer Reihenfolge!“ In Sekundenschnelle erscheinen die geforderten Informationen an der Wand. Aurora wirkt sichtlich irritiert, dass bei der Ingenieurs- und Sozialforschung nur so wenige Erfolge verzeichnet wurden.
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Mit Wut in der Stimme verlangt sie Akten über die verantwortlichen Personen zu sehen. „Und wenn du schon dabei bist, dann zeig mir die Akten aller Ressortverantwortlichen.“ „Auch die der Suprema?“ hackt der Computerassistent nach. „Jawohl, auch die der Suprema! Ich will mir jetzt ein genaues Bild machen.“, beharrt die Erzpriester. „Das kann doch nicht sein. Prof. Pollius und Prof. Dr. Quinctius sind unsere besten Leute auf ihrem Gebiet.“, entfleucht es ihr Zähne knirschend, während sie ungläubig auf ihre Akten starrt. „Organisiere ein Treffen mit den Professoren Gaia. Ich will die Gründe für diese Verzögerungen wissen.“ befahl Aurora dem Assistenten.
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Nun gut Gaia, lass uns jetzt der Gouverneurin Matrinius und der Admirälin Gabinius zuwenden. Was kannst du mir über ihre Arbeit berichten?“, wollte die Erzpriesterin wissen. Unverzüglich änderte sich der Bildschirm. „Unter der Führung der Gouverneurin ist es uns gelungen Terra Nova wie geplant auszubauen.“, erwiderte Gaia. „Weiterhin konnten wir auf der erdenähnlichen Welt Elysium erfolgreich eine Kolonie errichten. Zum Glück konnten wir rechtzeitig die planetaren Scanner aktivieren um ein schlimmes Unglück zu verhindern. Noch rechtzeitig wurde ein Asteroid, der auf den Planeten zuflog, entdeckt und von unserer Flotte erfolgreich vernichtet. Weiterhin findet gerade die Kolonisation von Colonia Pacifica statt, einer ebenfalls erdenähnlichen Welt, die sogar von einem für Terraner bewohnbaren Mond umkreist wird.“ Und langsam wurde das grimmige Gesicht durch ein zufriedenes ersetzt. „Admirälin Gabinius hat ebenfalls alle Herausforderung gemeistert. Ob es die Night Terrors Piraten waren, die Weltraumwolke oder der Asteroid, der Elysium bedrohte. Alle Bedrohungen wurden mit minimalen Verlusten ausgeschaltet.“ „Ich bin beistert Gaia. Sichere die erstellten Daten und sende sie ans Archiv und an die Suprema. Dann ist die Arbeit hier erledigt.“, stellt die Erzpriesterin fest und gießt sich noch eine Tasse Tee ein. „Leider noch nicht“, widerspricht der Assistent ihr. „Ich muss darauf hinweisen, dass die Archivare auch Daten über unsere Erstkontakte haben wollen, sowie den uns bekannten Aliens.“ Aurora errötete. Wie konnte sie das Wichtigste nur vergessen. „Du hast natürlich recht“, sprach sie verlegen. „Dann erstelle eine tabellarische Übersicht unserer Erstkontakte mit dem dazu gehörigem Zeitindex. Füge anschließend eine Übersicht der uns bekannten Spezies an mit einer Übersicht ihrer Eigenschaften und wenn möglich ihrer ethischen Gesinnung.“ Und erneut änderten sich die Informationen an der Wand.
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Aurora schaute sich die Daten genau an und sprach daraufhin. „Was wissen wir über die Endoran Gaia?“ „Die Endoran sind charismatische und intelligente Persönlichkeiten. Doch beschränkt ihre körperliche Unzulänglichkeit sich anzupassen auf sie perfekt eingestellte Biome, welche sehr rar im Universum sind. Diese Schwäche der Endoraner konnten wir für einen diplomatischen Clou nutzen. Wir gestattet ihnen eine Enklave im Maia System zu errichten, um die Megastruktur in diesem System zu studieren. Im Gegenzug teilen die Endoraner alle dort gewonnen Erkenntnisse mit uns. Zusätzlich gestatten sie uns Zugriff auf ihre Sensordaten. In beiden Fällen gewinnen wir wichtige Informationen ohne etwas investieren zu müssen.“, erklärte Gaia ihr ausführlich. „Ausgezeichnet! Die Endoraner könnten sich als wertvolle Verbündete herausstellen. – Was kannst du mir über die Denber Kolonie erzählen?“, fragte sie die KI mit zufriedener Stimme. „Die Kinon sind die Schicksalsgefährten der Terraner. Beide teilen ein ähnliches Schicksal. Wie die Menschen von Terra Nova stammen auch die Kinon von einer anderen Welt. Auch sie haben jeglichen Kontakt zu ihrer Heimatwelt verloren, doch wie auch uns ist es ihnen vor kurzer Zeit gelungen in Kontakt mit ihrer Heimat zu treten. Aufgrund dieser ähnlichen Geschichte unserer Völker ergaben sich die diplomatischen Vereinbarungen von allein.“ „Moment mal!“, unterbrach die Erzpriester Gaia unsaft. „Wie war das bitte?“ Ohne dem Computer die Chance zu geben darauf zu antworten fuhr sie fort: „Klingt diese Geschichte nicht etwas seltsam um nur ein Zufall zu sein? Nicht das ich den Kinon misstraue, aber ich fange an den Botschaften aus der Mikrosingularität zu misstrauen. Wir sollten vorsichtig sein. Gaia, informiere den zuständigen Botschafter für die Denber Kolonie über diese Erkenntnis. Gib auch der Suprema Bescheid. Und sichere diese Information unverzüglich.“ „Wird erledigt Erzpriesterin“, bestätigte der Assistent. „Was wissen wir über die anderen drei Nationen?“, wollte Aurora noch wissen, um ihre Arbeit zu komplettieren. „Die Informationen über die Authority of Kamdakkor und den ewigen Rat beschränken sich aktuell nur auf Sensoraufzeichnungen. Jedoch ist bereits eine Abordnung zu der Authority of Kamdakkor unterwegs. In Kürze sollten wir mehr über dieses vogelartige Volk erfahren. Die Syllo Sovrenität ist ein Volk von Architekten. Sie sind jedoch Fremden gegenüber sehr reserviert, sodass wir noch kein vollständiges Bild von den Syllon und ihren Untergebenen haben.“ „Nun gut Gaia, füge den Unterlagen noch die Informationen über die vergessenen Kinder hinzu! Dann speichere alles ab und sende Kopien ans Archiv und die Suprema. Ich werde mich zur Meditation in den Tempelgarten zurückziehen.“ Die Erzpriesterin nahm sich aus einem der Schränke eine Unterlage und nur einen Augenblick später war sie auch aus dem Raum verschwunden, ohne die Informationen an der Wand über die vergessenen Kinder auch nur eines Blickes zu würdigen.
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Zuletzt geändert von Azenth am 26. März 2018, 22:27, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: [WB-05] Vergessene Kinder

Beitrag von Azenth » 26. März 2018, 17:25

An alle Zuschauer und Leser. Der Beitrag enthält Spoiler, wenn ihr noch nicht die Folgen 7 bis 12 gesehen habt! - Ansonsten viel Spaß beim lesen!

winterlandschaft-schnee.jpg
winterlandschaft-schnee.jpg (154 KiB) 578 mal betrachtet
Die stark gealterte Erzpriesterin schaut gebannt aus dem Fenster und betrachtet die Schneeflocken, die sanft auf den Boden hinabschweben. Schon vor Wochen hat der Winter den Sommer verdrängt und hat die südliche Hemisphäre in seinen Würgegriff genommen. Aurora macht die Augen zu und nimmt einen tiefen Schluck Earl Grey. Der heiße Tee verbrüht ihr ein wenig die Zunge, aber die Wärme löst die Enge in ihrer Brust und das Atmen fällt ihr wieder leichter. Doch schon im nächsten Moment wird die Ruhe durch die metallisch klingende Stimme von Auroras Computerassistenten Gaia durchbrochen. "Erzpriesterin, es ist soweit! In zehn Minuten beginnt die Präsentation im Raum Kerpheus. Die Wissenschaftler Titia Maecius, Manius Pollius, Marcus Quinctius, sowie die Gouverneurin Vopisca Matrinius und die Admirälin Maio Gabinius sind bereits anwesend. Soll ich Einheit A330 rufen?" Zornig erwidert Aurora: "Bleib mir ja weg mit diesem Ding. Nichts macht es richtig, nicht einmal einen Tee kann es richtig temperieren." Die in die Jahre gekommen Frau streicht sich daraufhin die Haare zurück, atmet einmal tief durch, bevor sie die Tasse Tee auf ihren Schreibtisch abstellt und verlässt den Raum nicht ohne einen letzte Bemerkung zu hinterlassen. "Ich bin noch sehr wohl selbst in der Lage zu laufen, ich brauche keine Hilfe! - Von niemandem! - Verstanden?"
Als die Erzpriesterin eine viertel Stunde später sich zum Meeting dazu gesellt sind bereits alle Ressortleiter anwesend und sprechen über die aktuellen technologischen Fortschritte. "Salvete!", begrüßt Aurora die Anwesenden freundlich. "Wie ich sehe haben sie bereits mit der Zusammenfassung unserer Errungenschaften der vergangenen 34 Jahre begonnen.", stellte sie erfreut fest. "Nun Prof. Dr. Quinctius, sie haben das Wort. Berichten sie uns von ihren Fortschritten." Der Professor räusperte sich kurz und begann von den vielen Durchbrüchen im Bereich der sozialen Forschung zu berichten. Im Folgenden informieren auch die Professoren Manius Pollus und Quintus Cluentius über ihre Erfolge. Mehr als zufrieden vernahm Aurora die Ausführungen ihrer wissenschaftlichen Leiter. Die schwachen Leistungen im Bereich der Ingenieurs- und Sozialforschung während der ersten drei Jahrzehnte, seit dem Aufbruch zu den Sternen, konnten in den zurückliegenden 3,5 Jahrzehnten gesteigert werden. Nicht unerwähnt geblieben ist auch, dass das Forschungsabkommen, welches mit dem Endoran Hive ausgehandelt und vor kurzem verlängert wurde sich beginnt auszuzahlen. "Dies sind hervorragende Nachrichten meine Herren!", spricht die Erzpriesterin mit erleichterter Stimme. "Gaia, visualisiere die Berichte!", befiehlt sie ihrem persönlichen Assistenten. Noch bevor Aurora ihren Satz beenden kann, werden die Berichte als dreidimensionale Projektion über dem Tisch dargestellt.
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"Gibt es noch Fragen? Ansonsten würde ich beim wissenschaftlichen Themenkomplex verbleiben und über unsere Erkundung des interstellaren Raums sprechen." Aurora holte tief Luft während die Sekunden dahinrennen und sich niemand meldet. "Nun gut. - Gaia zeige uns welche Systeme von unseren Forschungsschiffen kartographiert wurden. Markiere die Flugroute der Dionysius rot und die Flugroute der Pomponius Mela blau." Wie von Geisterhand ändert sich die dreidimensionale Darstellung. Eine interstellare Karte, welche das Territorium der vergessenen Kinder und die angrenzenden Sternensysteme darstellt, wird über den Besprechungstisch projiziert.
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Die Erzpriesterin wendet ihren freundlichen Blick in Richtung der Kommandanten der beiden Forschungsschiffe und spricht leise, aber gut verständlich. "Gab es bei der Kartographierung der Systeme Anomalien, über die es zu berichten gibt?" Doch anscheinend haben Titia Maecius, die Kommandantin der Dionysius, und Nonus Helvius, der Kommandant der Pomponius Mela, diese Frage vorausgesehen und waren entsprechend vorbereitet. "Andragon, greife auf die Schiffscomputer der beiden Forschungsschiffe zu, kopiere deren Logbücher in diesen Raum, vereinige die Ereignislogs beider Logbücher und projiziere diese chronologisch aufgelistet in den Raum", befiehlt Maecius ihrem Assistenzcomputer. "Dies kann einige Minuten dauern Erzpriesterin", lässt Titia Aurora ehrfürchtig wissen. "Um die Zeit zu überbrücken möchte ich aber zunächst auf die Vorkommnisse auf Colonia Pacifica eingehen. Ich möchte die hier Anwesenden noch einmal daran erinnern, dass dieses Thema die höchste Sicherheitshaltung genießt und diesen Raum nicht verlassen darf. Vor einiger Zeit erlebte der Planet eine Phase hoher seismischer Aktivitäten. Dabei stießen wir auf eine einheimische Zivilisation, die in den freigedeckten Höhlen lebte. Schnell kamen unsere besten Anthropologen überein, dass diese Zivilisation eine aggressive, militaristische und xenophobe Gesellschaft entwickelt hat, deren einzige Grundlage die militärische Auseinandersetzung ist. Um die Kolonisten zu schützen hat der militärische Stab auf Colonia Pacifica entschieden einen Präventivschlag gegen die einheimische Zivilisation auszuführen, bei welchem fast die gesamte Spezies ausgelöscht wurde. Spätere Erdbeben, Resultate eingestürzter Tunnelnetzwerke, gaben einige überlebende Gruppen und Individuen frei, die von unseren Sicherheitskräften vor Ort beseitigt wurden. Spätere archäologische Expeditionen zu den Überresten der Zivilisation gaben den größten Goldfund preis den die Menschheit wohl je gesehen hat. Weiterhin stießen wir auf die im Weltraum lebenden Tyanki, große Weltraumamöben, welche unsere Forscher studieren konnten. Die Analyse ihrer kosmischen Strahlen-Katalyse konnte genutzt werden um die Energieproduktion im gesamten Reich um 5% zu steigern. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die Entdeckung von uralten Drohnen, welche voll automatisiert Bergbau betreiben. Die Auswertung dieser Drohnen hat uns an mineralienreiche Systeme aufgezeigt, die leider alle außerhalb unserer Reichweite liegen." Nachdem Titia ihren Bericht den Anwesenden mitgeteilt hat, ist auch Andragon mit der Bearbeitung der ursprünglichen Anfrage fertig und alle Informationen, die Logbücher als auch die Schilderungen der Kommandantin, werden gut sichtbar in chronologischer Reihenfolge dargestellt.
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"Vielen Dank für den Bericht Kommander!", bedankt sich Aurora bei Titia. "Wenn es keine weiteren Anmerkungen zum letzten Beitrag gibt, würde ich gerne mit Admirälin Gabinius über die ausufernden militärischen Ausgaben für unsere Verteidigungsstreitkräfte sprechen. Ich habe gesehen, dass sich in den letzten zehn Jahren unsere Anzahl an Kriegsschiffen mehr als verdoppelt hat. Zudem wurden entlang der Grenze zur Syllo Sovernität die Außenposten zu Sternenfestungen ausgebaut. Weiterhin gibt es Pläne geheime militärische Einrichtungen im Forbidden Nebula zu errichten. Ich verlange eine Erklärung Admiral!" Die Teilnehmer wirkten sichtlich angespannt, aufgrund der in diesem Fall lauter werden Stimme der Erzpriesterin. Nur eine im Raum blieb gelassen wie je und je. Maio erklärt ruhig und mit militärischer Disziplin in der Stimme: "Si vis pacem, para bellum! -Erzpriesterin." Und die Priesterin erkennt die Weisheit des zweiten Supremus in den Worten der Offizierin. Zu lange hat sie nicht mehr die Lehren der Supremi rezitiert. Sehr lange leben die Terraner bereits im Frieden, dass selbst eine der Wächterin der Weisheit eine der wichtigsten Weisheiten vergessen hat. - "Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor!" Die Gedanken darum halten Aurora eine ganze Weile gefangen, bis sie auf diesen herausgerissen wird. "Erzpriesterin! - Viel haben wir in den letzten sieben Dekaden über die Galaxis erfahren. Und wir wissen, dass größere Gefahren auf uns lauern, als einfache Piraten. Unsere Analysten stufen sowohl die Authority of Kamdakkor als auch das Zin Imperium als expansionistische Kriegerkulturen an, die gerade zu den Kampf verehren und dem Tod unerschrocken entgegen fiebern. Wir können beiden Reichen nur mit Stärke begegnet, denn dies allein ist die Sprache die sie verstehen. Weiterhin möchte ich alle im Raum an die Nemesis erinnern, die jahrelang unser Territorium verwüstete, bis sie von einer gut organisierten und militärisch allem Bekannten überlegenen Flotte der Old Guard vernichtet werden konnte. Doch öffnete die Schlacht zwischen dem Spectral Wraith und den Piraten der Old Guard die Büchse der Pandora. Nach ihrem Sieg begannen die Piraten unsere Grenzsysteme zu plündern. Dies werde ich nicht länger tolerieren. Die zusammengestellte Flotte soll sich der Old Guard stellen und sie vernichten. Das verspreche ich und möge der Schöpfer mein Zeuge sein.", versprach die Admirälin den Anwesenden Personen. Bevor Maio ihre Ausführung weiter fortsetzen kann, schreitet Aurora ein. "Das genügt, Admiral. Ihr habt uns von der Aufrichtigkeit und Notwendigkeit überzeugt. Nicht nur das, meine Freundin! Ihr habt mich daran erinnert, dass alle Weisheiten der Supremi zu befolgen sind und nicht nur jene, die gerade unsere Begleiter auf dem Weg der Zeit sind. Wir sollten uns stets an diese Lektion, die wir heute gelernt haben erinnern. Gut gemacht, Maio! Ihr habt heute eurer Kaste Ehre gebracht und euch selbst den Respekt aller anderen Kasten verdient.", stellt sie überglücklich fest. Während sie noch ein paar Worte zu den Weisheiten der Supremi verliert, erscheint auf der dreidimensionalen Projektion eine Auflistung aller ausgetragenen Schlachten.
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Mit schwerer Stimme fährt Aurora fort. Sie diskutiert energisch, spricht jedoch langsam, Satz für Satz. "Lasst uns nun über die diplomatische Arbeit unserer Unterhändler sprechen. Ich schlage vor, dass wir uns zuerst mit den Erstkontakten beschäftigen und anschließend über die neuen Entwicklungen mit bereits bekannten Kontakten sprechen. Danach hätte ich gerne noch eine abschließende Meinung zu Enklaven." "Sehr wohl!", erwidert Gouverneurin Vopisca Matrinius, welche nicht nur für den ganzen terranischen Kernsektore verantwortlich ist, sondern auch die Ressortleiterin des diplomatischen Corps ist. "Als erstes möchte ich über die Authority of Kamdakkor sprechen. Dies ist eine kriegerische Diktatur, bei welcher sich der Status eines Individuums scheinbar durch die Jagd nach Beute und Trophäen definiert. Unser Stab vermutet, dass eine erfolgreiche diplomatische Interaktion mit dieser Spezies nur auf Basis von Stärke und Autorität erfolgen kann. Eine Delegation oder Vereinbarungen gibt es mit der Authority aktuell nicht. Der nächste Kontakt fand mit dem Zin Imperium, einem Banditenkönigreich, statt. Auch dies ist eine kriegerische Spezies, welche nur wenige Dinge für heilig hält. Kämpfen heißt für sie zu leben und die Stärksten können in ihrer Gesellschaft alles ergreifen was sie begehren. Wie ein Verbrechersyndikat organisiert, sieht das Zin Imperium Nachbarstaaten nicht mehr als Angriffsziele um Beute zu machen. So ist die Handelsrepublik Ramal, auf die ich zu einem späteren Zeitpunkt zu sprechen komme, bereits Opfer dieses organisierten Überfalls geworden. Aufgrund der aggressiven Verhandlungsweise der Zin, blieb unserem Botschafter Caecillius Gemellus nichts anderes übrig als das Erstkontaktgespräch abzubrechen und die Zin auf die terranischen Regularien zum ersten Kontakt hinzuweisen. Nach zwei schwierigen Erstkontakten folge der Kontakt mit dem Reich der Mi'au. Clara Uranius war unsere Botschafterin, die den Erstkontakt mit den Mi'Au etabliert hat. In ihrem Bericht bestätigt sie, die Liebe des Katzenvolkes zu Glitzersteinen. Zum Glück haben wir die Vorliebe der Mi'Au dafür von den Endoran erfahren und konnten dies für einen diplomatischen Vorteil unsererseits nutzen. Der Erstkontakt an sich verlief sehr friedfertig. Die Botschafterin weist in ihrem Bericht jedoch explizit daraufhin, die Art der Mi'Au dümmlich und tollpatschig zu wirken, nicht zu unterschätzen. Im Gegenteil, sie schätzt die Mi'Au als hochintelligent ein und ihr Treiben eher als eine gute Fassade. Als viertes möchte ich die Handelsrepublik von Ramal vorstellen. Die Handelsrepublik sind Kapitalisten durch und durch, deren streben nach Profit die Grundlage ihrer Gesellschaft bildet. Sicherlich könnten in Zukunft gute Geschäfte mit ihnen geschlossen werden, von denen beide Seiten profitieren. Doch zum aktuellen Zeitpunkt bildet unsere Wirtschaft große Überschüsse in allen Bereichen, so dass unsere Lager voll sind und die Händlerkaste aufgrund dessen keinen Bedarf für Handelsverträge sieht, vor allem weil die Handelsrepublik uns nichts bieten kann, was wir nicht im Überschuss haben. Weiterhin sollte man die militärische Macht dieser kleinen Nation nicht unterschätzen, ist es ihnen doch gelungen im Krieg gegen die Krieger des Zin Imperiums den Status quo zu erreichen und einen weißen Frieden mit ihren Widersachern zu schließen." Nachdem die Gouverneurin den Bericht zu der Handelsrepublik von Ramal beendet hat, nimmt sie sich eine kurze Pause um ihrer ausgetrockneten Kehle Linderung zu verschaffen und nimmt einen kräftigen Schluck aus dem vor ihr stehendem Glas Wasser. Die ihr noch immer zu gewandten Blicke der anderen sind ihr unangenehm, doch lässt sie sich nicht beirren. "Wo war ich noch? Ach ja. -Der nächste Erstkontakt erfolgte mit dem Orden des Zwielichts, einer überaus interessanten Nation, von der wir sicherlich einiges lernen können. Mitglieder der Spezies der Je'daii haben gelernt ihre mentalen Fertigkeiten, welche sie einfach nur die Macht nennen, zu kontrollieren und diese zu Nutzen. Wie die Erzpriesterin sicher bestätigen kann, werden auch in unserem Volk vereinzelt Kinder mit außergewöhnlichen mentalen Fähigkeiten geboren. Unserem diplomatischem Corps ist es gelungen mit dem Orden eine Übereinkunft zu schließen, welche zum Ziel hat, dass Potenzial dieser Kinder zu ermitteln und sie zu Machtnutzern auszubilden. Dazu haben wir sowohl ein paar Auserwählte zur Heimatwelt des Ordens geschickt, als auch einen Ordenstempel auf Terra Nova gegründet, in welchem Je'daii Meister ihre Schüler unterrichten. Positiv anzumerken ist, dass der Orden des Zwielichts unsere Lebensweise positiv bewertet hat und die vergessenen Kinder auf der hellen Seite der Macht sieht. Was es mit der hellen und dunklen Seite der macht auf sich hat, muss jedoch noch geklärt werden. Uns ist das Konzept dieser zwei Wege noch nicht klar, doch das soll sich in Zukunft ändern und dazu wird das Migrationsabkommen zwischen unseren beiden Reichen sicherlich beitragen. Weitere Vereinbarungen wurden nicht geschlossen. Den vorerst letzten Erstkontakt gab es mit der Tri Sari Union, einer Nationen in der die beiden Spezies Tri und Sari in Harmonie nebeneinander leben und große Freiheiten genießen. Zwar sehen wir ihre demokratische Regierungsform sehr skeptisch, aufgrund der Erfahrung auf der Erde, doch scheinen die Tri und die Sari damit zu Recht zu kommen. Immerhin hat es ihre Nation zu den Sternen geschafft ohne sich dabei vorher selbst zu vernichten. Unsere Diplomatin Julia Aurelia konnte über einen sehr erfolgreichen Kontakt mit den Delegierten dieser Nation berichten. Sie berichtet, dass man in ihnen sicherlich gute Handelspartner oder sogar Verbündete haben könnte. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Aktuell befinden wir uns noch am Anfang der Gespräche. - Vielen Dank!", bedankte sich Vopisca bei ihren Zuhörern. "Was ist mit dem seltsamen Volk, welches sich in dem Raum zwischen der Denber Kolonie und dem Endoran Hive befindet?", hackte die Erzpriesterin ein. "Was wissen wir über diese seltsamen Wesen?" Röte legte sich Vospica ins Gesicht. Wie konnte sie die rätselhaften Fremden vergessen. Doch sie erwiderte mit kräftiger Stimme: "Unser wissen, über diese Wesen ist in der Tat sehr begrenzt. Sie sind sehr geheimnisvoll und eine direkte Kommunikation konnte bis zum heutigen Tage nicht hergestellt werden. Das diplomatische Corps ist sich jedoch einig, dass sie uns nicht feindlich gesinnt sind, hat sie uns bei den wenigen von uns initiierten Kontaktversuchen stets reichlich beschenkt. Ob die Geschenke eine Reaktion auf die Symphonie "Für Elise" von Ludwig van Beethoven sind oder nur purer Zufall ist uns nicht bekannt. Jedoch scheinen sie technologisch weit entwickelt zu sein. Vermochten sie doch die Sensoren unserer Freunde vom Endoran Hive täuschen und ihr Eindringen in ihr Territorium stets verhindern."

Die Erzpriesterin bedankt sich bei der Gouverneurin für ihre ausführlichen Einschätzungen zu den Erstkontakten und leitet dann das nächste Thema ein. Dazu stellt sie eine Verbindung zu Markus Antonius her, dem Botschafter der aktuell in der Botschaft bei dem Endoran Hive arbeitet. Markus Antonius erscheint als dreidimensionale Projektion vor den Anwesenden. "Salvete! Botschafter!", begrüßt Aurora ihn freundlich. "Bitte klärt die hier Anwesenden Anführer unseres Volkes über unsere aktuellen diplomatischen Beziehungen und deren Entwicklungen auf." Mit schwerer Stimme antwortete der in die Jahre gekommene Botschafter, "Jawohl, Erzpriesterin! Beginnen möchte ich mit dem einfachen Teil, dem Endoran Hive. Seit unserem ersten Kontakt sind unsere Beziehungen und wirtschaftlichen Verflechtungen stetig gewachsen. Die unterschiedlichsten Kooperationen haben zwischen unseren Völkern eine freundschaftliche Bande geknüpft, sodass wir vor einiger Zeit einen Verteidigungspakt mit dem Endoran Hive geschlossen haben. Doch über den Verteidigungspakt hinaus beschützen unsere Streitkräfte Handelsschiffe und Mineneinrichtungen vor Piraten sowohl im Territorium des Endoran Hives als auch in unserem. Auch wurde eine gemeinsame Expedition in den Raum der rätselhaften Wesen entsandt und welche mit erstaunlichen Erkenntnissen nach Hause zurückkehrten. Ich selbst kann den aktuellen Anführer des Endoran Hives meinen Freund nennen auf was ich sehr stolz bin." Der Botschafter räuspert sich. Die folgenden Sätze spricht er langsam, Satz für Satz. "Kommen wir nun zu den weniger erfreulichen Entwicklungen. Wie hier sicherlich alle wissen überschattet die Zerstörung der Lacaille über dem Orbit der Heimatwelt der Denber Kolonie unsere Beziehungen zu dieser. Unsere Depeschen blieben bislang unbeantwortet. Wir haben einen letzten Versuch unternommen in Kontakt mit der Regierung der Denber Kolonie zu treten und eine öffentliche Erklärung rausgegeben. Aktuell sind die Beziehungen zu der Denber Kolonie komplett eingefroren und sollten sie sich weiterhin einer Erklärung verweigern, wird uns keine andere Wahl bleiben, als Vergeltung zu üben. Wir dürfen auf keinen Fall unsere Glaubwürdigkeit riskieren. Vielen Dank!", bedankt sich Markus bei den Anwesenden und seine Projektion verschwindet und Details zu den aktuellen Verträgen erscheinen anstatt seiner.
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Aurora nutz die kleine Unterbrechung, die durch die bereitgestellten Details entstanden ist, um eine Tasse Tee zu ordern. Danach will sie mehr über die Enklaven erfahren. Gouverneurin Matrinius berichtet ihr, dass den vergessenen Kindern bisher drei Enklaven begegnet sind. "Die Artisan Troupe, eine interstellare Künstlerunion, die geeint ist in ihrem Streben, höhere Kunst zu schaffen als jeder andere. Der XuanCorp, einem interstellarem Händlerkonglomerat, welches nur ein Ziel kennt - Profit. Und der Curator Order, einem uralten Akademikerorden, der sich der Bewahrung von Wissen und Technologie verschrieben hat. Besonders enge Beziehungen pflegen wir zu Curator Order, welche uns nicht nur bei unserer Forschung unterstützt, sondern auch auf der Chiiban-Station eine Kuratoren-Denkfabrik errichtet hat, einer Forschungseinrichtung, wo unsere Wissenschaftler mit den Kuratoren zusammenarbeiten und wesentliche Beiträge zu unserem wissenschaftlichen Fortschritt leisten." Nachdem die Gouverneurin ihre Ausführung beendet hat übernimmt Aurora wieder das Wort. "Ich danke euch allein. Ihr habt alle hervorragende Arbeit geleistet. Mögen die Nation der vergessenen Kinder durch die Galaxis hallen und nie mehr vergessen werden!", verkündet sie vor den Anführer, welche ihr tosenden Beifall klatschen. Schließlich beendet die Erzpriesterin Aurora Maximus die Sitzung mit folgendem Schlusssatz: "Viel ist in den zurückliegenden 34 Jahren geschehen, dass erzählt und für die Nachkommenschaft archiviert werden muss. Denn ist es nicht gerade das Privileg der Lebenden, also unser aller Privileg, aus der Vergangenheit zu lernen, um in der Gegenwart klügere Entscheidungen zu treffen, welche uns selbst und denen die nach uns folgen, eine bessere Zukunft ermöglichen?", und lässt die anderen Führer der vergessenen Kinder nachdenklich am Besprechungstisch zurück.

Azenth

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Re: [WB-05] Vergessene Kinder

Beitrag von Azenth » 26. März 2018, 22:27

An meine Leser!

Wenn ihr Euch noch etwas fehlt an Informationen, dann gebt mir bitte Bescheid! Ich würde Eure Wünsche in eine Story einbauen.

Viele Grüße
Azenth

Azenth

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Re: [WB-05] Vergessene Kinder

Beitrag von Azenth » 9. April 2018, 22:41

An alle Zuschauer und Leser. Der Beitrag enthält Spoiler, wenn ihr noch nicht die Folgen 13 bis 18 gesehen habt! - Ansonsten viel Spaß beim lesen!
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Es war ein schwerer Tag für den neuen Erzpriester Claudius Maximum. Zu sehr belastet ihn das Begräbnis seiner Mutter und die vielen Menschen, die nun so hohe Erwartungen in ihn setzen. Riesig sind die Fußstapfen seiner Mutter Aurora, die sie ihrem geliebten Sohn hinterlassen hat. Und um so schmerzhafter ist es für Claudius, dass der Abschied, trotz des hohen Alters seiner Mutter, so plötzlich erfolgt ist. Die Übergabe war in seinen Augen nicht abgeschlossen. Die ständigen Gedanken um seine Mutter und die Bürde die auf seinen Schultern lasten lassen ihn diese Nacht kein Auge schließen. Die Nacht scheint endlos lang zu sein und Claudius spürt förmlich wie die Zeit sogar ganz einfriert und nicht mehr vergehen will. Und je mehr die Gedanken kreisen lässt desto mehr plagen ihn Zweifel und Ängste, ob er der richtige für diese Aufgabe ist.
Doch eine Sternschnuppe reißt ihn für einen Augenblick aus seiner Melancholie. Er erinnert sich, wie sehr seine Mutter Sternschnuppen geliebt hat. Er denkt an seine Rede, die er bei der Trauerfeier seiner Mutter vortrug und an das was seine Mutter auszeichnete.
- "Heute, am bisher schwierigsten Tag in meinem Leben, will ich euch anhand von drei Geschichten aus dem Leben meiner Mutter erzählen. - Wer sie war und was sie für uns alle geleistet hat.", sprach Cladius zu den Trauernden mit einem tiefen Kloß im seiner Stimme. Die erste Geschichte handelte vom Verbinden von verschiedenen Punkten im Leben einer Person. Die Zweite von Liebe und Verlust. Die dritte Geschichte, die bewegenste, handelte vom Tod. "Als meine Mutter 17 Jahre alt war, laß sie ein Zitat, dass ungefährt so klang: - Lebe den Tag so, als wäre es dein Letzter. Das hat sie beeindruckt und seit damals, in den Jahren bis zu ihrem Tod, hat sie jeden morgen in den Spiegel geschaut und sich selbst gefragt: Habe ich heute das geschafft was ich mir vorgenommen habe? - Und wenn die Antwort mehrere Tage hinter einander Nein war, dann wusste sie, dass sie etwas verändern muss. Sich stets zu erinnern, dass das Leben endlich ist und man bald tot sein werde, war für sie das wichtigste Werkzeug, dass ihr geholfen hat, all diese großen Entscheidungen in ihrem Leben zu treffen. Denn fast alles - alle äußeren Erwartungen, der ganze Stolz, die ganze Angst vor dem Versagen und der Scham - diese Dinge fallen einfach in die Bedeutungslosigkeit angesichts des Todes und lassen übrig, was wirklich wichtig ist. Sich zu erinnern, dass man sterben wird, ist der beste Weg den meine Mutter kannte, um der Falle zu entgehen und zu glauben man hätte etwas zu verlieren. Im Angesicht des Todes ist man völlig nackt und es gibt keinen Grund nicht dem Herzen zu folgen." Die Anwesenden spürten die große Weisheit in den Worten des jungen Erzpriesters. "Doch die gute Nachricht ist, meine Mutter Aurora Maximus hat wirklich gelebt. Sie ist stets ihrem Herzen gefolgt und hatte ein gutes Leben - Tod sei Dank."
Ein lautes Geräusch reißt Claudius aus seinen Gedanken. Doch anstatt wieder in Lethargie zu verfallen, stand Claudius kraftstrotzend auf, ging ins Badezimmer um sich das Gesicht mit kühlen Wasser zu waschen und zum Schluss in sein Arbeitszimmer um sich in die Arbeit zu stürzen.
"Gaia!", sprach er mit kräftiger Stimme. "Zeige mir die Profile aller aktuellen Ratsmitglieder auf und deren aktuelle Position im Rat." Gesagt getan, auf einem Monitor erschienen die Akten jedes einzelnen Ratsmitglieds. "Interessant!", stellte der junge Mann erstaunt fest. "Anscheinend besteht der Rat aus zwei Gouverneuren, einer Admirälin und sieben Wissenschaftlern." Den Informationen nach wird der Kernsektor von Gouverneur Septimus Matienus regiert, wärehnd Gouverneur Gallus Minidius den Illyria-Sektor verwaltet. Zu groß ist der Raum der vergessenen Kinder geworden, als dass diese Aufgabe von nur einer Person gestemmt werden könnte. Das Oberkommando über die Streitkräfte der Terraner hat Admirälin Statia Opsillius inne. Während die Aufgabenverteilung der drei bereits genannten Mitglieder klar ist, ist es bei den Wissenschaftlern etwas komplizierter. Im Laufe der Zeit haben sich die Forscher auf einzelne Bereiche spezialisiert. Jedes Forschungsprojekt wird von dem dafür fähigsten Wissenschaftler geleitet, während die anderen vier diese Projekte von ihren Forschungsschiffen aus unterstützen.
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Nachdem sich Claudius einen Überblick über den aktuellen Rat verschafft hat, fordert er Gaia dazu auf ihm alle diplomatischen Vereinbarung aufzuzeigen und auch andere Geschehnisse von interstellarer Tragweite. Nur einen Augenblick später erschienen die gewünschten Informationen auf dem Display des Erzpriesters. Zufrieden stellte er fest, dass der diplomatische Corps die Beziehungen zu dem Endoran Hive, trotz des tragischen Verlustes ihres Herrschers, festigen konnten. Überdies wurde sogar ein gemeinsamer Feiertag ins Leben gerufen, an welchem unseren beiden Völker den Sieg über die Piraten der Old Guard feiern. Auch konnten bereits positive Ergebnisse mit dem Atrasan Imperium, welches in einer Föderation mit dem Holy Ashariel Empire ist, vereinbart werden. - "Trotz des Vereinbarten Forschungsabkommen mit dem Atrasan Imperiums, muss aber noch dringend der Erstkontakt mit ihren Partnern etabliert werden" - bedenkt Claudius sorgend diesen Missstand und hält diesen direkt in der entsprechenden Datei fest. Besonders erfreulich sieht er den intensiveren Austausch mit dem Orden des Zwielichts. Ist es doch den Je'daii vor rund 15 Jahren gelungen ihre Macht in gesamten Reich zu entfalten. Auch unter den vergessenen Kindern leben Terraner, die mit solchen psionischen Fähigkeiten ausgestattet sind. - "Ach, wie wertvoll wäre es für uns, wenn alle an dieser Gabe teilhaben könnten." Doch schon im nächsten Moment wird Claudius Aufmerksamkeit auf eine diplomatische Vereinbarung mit den unbekannten Aliens aus der Anomalie. Es konnte ein Forschungsabkommen mit einem dieser Wesen, sein Name ist Ranotraz, vereinbart werden. - "Endlich, eventuell können wir so mehr über diese seltsamen Aliens in Erfahrung bringen. Und sogar über ihre Absichten lernen" - freut sich der junge Mann. Weiterhin arbeitet sich der Erzpriester in die offiziellen und inoffiziellen Berichte über den Bürgerkrieg bei der Authority of Kamdakkor. Besondern interessant sind die inoffiziellen Berichte, wonach die vergessenen Kinder die Wings of Liberty mit einer erheblichen Menge Ressourcen unterstützten. - "Äußerst interessant!" - dachte sich Claudius. - "Ob die daraus hergestellten Schiffe letztendlich den Sieg für die Rebellenfraktion brachten? Jedenfalls haben wir heute mit den Wings of Liberty viel bessere diplomatische Beziehungen als es wohl jemals mit der Authority of Kamdakkor möglich gewesen wäre." Beunruhigender aber nicht unerwartet war die Föderationsgründung zwischen der Tri Sari Union und der Denber Kolonie. - "Mal sehen wie sich diese beiden Reiche von nun an entwickeln werden." -
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Nachdem der Erzpriester schließlich alle diplomatischen Berichte abgearbeitet hat wirkt er müde und erschöpft. Doch lässt ihn der entbrannte Ehrgeiz immer weiter machen. Er fordert Gaia auf ihm nun die Forschungsergebnisse der letzten 3 Jahrzehnte aufzuzeigen, sodass er sich einen genauen Überblick verschaffen kann. Unverzüglich werden die Forschungsergebnisse auf sein Display übertragen. Lange studiert er die Forschungsergebnisse, bis er schließlich vor Müdigkeit übermannt wird und vor seinem Monitor einschläft.
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Azenth

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Re: [WB-05] Vergessene Kinder

Beitrag von Azenth » 10. April 2018, 10:13

An die Leser und Zuschauer,

Wenn es Fragen oder Wünsche gibt. Immer her damit, wenn euch etwas fehlen sollte oder ihr etwas spezielles wissen wollt. Dann kann ich die Story durch eure Anregungen und Wünsche weiter gestalten.

Gruß
Azenth

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Re: [WB-05] Vergessene Kinder

Beitrag von Azenth » 11. April 2018, 09:57

"Mit tiefem Gefühl für den ernsten und sogar tragischen Charakter des Schrittes, den ich unternehme, und für die schwere Verantwortung, die er auferlegt, aber in Gehorsam und ohne Zaudern gegen das, was ich als meine Pflicht ansehe, verkünde ich Supremus Marcus Varius, dass sich die vergessenen Kinder seit heute Null Fünfhundert im Kriegszustand befinden. - Schon lange herrschte Uneinigkeit zwischen der Denber Kolonie und der Nation des Endorian Hive um das Jarad-System, welches sich das Endorian Hive während der großen Isolation der Denber Kolonie aneignete. Doch legten sich schließlich dunkle Schatten über die Denber Kolonie. Ihre Rhetorik wurde zunehmend aggressiver und ihre Handlungen immer irrationaler, was letzendlich in der Auslöschung der gewählten Regierung und großer Bevölkerungsteile mündete. Um den radikalen Wandel innerhalb der Gesellschaft der Denber Kolonie weiteres Profil zu verleihen, begannen Sie sich die alte Reinheit zu nennen. Zunächst verfolgte die alte Reinheit ihre düstere Ideologie nur innerhalb ihres Territoriums, doch mit jedem Tag an dem wir dem Treiben nur zusahen, wuchs die Macht der alten Reinheit stetig an. -

Vor einigen Stunden erreichte uns eine Nachricht des endorianischen Botschafters, dass ihre Kolonie im Jarad-System von den Streitkräften der alten Reinheit angegriffen und besetzt wurde. Aus diesem Anlass habe ich unsere Flotte in das Saphiban System beordert, wo es sich mit der Flotte des Endorian Hive treffen und anschließend zum Gegenschlag ausgeholt werden soll. Doch nicht nur unsere Streitkräfte müssen für den vor uns liegenden Krieg Opfer bringen. Auch der zivilen Bevölkerung wird für die Dauer des Krieges viel abverlangt werden. Vor einer Stunde habe ich angeordnet, dass alle zur Verfügung stehenden Zuchtanlagen, Aruk'Nor-Truppen auszubilden haben.

Unser Beweggrund in diesem Krieg soll nicht Rachsucht oder der Wunsch nach Festigung der Macht unserer Nation sein, sondern allein die Vertretung des Menschenrechtes, sowie die Einhaltung der Grundsätze des Friedens und der Gerechtigkeit in der Galaxis gegen die selbstsüchtige und autokratische Macht der alten Reinheit. Auch möchte ich das Volk der Kinon wissen lassen, dass wir keinen Streit mit Ihnen haben. Mehr noch verbindet uns ein Gefühl der Sympathie und der Freundschaft. Seine Regierung, die alte Reinheit, dagegen hat nicht im Interesse des Volkes gehandelt, als sie den Krieg erklärten. Es war ein Krieg, der beschlossen wurde, so wie in alten unglücklichen Zeiten Kriege beschlossen und geführt wurden im Interesse von Dynastien oder von kleinen Gruppen Ehrgeiziger, die gewohnt waren, ihre Mitbürger als Pfänder und Werkzeuge zu benutzen.

Wir haben den Krieg weder begonnen noch gewollt, doch seit versichert, dass wir ihn siegreich beenden werden!
"



Die Rede von Supremus Marcus Varius an die vergessenen Kinder

Azenth

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Re: [WB-05] Vergessene Kinder

Beitrag von Azenth » 20. April 2018, 13:12

Die Sonne ist schon lange untergangen, als den Erzpriester Claudius Maximus eine Nachricht erreicht. Eigentlich wollte er schon seit geraumer Zeit im Bett sein, doch die Aufgaben des Tages lassen in erneut nicht zur Ruhe kommen. Die Nachricht ist von der Sondergesandten der vergessenen Kindern und Botschafterin Julia Cassiopaia. Es ist ein Dossier, welches sie ausgearbeitet hat, über den ewigen Rat, einer geheimnisvollen fremdartigen Spezies an den Grenzen des Endorian Hive. Mit großen Interesse öffnete der Erzpriester das Dossier und begann zu lesen.

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Geheimdossier über den ewigen Rat vom diplomatischen Corps der vergessenen Kinder (DCVK)

Bereits vor mehr als 100 Jahren fanden wir Spuren von einer geheimnissvollen und fremdartigen Spezies, welche unseren Wissenschaftlichern lange Zeit ein Rätsel war. Ihr Territorium war voller Anomalien, welche stets eine große Gefahr für unsere Forschungsschiffe darstellte. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, waren die Fremden selbst für die Entstehung der von uns beobachteten Anomalien verantwortlich. Damit wollten sie jüngere Spezies von ihrem Territorium fern halten. Doch zum Glück trieb der Forschungsdrang und die unbändige Neugier der terranischen Art unsere Forscher immer weiter vorran, so dass wir eines Tages Signale von einem der Alians, welcher später als Nuuro identifiziert werden konnte, auffangen konnten. Dank der sorgfältigen Analyse des Signals, ist es dem Captain des Forschungsschiffes gelungen eine passende Antwort zu generieren auf Basis der Melodie von "Für Elise". Anscheinend war Nuuro von diesem Kontaktversuch so angetan, dass er uns reichhaltig mit Nahrung beschenkte. Nach diesem ersten Kontakt blieb es lange still um die geheimnissvollen Fremden bis wir eine gemeinsame Expedition mit dem Endorian Hive in das Territorium der Fremden durchführten. Die Expedition war ein voller Erfolg - nicht nur hat die genertierte Melodie der Terraner erneut für eine große Schenkung gesorgt, viel mehr war es dem beid Forschungsschiffe gelungen tief in den Raum der Fremden einzudringen und viele wichtige Daten zu sammeln. Anscheinend hat diese Mission die Aufmerksamkeit von Ranotraz erregte, welcher unsere beiden Reiche kontaktierte und uns anbot Systeme an der Grenze ihres Territoriums beanspruchen zu dürfen. Dies ist in sofern ein Meilenstein gewesen, sodass das erste mal verbal mit den Fremdlingen kommuniziert werden konnte. Um die Jahrhundertwende kam es zu einem erneuten Kontakt mit Ranotraz. Scheinbar war sein Interesse an den vergessenen Kindern nicht verflogen. Unserem diplomatischen Corps gelang ein Clou. Gegen eine größere Menge Ressourcen konnten wir ein Forschungsabkommen mit dieser so fortschrittlichen Spezies schließen, welches zu vielen Erkenntnissen über diese Spezies führten.

Wie wir mittlerweile wissen handelt es sich bei diesen Fremden um den ewigen Rat, einer Spezies friedlicher und freundlicher Seesterne. Diese Spezies hat eine einzigartige Klontechnologie hervorgebracht, sodass die heutige Bevölkerung aus nur noch sechs Individuen hervorgegangen ist. Ranotraz, Nuuro, Ikoj, Suiara, Irac und Suiag sind die sechs Individuen aus welchen die gesamte Spezies des ewigen Rats hervorgeht. Anzumerken ist, dass eine große Katastrophe dazu führte, dass diese Spezies nur eine weibliche Vorlage besitzt. Doch viel schlimmer wiegt die Tatsache, dass ihre Klontechnologie, trotz all ihres Fortschritts unausgereift zu sein scheint und die immer mehr Klone fehlerhaft und nicht lebensfähig geboren werden.
Weiterhin verfügt der ewige Rat über eine Art Tarntechnologie, welche nach unserem Wissenstand einzigartig in der Galaxie ist. Weiterhin stellten wir mit großem Interesse fest, dass der ewige Rat unser Volk wohl schon seit zwei Jahrhunderten beobachtet. Besonders interessant ist, dass der Name Ikoj immer und immer wieder im Zusammenhang mit den vergessenen Kindern auftaucht. Es wäre sicherlich interessant mehr über dieses Individuum zu erfahren.

... ... ...

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Und so schließe ich diesen Bericht ab und hoffe, dass das neu erworbene Wissen uns weiterhelfen unser Wissen über die Galaxie zu komplettieren.


gez. Julia Cassiopaia


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Der Erzpriester ist sehr erfreut darüber mehr über die Fremden erfahren zu haben, doch macht er sich auch gleichermaßen viele Sorgen. Und so schläft er müde und erschöpft mit nur einem Gedanken kreisend ein:

- "Wenn uns der ewige Rat schon so lange beobachtet! - Haben sie uns beeinflusst oder manipuliert? Und wenn ja, wie?"

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