[WB-06] Jäger von Cygoli

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Corvus Congeries
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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 15. Oktober 2018, 16:18

Spoiler für Top Secret:
Im Quartier des obersten Kapitäns hat sich wenig geändert. Für Sperling Junior ist die Einrichtung vertraut, er kann sich noch gut daran erinnern, wie er als Jungvogel mit den Waffen seines Großvaters spielen durfte. Seine Mutter war nie davon angetan. Vielleicht lag es daran, dass sein erster Kontakt mit Schusswaffen fast zu einem Hörsturz geführt hätte oder er beinahe eine Kralle verloren hätte, als er klammheimlich eine viel zu schwere Axt von der Wand nehmen wollte.
Soeben ging ein Funkspruch aus einem weit entfernten Sonnensystem ein: "Kommt unseren Forderungen nach, wenn Ihr keinen Krieg wollt", hieß die Botschaft. Sie wurde von den sogenannten Shadowreavern in die Galaxie gestreut. Da Sperling sie nicht kennt und sein Großvater nie etwas erwähnt hatte, macht er sich auf dem Weg in das Quartier von Rotbauch.
"Sperling!", empfängt ihn der Vize. "Komm, setz dich, trink etwas mit mir." Er schwingt seine Flügel über den halben Tisch, gießt ihm ein Glas Rum ein und stellt es auf der anderen Seite des Tisches ab.
"Eigentlich wollte ich nicht lange bleiben", erwidert Sperling, "ich habe nur eine kurze Frage."
Rotbauch zuckt mit den Schultern. "Dennoch kannst du dich setzen." Doch Sperling schüttelt den Kopf. "Gut," sagt Rotbauch, "was hast du?" und kippt sich den Rum in den Schnabel.
"Was weißt du über die Shadowreaver?"
Der Alkohol schießt über den Schreibtisch bis vor Sperlings Klauen, Rotbauchs Gefieder wird blass - kommen ihm sogar die Tränen?
"Verzeiht, oberster Kapitän! Ich hätte es Euch mitteilen sollen, aber ich durfte nicht! Und Euren Großvater wollte ich während seiner Krankheit damit nicht belasten!"
"Wa- wie, Moment, halt. Beruhige dich, Rotbauch. Was ist los?"
"Ich sollte mich um die Funksprüche der Reaver kümmern, aber ich habe versagt! Ich muss die Frequenz falsch berechnet haben. Und dazu habe ich vergessen, die Forderungen zu begleichen! Oh wenn Jack aufwacht und das erfährt, schmeißt er meinen Kadaver zum Arbeiten in die Mine... Ich werde weder zu Leb- noch zu Todeszeiten je wieder glü-"
"Jetzt hör verdammt noch mal auf rumzuflennen, Rotbauch!", fährt Sperling ihn an. Rotbauch schaut entsetzt drein. Er holt kurz Luft, seufzt und setzt sich auf den feuchten Stuhl vor Rotbauchs Schreibtisch. Er gießt sich und Rotbauch neuen Rum ein. "Trink. Atme kurz durch und erzähl mir, was du weißt." Rotbauch tut wie ihm geheißen. Erst trinkt er einen Schluck, dann öffnet er ein Fach seines Schreibtischs und holt ältere Tonaufnahmen heraus.
"Vor ungefähr 13 Jahren durchquerte eine große Flotte unsere Systeme, schätzungsweise mit der Stärke von 80 Zerstörern und manche Raumschiffe waren sechsmal so groß. Dein Großvater hat sie daraufhin kontaktiert." Er nimmt eine Tonaufnahme und spielt sie ab. Die Stimme des ersten obersten Kapitäns ist zu hören.
"Hier spricht Captain Sperling, Ihr befindet Euch im Territorium der Jäger von Cygoli. Was sucht Ihr hier?"
Eine weibliche und zugleich einschüchternde Stimme ertönt. "Ihr nennt euch Captain und habt eine so mikrige Flotte? Jämmerliche Vögel. Lasst unsere Flotte passieren, wenn Ihr überleben wollt."
"Verzeihung, denkt Ihr, wir wären schwach?", schnaubt Sperling.
"Wir haben genug Daten über Euch. Ja, Ihr seid schwach. Ihr könnt nicht mal mit dem Bruchteil unserer Flotte, die gerade in Eurem Gebiet ist, mithalten."
Eine kurze Pause. Man hört wie Sperling ein paar Tasten drückt. Dann: "Ihr dürft passieren."
"Eine kluge Entscheidung, 'Captain.'" Die Kommunikation endet an der Stelle.
Rotbauch bereitet die nächste Aufnahme vor. "Diese habe ich während Sperlings Auszeit erhalten."
Die gleiche weibliche Stimme wie zuvor ertönt. "An alle Völker in der Galaxie: Wenn Ihr keinen Krieg mit uns wollt, dann sendet uns Tribut. Wie viel, ist Euch überlassen, aber wir entscheiden darüber, ob es genug ist."
"Warum habe ich davon nichts erfahren?", fragt Sperling. Innerlich ist er ... verunsichert. Er schwankt zwischen Wut, Angst und Faszination. Wut auf seinen Großvater und Rotbauch, die ihm diese Informationen vor ihm verheimlicht haben. Angst vor den Shadowreavern, doch zugleich ist er von ihrer Stärke fasziniert. Kann man mit denen verhandeln? Könnte man sie auf wen - oder etwas - ansetzen?
Rotbauch atmet durch. Er spricht so nüchtern wie noch nie. "Sperling - dein Großvater - hielt es für angebracht, nur mich einzuweihen und niemanden sonst. Die Reaver könnten eine ernstzunehmende Bedrohung darstellen, von der er niemandem sonst etwas erzählen wollte, um Panik zu vermeiden. Sperling hat die Daten über die Flotte gesehen und er hat keinen Grund an den Worten der Sprecherin zu zweifeln. Er hat Daten über andere Reiche erhalten, wie sie eine Schneise der Verwüstung durch das Gebiet weit entfernter Xenos gezogen haben. Die Flotte war unaufhaltbar. Aufgrund dessen hat dein Großvater die Flotte walten lassen."
"Was ist mit den Mannschaften der Raumstationen? Denen wird es schwerfallen, so eine Streitmacht nicht zu sehen."
"Das stimmt. Die Crews wurden komplett ausgetauscht. Jene, die von der Flotte wussten oder hätten erfahren können, befinden sich jetzt auf der Insel des Glücks im Ruhestand und haben keinen Kontakt zur Außenwelt. Das Risiko, dass es sich herumspricht, war viel zu groß. Darum wurde auch der Kapitänstisch nicht informiert."
Sperling schnaubt. "Wie schaut jetzt dein Plan aus? Wir müssen die bezahlen, sonst wüten die durch unsere Grenzen. Irgendeine Idee?"
"Eine einzige. Wir nehmen es vom Budget für das Flaggschiff."
"Mal abgesehen davon, dass mir das gar nicht gefällt - Was machen wir dann nach der Fertigstellung des Schiffs?"
Rotbauch schaut Sperling in die Augen und fängt an leicht zu grinsen. "Was habt Ihr Euch denn für die nächsten Jahre vorgenommen, Captain?" Er lehnt sich zurück. "Wolltest du nicht den Kapitänstisch schmälern?"
Sperlings Miene gefriert. Woher weiß er -
"Woher ich das weiß? Als du das erste Mal richtig betrunken warst, hast du es großkotzig am Tisch erzählt. Nicht alle Kapitäne haben dich in dem Moment ernstgenommen, aber ich habe genug Zeit mit deinem Großvater verbracht, um zu wissen: Ihr Sperlinge haltet an euren Zielen fest. Und deine Reaktion gerade eben hat es mir noch mal bestätigt."
Er hatte Recht. Schon zu Beginn seiner "Karriere" als Hilfsküken des Kapitänstischs empfand er selbigen als zu umfangreich. Zu viele Leitvögel erschweren das Navigieren.
"Ich frage noch mal. Wolltest du nicht den Tisch schmälern? Was ist die Schlussfolgerung daraus?"
"Wenn weniger am Tisch sind, können weniger davon erfahren", antwortet Sperling.
"Das ist zur Hälfte richtig. Die Aufgabenbereiche müssen neu strukturiert werden, die Nachfolge der Kapitäne muss gesichert sein ... Du verstehst?"
Und er verstand sehr wohl. Sperling beschließt noch eine Weile zu bleiben, noch etwas mit Rotbauch zu trinken, die Zahlungen an die Reaver zu klären (Der Vize entschuldigte sich noch hunderte Male und schien schon damit zu rechnen, dass Sperling ihn in die Mine schickt und war sichtlich erleichtert darüber, dass er versprach darüber hinwegzusehen) und dann geht der oberste Kapitän zurück in sein Quartier.

Er sitzt seit einigen Stunden an seinem Schreibtisch und lässt die Gedanken kreiseln. Es stört ihn nicht, dass sein Großvater den Kapitänstisch belogen hat. Wenn jemand den Kodex am häufigsten gebrochen hat, dann wohl er. Und sollte es jemand herausgefunden haben, muss er sich wohl entschieden haben den Schnabel zu halten, um so einem natürlichen Tod begegnen zu dürfen. Was ihn stört, ist die Tatsache, dass er nicht eingeweiht wurde. Es hätte schwerwiegende Konsequenzen haben können, wäre er damit nicht zu Rotbauch gegangen.
Warum ist dazu nichts in den alten Aufzeichnungen zu finden? Sperling überlegt. Wenn ich mein Großvater wäre, wo würde ich meine Geheimnisse aufbewahren? Er durchsucht die Datenbanken nach versteckten Ordnern und findet dort natürlich nichts. Die Ordner, die versteckt waren, hätte er lieber unentdeckt gelassen. So unvorsichtig wäre Sperling Senior auch nicht gewesen, nein. Also muss er in diesem Quartier ein Versteck haben. Junior überprüft die Souvenirs und Geschenke, tastet den Schreibtisch nach geheimen Fächern oder Schaltern ab, klopft die Wände nach Hohlräumen ab - nichts. Er wiederholt das Ganze. Zwei Stunden gehen ins Land und er findet keinen einzigen Hinweis. Erneut setzt er sich an den Tisch, überlegt und schaut sich im Raum um. Dann fallen ihm die Waffen auf, die er noch nicht angerührt hat. Er fängt mit der Handfeuerwaffe ein, mit der er immer schießen durfte, hebt diese aus der Verankerung, welche tatsächlich einen Mechanismus auslöst. Die Halterung rückt ein kleines Stück nach oben und rundherum löst sich ein Stück der Wand, etwa ein halber Quadratmeter, den Sperling entfernen und auf dem Boden ablegen kann. Dahinter befinden sich der Kommunikator seines Großvaters sowie ein kompatibler Datenträger.
Dass er gerade dort sein Versteck hat... Er zieht beide Geräte aus dem Fach und startet den Kommunikator. Er ist getrennt von der EMULE - der Elektronischen Medialen Unterhaltungs- und LagerungsEinheit. Die Verbindung lässt Sperling vorerst gekappt, um ungewollte Datenübertragungen zu vermeiden. Wahrscheinlich ist er deshalb auch offline in das Versteck gelegt worden. So schließt er auch ohne Bedenken den Datenträger am Kommunikator seines Großvaters an und -
"Sperling!", schallt es aus dem Kommunikator. Der Junior erschrickt und lässt das Gerät fallen, kann es aber noch vor einer unsanften Landung retten.
"Großvater?!" Sperling merkt zu spät, dass das nur eine Aufzeichnung sein kann und schlägt sich den Flügel gegen die Stirn. Zum Glück ist er gerade allein.
"Wenn du diese Nachricht von mir hörst, bin ich vermutlich bereits eingefroren. Und ich vermute, du hast nicht ohne Grund dieses Geheimfach gefunden. Außer, du wolltest mit der Lieblingswaffe wieder spielen, tz tz tz. Aber sei es drum, ich möchte dir erst einmal ein paar Worte dalassen, bevor du meine Geheimakten durchwühlen darfst. Ja, du darfst natürlich, schließlich bin ich gerade klinisch tot und du bist mein Nachfolger.
Es tut mir leid, dass ich dir nicht alles offenbart habe. Für manche Dinge gab es keinen passenden Zeitpunkt, anderes habe ich immer wieder verschoben, weil es mir nicht wichtig erschien. Nun ist es aber dir überlassen, was du mit den Informationen anstellst.
So, das war's auch schon. Hoffentlich können wir uns eines Tages wiedersehen.
"
Wieder schlägt Sperling seinen Flügel gegen die Stirn. Er hat auf etwas mehr Inhalt gehofft als das, aber dann müssen die Dateien wohl für ihn sprechen. Er fängt an, die Ordner zu überfliegen. Wie zu erwarten sind die Aufzeichnungen über die Shadowreaver vorhanden. Die Kommunikation mit ihnen, die Details über die Flotte und die Route, die die südlichen Systeme kreuzte - von der Grenze der Zurückgelassenen, durch das Fedeema-System in das Gebiet der Hüter, dann verschwand sie vom Radar.
Dann stößt er auf einen Ordner "Beute?", den er öffnet. Darin befindet sich ein eigenartiger Funkspruch. Notiz hierzu: "Ging an die gesamte Galaxie." In dem Funkspruch werden wir gelockt, es gebe reiche Beute weit östlich unseres Gebiets. Seniors weiteren Notizen lauten: "Signal wurde von anderen Xenos anders gedeutet, aber immer positiv - eine Falle?" Wahrscheinlich hat er es deshalb ad acta gelegt. Für Junior ist es aber ein Anlass zur Untersuchung.
Ein weiterer Ordner hat die Beschriftung "Inoffizielle Xeno-Gespräche", in dem sich viele Ton- und Bildaufnahmen befinden. Aus Neugier startet er das jüngste Video aus dem Ordner "Bothra" mit dem Titel "0098".

Man sieht einen Bothra, wie er auf einem Stuhl an der Wand sitzt. Die Kamera ist so ausgerichtet, dass man ihn komplett sehen kann und die Beleuchtung ist ebenfalls ideal. Der Bothra ist gefesselt, hat viele Wunden im Gesicht, seine Kleidung ist blutig, er sieht für seinesgleichen sehr mager aus. Von der Seite nähert sich jemand dem Stuhl - Sperling Senior.
"Na, was hast du mir heute über Fuchur zu erzählen?", fragt Sperling ihn.
"Fuchur ist ein mächtiges Lebewesen, das uns beschützt", beginnt der Bothra. Die Stimme ist monoton. "Nur die Ministerin Lüc kann zu ihm sprechen."
Sperling schwingt einen Knüppel durch das Bild in die Magengrube des Sklaven. Er zuckt zusammen, hustet und bleibt so hängen.
"Das hast du mir gestern schon erzählt!", schreit Sperling. "Und vorgestern und das Mal davor und davor! Und auch, dass er eure pazifistische Haltung in der Praxis für nicht umsetzbar hält, bla bla bla. Das reicht mir aber nicht!"
"Ich habe Euch bereits alles gesagt, was ich weiß!", hustet der Gefangene. "Noch bevor Ihr mich das erste Mal geschlagen habt, also warum tut Ihr das?"
Sperling lacht. "Genau das stört mich an euch Bothra. Euch muss man nicht mal dazu zwingen. Ihr gebt einem einfach, was man will." Er schwingt erneut den Knüppel, man hört etwas knacken. "Das macht mir keinen Spaß! Deshalb werde ich dich so lange foltern, bis es mir zu langweilig wird oder du doch noch einen Geistesblitz hast!" Der nächste Hieb geht seitlich gegen das rechte Bein, dann ein weiterer gegen den linken Arm. Der Bothra krümmt sich immer weiter und schluchzt. Wutentbrannt wirft Sperling den Knüppel weg, man hört ihn gegen die Wand donnern und dann zu Boden fallen. Sperling packt den Xeno. "Ist es sein Körper oder sein Schild, was ist schwä-" Der Kapitän stockt. Er wirft den Xeno samt Stuhl zu Boden, man sieht nur noch die Beine. Der Kapitän verschwindet kurz aus dem Bild, man hört ihn ein paar Tasten drücken, dann lacht er wie ein Wahnsinniger. "Das ist es!", ruft er. Er hält seinen Kopf in die Kamera. "Er. Hat. Keinen. Schild!" Er zieht ein Messer und geht auf den Gefangenen zu. Dieser ruft panisch: "Nein nein nein, bitte, ich ha-", dann hört man nur noch ein Gluckern. Das Video endet.

Junior lässt das Video kurz auf sich wirken. Wieso hat er noch nicht daran gedacht, die Xenos zu foltern? Wichtiger ist aber, dass die Flotte für den Kampf gegen den Drachen umgebaut werden muss.
Was hat er denn aus den anderen Xenos so herausbekommen...

Corvus Congeries
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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 27. Oktober 2018, 20:41

Spoiler für Notizen des obersten Kapitäns:
Im Quartier des obersten Kapitäns ist gerade Ruhe eingekehrt. Nach der Kriegserklärung gegen die Menschen, die er öffentlicher nicht machen konnte, trafen mehrere Meldungen gleichzeitig ein. Admiral Schwarzschnabel schätzte die Lage kritisch ein wegen ihrer Defensivpartner - den MAO Collectors. Eine weitere Maschinenintelligenz wie die Zurückgelassenen. Sperling hielt es dennoch für eine gute Idee, da sich die Menschen kurz zuvor im Krieg gegen den Nebel befanden. Auch wenn er noch nichts über den Nebel weiß, ist es möglich, dass die Flotte der Menschen geschwächt oder noch weit entfernt von ihren Heimatsystemen ist.
Er spielt eine Unterhaltung nach der anderen erneut ab und nimmt sich seine Notizen zur Hand.

Xenos (chronologisch nach erstem Kontakt)

1. Wurak Star Corp.
- zuverlässige Handelspartner
- haben uns bisher in jedem Krieg durch Mineralien unterstützen können
- Satramengas war sehr praktisch
- großzügige Kurse
- an Konflikten bisher nur passiv beteiligt, bisher keine Kriegshandlungen gg. Händler
- Defensivabkommen zum Schutz der Händler

Sperling streicht den letzten Punkt und fügt neu hinzu: - Defensivabkommen nach Kriegserklärung gegen Menschen aufgekündigt; Grund: Sie befürchten Vergeltungsschläge gegen uns und würden damit im Schussfeld stehen
Strategie: Weiter das gute Verhältnis pflegen. Als Pirat intergalaktische Freunde zu haben ist nicht leicht - dass es Händler sind, ist für uns ideal

2. Hüter der Erkenntnis
- pazifistische Feiglinge
- leichte Beute, wären nicht die Drachen
- Miniserin Lüc kann mit den Drachen sprechen
- Fuchur muss sterben -> Kopf als Trophäe
- Flotte muss für Kampf gegen Drachen umgerüstet werden (Sthian-Flotte ablenken oder abhängen... zerstören würde auch gehen)
Strategie: Auf-/Umrüsten, auf passende Gelegenheit warten

3. Free Sthian League
- Beschützer der Hüter
- nachtragend
- verstecken sich hinter ihrer befestigten Station plus Militärbasis
- starke Arbeiter
- ebenbürtige Flotte plus Befestigungen -> Angriff zwecklos
Strategie: auf passende Gelegenheit warten

4. Die Zurückgelassenen
- KI
- scheinen mit Lebensformen zu experimentieren
- Sperling liest den Punkt noch einmal. Er ergänzt: -> Arbeiter?!
- wollten Schwarzfeder reanimieren
- schwache Flotte
Strategie: Haben viele mineralienreiche Systeme und vermutlich verschiedene Spezies, die man in die Minen schicken könnte

5. Shadowreaver
- sehr starke Flotte
- erpressen jeden
Strategie: lieber (noch) tun, was sie sagen


6. Die Föderation der Menschheit
- zu wenige Daten - Arbeiter besorgen und Informationen beschaffen
Strategie: Kriegsverlauf abwarten

7. MAO Collectors
- KI
- Kosk-System hat viele Mineralien, aber auch eine Kolonie; erhalten die Mineralien
Sperling seufzt und streicht die letzten drei Worte. Grund: Krieg.
- zu wenige Daten
Strategie: Kriegsverlauf abwarten

8. Der Nebel
- "Ushmak fliegt, Ushmak siegt" ... Bitte was?
Strategie: ignorieren. Scheint friedlich zu sein

Bisher uns unbekannte Xenos
Ovnok
- haben wohl Menschen entführt. Könnte von Nutzen sein

???
- Signal aus weit entfernten Systemen, es gäbe Beute; wird von allen Xenos anders interpretiert (z.B. wir: "Beute"; Bothra: "Wissen") -> Falle?
- Forschungsschiff auf dem Weg

Jünger der Kralle
- Teil unserer Piratenflotte
- grenzen an Hüter der Erkenntnis
- bisher kein Kontakt zu Regierung

Interessante Systeme (= mineralienreich)
- Mao: Arayya, Kosk, Izval (Letztes könnte unsere Ingenierusforschung antreiben -> gut für Militär)
- mindestens vier Systeme der Zurückgelassenen
- Hüter: Suth
- Sthian: Free State of Brakma
- Menschen: Polymar

Ziele für die nächsten 10 Jahre
1. Plündern
2. Arbeiter schuften lassen
3. ?
4. Profit
5. Notizen weiterpflegen. Notizen sind praktisch.


Corvus Congeries
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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 31. Oktober 2018, 10:02

Spoiler für Die Wiedergutmachung:
Am Kapitänstisch wird ausnahmsweise hitzig diskutiert. Sperling und Quetzal liefern sich Wortgefechte.
Der Krieg gegen die Menschen lief tatsächlich nicht so gut wie gedacht. Nachdem fünf Systeme von den Cygoli gekapert und die menschlichen Besatzungen entweder im Gefecht getötet, gefangen genommen oder teil der Crew wurden, schlossen sich die Flotten der Menschen und MAO zu einem Verband zusammen und stellten die Ordnung in den Systemen wieder her. Der Flottenverband war leider fast doppelt so groß wie die cygolische Flotte, weshalb der Rückzug angetreten werden musste. Freundlicherweise sprachen die Menschen vor dem Einfall in die cygolischen Systeme eine Warnung aus und es wurde der Status Quo erklärt. Mal wieder. Sperling ärgert sich darüber. Er und sein Volk könnten mal wieder einen größeren Erfolg verzeichnen.
Der oberste Kapitän schlug nun etwas uncygolisches vor: Eine Entschuldigung.
"Du hast doch nicht mehr alle Spatzen im Nest, Sperling!", fährt Quetzal ihn an. "Weshalb willst du diesen Menschen in den -"
"Wenn du mich endlich mal ausreden lassen würdest", grätscht Sperling dazwischen, "dann wüsstest du längst den Grund! Wenn du unbefriedigt bist, weil du keine Köpfe rollen lassen konntest, dann tobe dich in der Sklavenmine auf der Insel der Schmerzen aus!"
"Unter anderen Umständen würde ich lieber deinen Kopf rollen lassen! Aber das würde meiner Tochter ja nicht gefallen!" Die erwähnte Tochter namens Kagu sitzt gerade am Rand und beginnt mit der zweiten Flasche Rum. Sie ist froh darüber, dass sie nicht mehr schwanger ist. Diese Sitzung könnte sie nicht nüchtern ertragen.
Sperling lacht sie aus. "Ha! Als ob du es in deinem Alter noch mit mir aufnehmen könntest, 'Mutter'! Ich würde dir die Flügel sogar nach acht Grog noch stutzen können!"
"Das wäre für dich kein Handicap, sondern ein unfairer Vorteil, du Schnapsdrossel!"
"Schluckspecht!"
"Blöde Meise!" *
Sperling schnappt nach Luft und reißt die Augen auf, Kagu spuckt ihren Rum aus, Schwarzschnabel klappt die Kinnlade runter. Weißschnabel und seine Forscherkollegen kichern.
"Das nimmst du sofort zurück!", ruft Sperling.
Kagu springt torkelnd auf. "Du kannst froh sein, dass deine Enkelin gerade nicht im Raum ist!"
Rotbauch zieht seinen Kommunikator. "Code M."
Sperling, Kagu und Quetzal können ihre Familienstreitigkeiten noch kurz weiterführen, dann springt die Tür auf und es kommen zwölf bewaffnete Elitegardisten rein. Rotbauch ist aufgrund seines Alters und der Tatsache, dass er den Sicherheitsdienst alarmiert hat, der einzige, der den Raum freiwillig und ohne Hilfe verlassen darf. Alle weiteren Anwesenden werden zu ihrem Quartier "begleitet" und die Sitzung wird am nächsten Tag fortgesetzt.

Gemäß des Code M-Protokolls beginnt der Vize die Sitzung. Weißschnabel schnarcht laut, Kagu versucht durch Pegel halten den Kater zurückzudrängen, Sperlings Kopf hängt über einer Schüssel mit warmem Wasser und Ölen von den Wurak. Quetzal macht ihrem Namen alle Ehre und ist die einzige, die nach der Verkaterung noch aufrecht stehen könnte. Alle anderen haben selbst jetzt nach 19 Stunden den komatösen Zustand noch nicht verlassen, die Sitzung findet dennoch statt, da die wichtigsten Streithähne und -hühner anwesend sind.
"Hat noch jemand etwas zu den ausufernden Streitigkeiten von gestern zu sagen?"
Quetzal ist aufgrund ihres Zustand die schnellste. "Ich möchte mich für den Code M entschuldigen. Und alles weitere auch. Wie ihr alle wisst, habe ich mich noch privat um einiges zu kümmern. Die gestrige Sitzung habe ich als Ventil missbraucht, was nicht hätte sein dürfen."
Rotbauch nickt. "Wir haben sicherlich alle Verständnis dafür." Stille. "Nicht wahr?"
Zustimmendes Gemurmel und Geschnarche.
Sperling hebt seinen Schnabel leicht. "Du musst nicht alles allein bewältigen, Quetzal. Kagu und ich sind für dich da."
"Weitere Wortmeldungen?" Rotbauch schaut Kagu an, welche gerade eine neue Flasche geöffnet, ihren Kopf in den Nacken gelegt hat und die Flasche nun nur noch mit ihrem Schnabel festhält. Rotbauch schüttelt den Kopf. "Wohl nicht. Nagut, machen wir da weiter, wo wir gestern aufgehört haben." Er öffnet mit seinem Kommunikator das Protokoll von gestern. "Ach ja, Sperling sagte, er wolle sich bei den Menschen entschuldigen."
Sperling nickt. "Ich habe lange darüber nachgedacht. Unser Problem ist... Rotbauch, kannst du eben die Karte aufrufen..." Über dem Tisch bildet sich ein holografisches Konstrukt der Galaxie. "Wir haben hier unten die Sthian und die Hüter. Das Brakma-System ist eine einzige Festung, weshalb wir das Territorium der Sthian nicht plündern können. Die Hüter haben eine schwache Verteidigung, aber die Sthian auf ihrer Seite. Schwarzschnabels Informationen zufolge wächst die Flotte der Liga genauso gut wie unsere. Damit kommen wir nicht an die Hüter ran.
Die Wurak zu plündern wäre in mehrerer Hinsicht dumm. Sie versorgen uns und werden von vielen Xenos geschützt. Unsere Tage wären schnell gezählt, würden wir sie plündern wollen.
Die Zurückgelassenen lassen wir vorerst außen vor. Ich will noch herausfinden, wie die KI reagiert, wenn sie keine Versuchskaninchen von uns bekommen. Außerdem haben sie in den beiden Systemen hier unten die Militärstationen schwer befestigt. Da würde unsere Flotte schwere Verluste einstecken müssen."
"Die obere Grenze wäre aber für uns offen, Sperling", erwähnt Quetzal.
"Richtig, ich möchte aber nicht die Sicherheit der Insel des Glücks und der Insel der Sirenen gefährden. Die könnten schnell von der KI überrannt werden, wenn unsere Flotte am anderen Ende aktiv ist.
Dann kommen die Menschen und die MAO. Bei denen haben wir uns nun auch schon unbeliebt gemacht, können aber noch was retten. Wenn wir die Menschen auch nur annähernd auf unsere Seite ziehen können, dann wären wir wenigstens dort vor Vergeltungsschlägen sicher. Überall sonst um uns herum trifft das nicht zu."
"Wie willst du das anstellen, wie sollen wir die Föderation der Menschheit von uns überzeugen?", fragt Rotbauch.
"ALKOHOL!", ruft Kagu.
"Ich habe vom Skymarshall der Menschen erfahren, dass gewisse Ovnok Menschen entführt haben. Ich werde dem Skymarshall anbieten, die Ovnok zu überfallen und nach den verlorenen Menschen Ausschau zu halten. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Systeme der Ovnok müssen sich jenseits der Systeme der MAO befinden."
"Drei, Captain." Rotbauch lächelt ihn an. "Das Flaggschiff ist startbereit."
"Wenn ich nicht so verkatert wäre, würde ich darauf jetzt was mit euch trinken. Außerdem hat meine Frau eh schon für uns alle getrunken."

* "Blöde Meise" ist die schwerste Beleidigung, die man einem Cygoli an den Kopf werfen kann. Die Beleidigung etablierte sich nach dem Fall des Kapitäns Meise in der cygolischen Renaissance. Er versuchte ein friedliches Leben zu führen, entließ die Sklaven in die Freiheit und hat den Alkohol verboten, da er ihn als Gefahr für die öffentliche Ordnung einstufte. Die Stämme schlossen sich zu einem Bündnis gegen ihn an, um die öffentliche Unordnung in seinem Territorium wiederherzustellen. Sie stürzten ihn, erklärten einen normal denkenden Cygoli zum Kapitän und brachten sogar die entlassenen Sklaven zurück in die Mine. Kapitän Meise war auch nach mehreren Tagen Alkoholeinfluss noch nicht zur Unvernunft zu bringen, weshalb er schließlich öffentlich exekutiert wurde, um ein Exempel an seine Befürworter zu statuieren.
Fällt die Beleidigung am Kapitänstisch, ist der "Code M" auszurufen. Der Ausrufer wird als einziger nicht von der Elitegarde aus dem Raum gezerrt und in eine Verkaterungszelle gesperrt, in der die Kapitäne Frust und Wut rauslassen, Alkohol reinlassen und nach angemessener Zeit Schlafmittel verabreicht bekommen, um den Verkaterungsprozess einzuleiten. Der Ausrufer beginnt auch die Sitzung am Folgetag.

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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 8. November 2018, 18:45

Spoiler für Dreiste Ovnok:
Das erste Mal seit langer Zeit befindet sich Sperling Junior auf einem Raumschiff. Es ist aber nicht irgendeins: Es ist das Flaggschiff.
Die Schwarze Perle, ein Prachtstück. Ein Raumschiff der Kreuzer-Klasse, ausgestattet mit unfassbar modernen Waffensystemen. Die gesamte Flotte, welche inzwischen bunt gemischt ist und aus cygolischen, menschlichen, sthianischen und neuerdings auch lokkarischen Schiffen besteht, ist im Bistramar-System der MAO-Collectors versammelt. Das System ist eines der Grenzsysteme zu der Ovnok-Forschungsliga.
Er funkt die Station im Peudeanus-System an. Er wird mit einem Regierungssprecher verbunden. Auf den Namen hört er nicht.
"Ovnok", beginnt Sperling, "mein Name ist Captain Sperling, oberster Kapitän der Jäger von Cygoli. Wir sind hier, um eine Rechnung zu begleichen."
"Wir kennen Euch nicht, wovon sprecht Ihr? Offene Rechnung?" Der Ovnok ist sichtlich verwirrt.
"Oh, wir sind es nicht, denen Ihr Unrecht zugefügt habt."
"Wa- Wovon sprecht Ihr? Wir sind Forscher, wir sind uns keiner Schuld bewusst."
"Ach, Ihr habt also keine Lebewesen entführt? Auch nicht nach einem scheinbar gescheiterten Terraforming-Projekt?"
"Wir- äh, nein?" In der Stimme schwingt jetzt weniger Verwirrung mit, dafür mehr Angst.
"Seid Ihr Euch sicher? Wir haben unsere Quellen. Gerne lassen wir uns vom Gegenteil überzeugen, aber ich möchte es mit meinen eigenen Augen sehen."
Stille. Dann bricht die Verbindung ab.
"Was zum... Wieso ist die Verbindung weg?"
Ein Soldat tippt wild herum. "Ich weiß es nicht, Captain. Die Ovnok müssen die Verbindung unterbrochen haben."
"Versucht sie wiederherzustellen."
Es bleibt zunächst beim Versuch. Es ertönt eine automatische Bandansage. "Seid gegrüßt! Ihr seid verbunden mit dem Anrufbeantworter der Regierung der Ovnok-Forschungsliga. Leider sind derzeit alle Leitungen belegt. Wir bitten um Geduld."
"Das ist doch ein schlechter Scherz!", wütet Sperling und rauft sich die Federn. Schwarzschnabel schlägt sich den Flügel gegen die Stirn. "Grog?", fragt er Sperling. Dieser schüttelt den Kopf. "Schnaps."
Schwarzschnabel holt sich selbst Grog, für Sperling den Schnaps und öffnet danach die Fässer für die Crew. Eigentlich war die Ladung für die Feier nach der Plünderung gedacht, aber bei der Pause kann man die Moral und die Stimmung der Mannschaft auch mal kurz anheben.
Die Menschen haben Sperlings Angebot, im Territorium der Ovnok ein wenig Chaos zu stiften und gleichzeitig die verschollenen Bürger zu suchen, dankend angenommen. Die MAO-Collectors waren zwar in die Kommunikation mit einbezogen, hielten sich aber natürlich zurück, da sie nur der Defensivpartner der Menschen sind. Einen Groll scheinen die Maschinen zumindest nicht gegen uns zu hegen.
Was aber genau denken sich die Ovnok bei der Aktion gerade? Ist das eine Art Vermeidungsstrategie? 'Wenn ich die Piraten ignoriere, fliegen sie wieder davon'? Oder wollen sie Sperling zusätzlich zu dem Auftrag wütend machen, damit die Cygoli besonders grob sind?
Die Gedanken der Crew schweifen nach kurzer Zeit schon ab. Der Alkohol lockert alle sichtlich, manche spielen um Geld und werfen sich regelmäßig Beleidigungen oder Gegenstände an den Kopf, andere widmen sich ihren Musikinstrumenten. Sperling und Schwarzschnabel haben sich unter die Kartenspieler gemischt. (Ha, "Mischen", versteht ihr?)
Nach zwei Stunden in der Warteschleife meldet sich der gleiche Ovnok. "Seid gegrüßt, Captain Sperling! Bitte entschuldigt die- äh, Captain?"
Am Rand des Bildschirms befindet sich ein Cygoli. Er brüllt: "Captain! Da ist was auf'm Schirm!"
Sperling ruft alle zur Ruhe auf. Auf dem Weg zu seinem Platz fällt ihm wieder ein, weshalb sie hier sind und seine Miene verfinstert sich. Er setzt sich. "Warum hat das so lange gedauert?!"
"Wir, äh, haben mit der Föderation die Freilassung der Menschen-Bürger verhandelt."
Sperling bleibt die Luft weg. Er hätte das mit dem Terraforming der Erde wohl nicht erwähnen dürfen. Jetzt haben sie ernsthaft in der Zwischenzeit mit den Menschen den Kontakt aufgenommen? Wie dreist.
"Und Ihr glaubt, damit sind wir jetzt zufrieden?" Er dreht den Kopf zu Schwarzschnabel. "Zum Sprung vorbereiten."
"A-aber warum? Ihr habt keinen Grund mehr, uns zu überfallen!" Der Ovnok scheint verängstigt.
"Pirat!" Gejubel ist im Hintergrund zu hören, dann bricht Sperling die Kommunikation ab.

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Re: [WB-06] Jäger von Cygoli

Beitrag von Corvus Congeries » 16. November 2018, 20:33

Spoiler für Rückreise:
Nur zwei Jahre nach der Kriegserklärung befindet sich die cygolische Flotte auf dem Rückweg zum Heimatplaneten. Der Crew ist der "Sprit" bei der Belagerung von Sen-ti-nel bereits ausgegangen, welche jedoch ein voller Erfolg war: Fünf Milliarden Ovnok haben sich quasi freiwillig entführen lassen, die Plünderer wurden sogar freundlich begrüßt. Manche haben sich wohl veräppelt gefühlt, weshalb es vereinzelt zu ein paar Knochenbrüchen kam. Auffällig war dabei, dass der Großteil der Verletzungen von menschlichen Piraten verursacht wurde. Flüchtlinge eben. *
Die ersten Befragungen haben Sperling Jr. und Schwarzschnabel bereits durchgeführt. Sie haben "Guter Pirat, böser Pirat" mit den Ovnok gespielt, während die Aufgabe des guten Piraten (Schwarzschnabel) darin bestand, diverse Fremdkörper (zum Beispiel Nägel in den Oberschenkeln, die unter Strom gesetzt wurden) unvorsichtig wieder zu entfernen, die der böse Pirat (Sperling Jr.) dort vorher platzierte. Recht schnell wurde beiden bewusst, dass sie nicht wirklich für die Minen taugen. Dafür scheinen sie ziemlich schlau zu sein - oder sich zumindest dafür halten -, weshalb die Befragungen später eine andere Richtung einschlugen: Ingenieurskapitän Blauschnabel schickte Sperling einige unvollständige Forschungsdaten, die ein einzelner Ovnok ziemlich unproblematisch weiterführen konnte. Es wurden weitere intellektuelle Aufgaben gestellt, die die Cygoli bisher nicht lösen konnten - die Ovnok fanden eine Lösung dafür. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Forschungsstand beider Reiche weit auseinander liegt, aber das soll nur ein Grund für die künftige Verwendung der Ovnok sein.
Sperling und Schwarzschnabel befinden sich auf der Kommandobrücke. Sie durchsuchen gerade die Datenbanken nach brauchbaren Planeten für die Ovnok.
"Feuchtes Klima, ja?", fragt Schwarzschnabel.
"Genau", antwortet Sperling. Er fängt randwärts in den Systemen nahe der Sthian an zu suchen, Schwarzschnabel findet direkt den ersten im Ipiescilla-System. "Schau mal, was ist mit dem?"
Sperling schaut sich die Daten an. "Interessant. Den nehmen wir."
Der Kommunikator der Black Pearl meldet sich. Eine Nachricht von Quetzal von der Schweinestall-Insel.
"Quetzal, was machst du im Schweine- WAS IST DAS?!"
Hinter Quetzal taucht ein Mutant auf, der versucht sie zu attackieren. Ohne hinzusehen legt sie ihre Waffe auf die Schulter, mit dem Lauf Richtung Mutant und schießt es den Kopf weg. "Wir haben hier nur ein kleines Problem mit Mutanten. Unsere Bio-Spezis waren der Meinung, sie könnten ein unvollendetes Terraforming-Projekt fortsetzen. Du siehst ja, wie gut das geklappt hat."
Sperling springt auf. "Warum hat mir keiner davon berichtet?!"
"Ihr müsst in einem Funkloch gewesen sein", erwidert Quetzal. "Ich konnte die Flotte nicht erreichen, also habe ich meine Einheiten selbständig mobilisiert. Uns lief die Zeit davon, weil diese Viecher die Garnison überrannt haben und anfingen, die Bevölkerung niederzumetzeln."
Der Captain setzt sich wieder und reibt sich den Flügel durch das Gesicht. Er hatte sich schon gewundert, dass während der Belagerung keine Nachrichten eingetroffen sind. Auch Kagu konnte er nicht erreichen. "Was habe ich noch verpasst?"
Zwei weitere Mutanten nähern sich Quetzal. Sie werden von drei Soldaten getacklet und verprügelt. Quetzal wirft einen kurzen Blick über die Schulter. In ironischer Tonlage antwortet sie: "Oh, natürlich erzähle ich dir jetzt alle Geschehnisse der letzten paar Monate, ist überhaupt kein Problem, oh großer Kapitän."
"Ist ja gut, ich rufe Kagu an." Er wirft Quetzal aus der Leitung. Kagu lässt ihren Kommunikator keine Sekunde piepsen.
"Was fällt dir ein dich nicht bei mir zu melden und meine Anrufe zu ignorieren, hast du eine völlige Mei-"
"Wenn Schwalbe bei dir ist, solltest du dir jetzt gut überlegen, was du sagst."
Kagu räuspert sich. "Entschuldige." Sie dreht sich zu ihrer Tochter. "Lisa mein Schatz, würdest du bitte kurz rausgehen?" Sperling Jr. kann nicht schnell genug Einspruch erheben. Nach einigen Sekunden schließt sich die Tür. Kagu holt erneut aus. "Hast du-"
"Entspann dich kurz, die Kommunikatoren waren gestört. Kann ich nichts für."
"Ich habe mir solche Sorgen gemacht! Ich war schon drauf und dran, deinen Großvater aufzutauen, damit wir nicht völlig führungslos dastehen."
Sperling verdreht die Augen. "Nun mach mal halblang, in seinem derzeitigen Zustand hätte er vielleicht eine Woche überlebt, dann wäre die größte Hoffnung der Cygoli nicht nur klinisch tot, sondern tot tot." Ihm brennt auf der Zunge sie zu fragen, wie es ihr und Schwalbe geht, doch er kann sich gerade so bremsen. Ich rufe dich später noch mal an, aber die Crew und ich haben von den Mutanten auf der Schweinestall-Insel gehört. Du bist doch immer wunderbar informiert. Gibt es irgendwas, was wir wissen müssten?"
Kagu ist Leiterin einer Art Geheimdienst. Sie sammelt Daten aus allen verfügbaren Quellen, welche zurzeit eher spärlich vorhanden sind. Hauptsächlich verbringt ihre Einheit Zeit damit, die Sklaven erster Generation zu verhören, welche inzwischen ziemlich alt sind, oder sich auf der Straße umzuhören, was das Volk beschäftigt. Immerhin hat Kagus Mannschaft mit den frisch beschafften Ovnok neues Futter. Aber es gibt auch eine andere Aufgabe: Kagu soll "Freiwillige" finden, die dazu "bereit" sind, die Cygoli mit Daten zu versorgen, wenn man sie zurück auf ihren Heimatplaneten geschleust bekommt. Ein schwieriges Unterfangen, zumal es schon einige Sklavenleben gekostet hat. Man kann ja schlecht versuchen welche zu überreden, es nicht zu schaffen und sie dann zurück in die Mine zu schicken. Wer nicht will, wird gezwungen. Bisher haben aber alle lieber den Tod gewählt als die Cygoli unterstützen zu wollen.
"Ähm, äh, naja." Kagu stockt. "Eine Sache wäre da..."
Sperling Jr. ahnt schlimmes. "Raus damit."
"Ein paar Sklaven widersetzen sich uns. Sie zetteln hier und da Aufstände an. Bisher konnten wir die Aufstände niederschlagen. Sie haben unabhängig voneinander auf Königskopf und auf der Insel des Glücks fast zeitgleich begonnen."
"Verdammt. Beide Planeten sind sehr sklavenreich. Ich kümmere mich darum."
"Was anderes hä- Moment. Ein Forschungsschiff durchquert unser Gebiet. Bauart und Signatur sind uns unbekannt."
Der Kapitän wirft einen Blick auf die Sensordaten. "Ich sehe es. Es ist gerade an der Voon-Raumstation vorbei. Ich kontaktiere sie erst mal. Danach sprechen wir weiter."
"In Ordnung."


* Der Verfasser übernimmt keine Verantwortung für Fehlinterpretationen.

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